Acht Verbände und Organisationen der Mobilitäts- und Energiewirtschaft fordern, dass Deutschland unnötige nationale Sonderwege im Mess- und Eichrecht umgehend beendet. Sie sehen laut Vision Mobility in der aktuellen Praxis eine Belastung und Verteuerung des Ausbaus öffentlicher Ladeinfrastruktur. Hinter der Forderung stehen ZVEI, ADAC, BDEW, BVES, CharIN, e-Mobility Deutschland, INSPIRE und S.A.F.E.
Die Verbände begründen ihre Forderung mit den aktuellen Zahlen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur und dem tatsächlichen Eichaufwand. Am 1. Februar 2026 gab es in Deutschland demnach rund 200.000 öffentliche Ladepunkte, darunter knapp 50.000 Schnellladepunkte. Für diese Ladepunkte gilt eine Nacheichung nach acht Jahren.
Nach Darstellung der Verbände ist die bisher amtlicherseits angenommene Zahl von rund 6000 Eichungen pro Jahr auf Basis dieser Frist unrealistisch. Zusätzlich zu den turnusmäßigen Eichungen kämen gesetzlich vorgeschriebene Nacheichungen hinzu, etwa nach Kabeltausch, Wartungen und Kabeldiebstahl. Dadurch seien tatsächlich mehr als 45.000 Eichungen jährlich notwendig.
Die Verbände warnen, dass bei dieser Größenordnung ineffiziente Prozesse unmittelbar zu Kostenbelastungen in Millionenhöhe führen würden. Diese könnten sich auch auf den Preis an der Ladesäule niederschlagen. Sie verweisen damit auf den Zusammenhang zwischen den Verfahren im Eichrecht und den Kosten der Ladeinfrastruktur.
Zu den zentralen Forderungen gehört, die Novelle der EU-weiten Measuring Instruments Directive (MID, Annex Va) zügig in deutsches Recht umzusetzen. Damit sollen EU-weit harmonisierte Regeln gelten und nationale Sonderwege entfallen. Zudem solle klargestellt werden, dass bestimmte Reparaturen, etwa der Austausch von Kabeln durch befugte Instandsetzungsunternehmen, keine erneute Eichung erfordern, sofern die Messrichtigkeit gewährleistet bleibt.
Weiter verlangen die Verbände eine praxisgerechte Ausgestaltung der Prüfmittelpflicht für Schnellladepunkte. Betreiber dürften nicht allein für teure Prüfmittel im sechsstelligen Bereich in die Pflicht genommen werden. Außerdem fordern sie bundesweit einheitliche Prüfmittelspezifikationen und deren länderübergreifende Einsatzfähigkeit, damit Investitionen planbar bleiben.
Darüber hinaus sprechen sich die Verbände dafür aus, nach acht Jahren ein praxistaugliches Stichprobenverfahren für Nacheichungen zu ermöglichen, statt flächendeckende Nacheichungen vorzuschreiben. Auch Software-Updates sollen entbürokratisiert und ihre Prüfung über nachgelagerte, stichprobenartige Verfahren mit angemessenen Übergangsfristen ermöglicht werden. Bei DC-Eichungen solle auf eine unnötige Ausweitung der Prüfpunkte verzichtet werden, da mindestens acht Prüfpunkte Zeitaufwand und Kosten erhöhen würden, ohne erkennbaren Mehrwert zu schaffen.

ZastaCrocket meint
Stimme zu. Unnötige Bürokratie muss weg, damit es endlich schneller geht…