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Volkswagen prüft China-Elektroautos für Europa

04.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 37 Kommentare

VW-ID.-UNYX-09

Bild: VW

Volkswagen erwägt, einige seiner bislang nur für China vorgesehenen neuen Modelle auch in Europa zu bauen und zu verkaufen. Genannt wird dabei unter anderem die Limousine ID Unyx 09. Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem Versuch, den laufenden Umbau zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Nach Vorlage der Quartalszahlen sagte Konzernchef Oliver Blume laut Autocar, Volkswagen habe bei der Transformation „spürbare Fortschritte“ gemacht. Er verwies aber zugleich auf zahlreiche globale Belastungen und betonte: „Wir müssen unseren Transformationsplan beschleunigen.“

Werksschließungen bezeichnete Blume als die „schlechteste und teuerste“ Option. Der Konzern prüft stattdessen, wie sich vorhandene Kapazitäten für andere Projekte nutzen lassen. Der erste Schwerpunkt liegt dabei auf Aufträgen aus der Verteidigungsindustrie.

Der CEO zeigte sich zudem offen dafür, in europäischen Werken chinesische Modelle zu bauen, entweder Volkswagen-Derivate oder Fahrzeuge von Joint-Venture-Partnern. Als zweiter Schritt komme auch in Betracht, europäischen Produktionsraum für chinesische Partner wie SAIC oder FAW bereitzustellen. Das nannte er eine mögliche „clevere Lösung“, um freie Kapazitäten zu verringern.

Export-Entscheidung steht noch aus

Volkswagen hat kürzlich die neue, nur für China vorgesehene Compact Main Platform (CMP) eingeführt. Sie wurde gemeinsam mit Partner XPeng entwickelt, verfügt über eine fortschrittliche elektrische Architektur und soll eine Reihe lokal entwickelter und lokal gebauter Elektroautos für den chinesischen Markt tragen.

VW-ID.-AURA-T6
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: VW

Die ersten Modelle auf dieser Plattform wurden jüngst auf der Automesse in Peking vorgestellt. Dazu zählen der VW ID. Aura T6 SUV und die Limousine ID. Unyx 09 (Artikelbild). Blume deutete an, dass diese Fahrzeuge später auch in Märkte wie Südamerika, Asien, den Nahen Osten und Indien exportiert werden könnten.

Für eine Verlagerung der Plattform nach Deutschland sei es noch zu früh, sagte der Manager. Vorrang habe zunächst eine eigene Plattform. Für 2027 sei die CMP-Plattform in China geplant, diese Arbeit müsse zuerst abgeschlossen werden. Danach könne man über Optionen in Europa nachdenken und prüfen, welche Produkte dafür geeignet sind.

Volkswagen sammelt derzeit Rückmeldungen zum ersten neuen Produkt in China. Abhängig vom Erfolg dort soll laut Autocar entschieden werden, welche Modelle für Europa infrage kommen – insbesondere in Segmenten, in denen das aktuelle Europa-Portfolio des Konzerns nicht vertreten ist.

Der Ausbau von China-Plattformen gehört zu dem Versuch, die Position in der Region zu stärken. Im ersten Quartal 2026 gingen die Verkäufe in der Volksrepublik im Jahresvergleich um 20 Prozent zurück. Eine starke Präsenz in China könne auch den westlichen Aktivitäten des Konzerns bei „Innovation, Geschwindigkeit und Praktiken“ zugutekommen, sagte Blume. Das chinesische Ökosystem sei „eine Blaupause in Sachen Architektur“, auch für das Software-Joint-Venture im Westen mit dem US-Elektroauto-Start-up Rivian.

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Via: Autocar
Tags: China, Europa, ProduktionUnternehmen: VW
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Future meint

    04.05.2026 um 13:21

    Vielleicht hat VW gemerkt, dass die chinesischen VWs einfach viel besser sind als die deutschen VWs. Vielleicht klappt es da auch besser bei der Marge.

    Prognose für die gute Zukunft:
    Verbrenner-VWs kommen aus Deutschland.
    Elektro-VWs kommen aus China.

    Warum denn nicht?

    Antworten
    • M. meint

      04.05.2026 um 14:26

      Du zeigst KI-ähnliches Desinteresse an Fakten:
      „Volkswagen erwägt, einige seiner bislang nur für China vorgesehenen neuen Modelle auch in Europa zu bauen“.
      Da steht nicht, dass BEV aus China importiert würden.

      Machst du das mit Absicht?

      Antworten
    • Jörg2 meint

      04.05.2026 um 16:05

      „Elektro-VWs kommen aus China.“

      Kommt immer ein wenig darauf an, wie man die Autoherkunft definiert.

      Ist ein Tesla aus Grünheide ein US-Auto und ein chinesisches JV-Modell, gebaut in z.B. Wolfsburg ein chinesisches Auto? Oder sind beides deutsche Autos?

      Ich glaube, da nimmt sich dann jeder, was zu seiner Argumentationswelt passt.

      Antworten
    • hu.ms meint

      04.05.2026 um 17:26

      1. wegen des Zolls
      2. wegen der für ab 2028 vorgesehenen anektion Taiwans durch china mit den folgen.
      Die verschifferei ist nur als zusatzgeschäft zu sehen.
      Sicherer kern ist nur der bau der BEV im jeweiligen markt china, europa, USA.
      Und warum nicht auch modelle eigentlich für andere märkte im absatzgebiet (angepasst) bauen und verkaufen.

      Antworten
    • South meint

      04.05.2026 um 19:33

      Naja, natürlich kann man bei der Autoherkunft immer etwas rumschwurbeln, aber wenn ein Auto im Ausland entwickelt wurde und auch die zentralen Komponenten wie der Accu etc., dann ist es definitiv kein deutsches Auto mehr, egal welches Emblem drauf schlummert oder wo letztendlich die letzte Schraube reingedreht wurde. Die Frage dreht sich immer darum, welcher Kern, also woher kommt die zentrale Wertschöpfung eines Produktes, und diese ist dann definitiv nicht mehr „deutsch“ VW, wenn dieser Teil aus China kommt. Das ist erstmal an sich wertefrei.
      Denn, wenn, wo ist der Unterschied, wenn BYD oder VW ein in China entwickeltes Auto in Europa zusammenschraubt? Der Kern der Marke von VW war die damals berühmte deutsche Ingenieurkunst und die wären dann quasi obsolet. Und dann kommt man zu dem finalem Schluss, dass man den deutschen superteuren Überbau dann getrost auch weglassen kann.
      Das größte Märchen ist, und das wird hier auch immer gerne erzählt, dass Marke und Image quasi alles überstrahlen. Das gibts aber nicht geschenkt, sondern es ist ein jahrelanger Prozess bis es mal soweit ist, aber in kürzester Zeit ist sowas nur noch Schall und Rauch. Oder wer hat noch nen Grundig Fernseher zuhause?

      Antworten
      • hu.ms meint

        05.05.2026 um 13:03

        „wo ist der Unterschied, wenn BYD oder VW ein in China entwickeltes Auto in Europa zusammenschraubt?“
        Die antwort liegt bereits in der frage: die entwicklungs- / ingenieursleistung – die daran hängenden guten gehälter und kaufkraft.

        Antworten
      • Carvision meint

        05.05.2026 um 14:45

        Und vor allem geht es um die Marge! Die Kosten dann halt hier doppelt so viel, dass VW endlich wieder gewinn macht…

        Sieht man ja schon, dass viele fahrzeuge global entwickelt werden, aber dann für Europa soviel mehr Bestimmungen erfüllt werden dassnsie hier entsprechend auch teuer werden… der EU markt entkoppelt sich immer mehr von Weltmarkt..

        Antworten
      • Future meint

        05.05.2026 um 16:49

        Den »Grundig-Fernseher« kann man sich auch heute noch bequem bestellen. Er wird dann halt von Amazon geliefert und nicht vom Quelle Versand oder dem örtlichen Fachhändler wie früher. Und der Grundig sieht auch sehr schick aus und er ist zudem sehr günstig.

        Antworten
    • South meint

      04.05.2026 um 19:40

      Und auch wenn es hier bei dem Namen Tesla wieder abgeht, wie bei nem pawlowschen Reflex der Hund zu sabbern begann; Man kann das an den damals unbedeutenden Tesla sehen. Tesla hat sich seine Markstellung, sein Image, seine Marke in weniger als zehn Jahren erarbeitet. Sowas kriegt man nur mit Leistung hin, nicht mit „die Jobs machen die anderen, wir machen ein schönes Emblem drauf“ und dübeln die letzte Schraube rein…
      Und wie man auch an Tesla sehen kann. Kommt nix Neues mehr und/oder dreht Musk am Rad, dann gehts auch schnell wieder in die andere Richtung…

      Antworten
    • Future meint

      04.05.2026 um 20:33

      Nochmal: Ich finde die Idee wirklich genial, die sich da gerade bei VW ganz langsam und vorsichtig entwickelt: Die Technologie für die elektrischen VWs kommt einfach aus China und geht in alle Welt. Die Autos wurden dort ja alle sehr schnell in Rekordtempo entwickelt. Gebaut wird natürlich dort, wo es am besten passt für die jeweiligen Märkte wegen der Zölle, Kriege, usw.: Also in China, Europa oder sonstwo. Ich finde es interessant, dass da bei VW gerade jetzt drüber nachgedacht wird. Das hat Gründe, vermute ich, und es hat nicht nur mit Kosten, Margen und Produktivität zu tun, es hat auch mit der Technologie zu tun. Ist natürlich alles nur Spekulation und Zukunftsmusik.

      Antworten
      • hu.ms meint

        05.05.2026 um 13:07

        Da gibts aber noch eine steigerung:
        Das beste aus beiden „welten“.
        z.b. akkus und software aus chinesischer – motore, fahrwerk u.v.m. aus europäischer ingenieursleistung.
        Produziert natürlich dort, wo sie auch verkauft werden.
        Es verbleibt aber das problem mit der abhängigkeit von bestimmten materialien und rohstoffen, das schnellsten abgestellt werden muss.

        Antworten
        • Future meint

          05.05.2026 um 16:56

          Ja, Synergeieffekte gibt es sicherlich auch jetzt schon durch VWs Entwicklungszentrum in China. Allerdings vermute ich, dass komplexe Strukturen im Konzern auch viel Kuddelmuddel produzieren könnten. Da hakt es ja auch jetzt wohl schon bei der Zusammenarbeit mit Rivian.

        • hu.ms meint

          06.05.2026 um 09:38

          … da ging es nur um schnittstellen für schon vorhandene funktionierende funktionen wie z.b. selbständiges einparken. Das kann z.b. ein e-Golf von 2017 bestens, wie ich erst kürzlich erleben konnte. Warum das also neu aufsetzen.

  2. Envision meint

    04.05.2026 um 12:47

    Die Riesen Xpeng Kisten die sie in China ab 30k verscherbeln hier für 60k+ unter die Leute zu bringen, dürfte ein rein ökonomisch sehr attraktives Geschäft sein…
    VW verkauft sich gegenüber Xpeng hierzulande sicher um Welten einfacher, allein das Händlernetz.

    Antworten
    • MK meint

      04.05.2026 um 13:07

      @Envision:
      Die Fragen sind ja: geht das ohne weiteres? Und: Ist das wirklich wirtschaftlich?
      Z.B. gilt in China ein Tempolimit von 110 km/h. Darauf sind Fahrwerk, Bremsen, Reifen, Knautschzonen der Karosserie und Co ausgelegt. Der BYD Dolphin z.B. ist in Europa fast 20 cm länger als in China nur um irgendwie durch den Crashtest zu kommen…und deswegen kosten Autos hierzulande mehr und nicht, weil die Hersteller in China weniger Marge machen würden.
      Also: Ein Volkswirtschaftlich attraktives Modell wäre ein Tempolimit in Deutschland…für die Hersteller wäre es aber fatal, weil eben z.B. chinesische Modelle von BYD und Co unverändert zu chinesischen Preisen hier angeboten werden könnten und da ja trotzdem nicht mehr Fahrzeuge gebraucht würden, die Umsätze europäischer Hersteller massiv einbrechen würden. Aber Firmen wie SAP, Bayer, Infineon, Telekom, Rewe, Vonovia oder Commerzbank könnten Firmenwagen halt deutlich günstiger einkaufen und damit Deutschland bzw. Europa generell als Standort attraktiver werden.

      Antworten
    • Jörg2 meint

      04.05.2026 um 21:06

      „Der BYD Dolphin z.B. ist in Europa fast 20 cm länger als in China nur um irgendwie durch den Crashtest zu kommen…“

      Es sind für den Fußgängerschutz andere Stoßfänger bei der EU-Version verbaut.
      Mit Crashtest hat das sehr wenig zu tun.

      Der Produktionskostenunterschied dürfte sehr gering sein. Die Marge in der EU erheblich. (In umgekehrter Richtung, Fahrzeuge deutscher Unternehmen in China, ist die Marge bescheiden.)

      Antworten
      • MK meint

        05.05.2026 um 17:04

        Achso, ob eine Bremse einen PKW von 180 km/h auf 0 herunterbremsen können muss ohne zu Überhitzen oder nur von 110 km/h macht also keinen Unterschied? Oder ob man bei entsprechenden Geschwindigkeiten Schlaglöcher wegfedern können muss? Und die ganze Aufregung 2024 über die „neuen“ Vorschriften, die dafür gesorgt haben, dass viele Fahrzeuge (z.B. VW up! oder VW T6.1 Transporter) in der EU nicht mehr verkauft werden dürfen: Alles nur heiße Luft und die Vorgaben sind für die Herstellkosten gar nicht relevant?
        Na, dann ist ja alles gut…

        Antworten
  3. eBikerin meint

    04.05.2026 um 11:45

    Der Unix 09 sieht echt gut aus. Könnte man ja das Design für Europa übernehmen.

    Antworten
  4. CJuser meint

    04.05.2026 um 11:41

    Also die ID. AURA und ID. ERA Modelle könnte man gerne auch hier anbieten. Die ID. UNYX Modelle sehen aber (eigene Meinung) potthässlich aus und die Studie JETTA X ist nur eine billige Dacia Kopie.

    Antworten
    • Steffen meint

      04.05.2026 um 16:25

      Der Aura sieht echt europatauglich aus, hatte ich vorher noch gar nicht gesehen (ist ja auch der falsche Markt).

      Antworten
  5. David meint

    04.05.2026 um 10:40

    Erst einmal sollte man sagen, die Statements waren anlässlich der Bilanz Pressekonferenz von VW zum Q1 gemacht worden. Dort hatte man ein Ergebnis von 3,3 % erzielt und war damit deutlich erfolgreicher als Tesla mit 2,1 % in gleichem Zeitraum.

    Ansonsten wurde exakt das Gegenteil von dem gesagt, was hier berichtet wurde. Natürlich prüft so ein seriöser Konzern im Rahmen seines Riskmanagements permanent alle Optionen. Aber defacto plant man nicht, irgendeines der China Modelle in Europa einzusetzen. Wenn die CMP Plattform fertig ist und in Produktion getestet werden kann, so dass man auch etwas über Fehlerraten und Nacharbeit aus der Praxis weiß, dann wird sie natürlich gegen jede bestehende Plattform gebenched. Ein Standardprozess und mehr ist auch nicht gesagt worden.

    Antworten
    • Fred Feuerstein meint

      04.05.2026 um 13:20

      „Dort hatte man ein Ergebnis von 3,3 % erzielt und war damit deutlich erfolgreicher als Tesla mit 2,1 % in gleichem Zeitraum.“
      Du hast ja schon mehrfach bewiesen, dass du keine Ahnung von BWL hast. Dass du dieses Feld jedoch immer wieder betreten möchtest zeigt jedenfalls eines: Du hast kein Problem damit dich zu blamieren. Schön, in der Realität wird das anders aussehen.
      An welcher Stelle hat denn Volkswagen 3,3 % beim Ergebnis erzielt? Wer vergleicht denn bitte eine Umsatzrendite mit einer Nettorendite? Ein Sozialpädagoge vielleicht.
      Die Umsatzrendite lag bei Tesla bei 4,2 %.
      Aber danke dass du einmal mehr gezeigt hast, dass du schlicht und ergreifend keine Ahnung hast, wie man Geschäftszahlen liest und einfachste Kennzahlen ausrechnet.
      Und ansonsten sehen die Volkswagenzahlen katastrophal aus, wieder ein Umsatzrückgang. Der Fahrzeugabsatz ist ebenfalls rückläufig. Ich weiß nicht wen du das als Erfolg verkaufen möchtest. Vermutlich ist das die Art von Erfolg die sich durch dein Leben zieht.

      Antworten
      • Future meint

        04.05.2026 um 14:41

        Manchmal habe ich den Eindruck, dass VW so viele Probleme hat, weil es dort zu viele »Davids« gibt, die diese katastrophalen Kennzahlen immer durcheinander bringen, weil noch etwas »Geld« gefunden werden muss für die Bonis.

        Antworten
      • Fred Feuerstein meint

        04.05.2026 um 16:27

        Ist ja auch schwierig, Umsatzrendite, Nettoumsatzrendite, Bruttorendite, EBITDA Rendite. Also da kann man als Sozialpädagoge schonmal durcheinander kommen.

        Antworten
  6. tutnichtszursache meint

    04.05.2026 um 10:38

    Es ist die Frage, wie sehr sich die Xpeng Plattform kürzen lässt, der Aura hat 3,03m Radstand und ist 5 Meter lang. So etwas braucht Europa nicht. Europa braucht Klein- und Kompaktwagen.

    Antworten
    • hu.ms meint

      04.05.2026 um 17:30

      Wirklich – und warum sieht man doch einige teslas mit 4,75 m ?
      Von MB- und BMW-BEV ganz zu schweigen.
      Und der ID.7 ist auch nicht kürzer…

      Antworten
  7. Gernot meint

    04.05.2026 um 10:37

    In China verkauft VW den Cupra Tavascan als ID Unyx 06. ID Unyx 08 und 09 sind letztlich Fahrzeuge von Xpeng. Design, Software, etc.: Nichts spiegelt einen typischen VW, weil es eben eigentlich auch keine VWs sind.

    Bei Audi läuft das gleiche Spiel. Neben Audi, der Marke mit den 4 Ringen, gibt es in China jetzt die Textmarke AUDI (in einer völlig anderen Schriftart, als dem gewohnten Audi-Schriftzug). Das sind Autos von SAIC, die in Design und Software auch nichts mit Audis gemein haben.

    Meines Erachtens ist Blume dabei, im Streben nach kurzfristigen Gewinnverbesserungen (und Boni für sich selbst) die Marken VW und Audi zu zerstören. Wenn Blume alles, was ihm billig unter die Finger kommt, als VW und Audi auf den Markt wirft, dann stehen VW und Audi für alles und nichts. Dann gibt es keine Markenidentität mehr.

    Genau der Markenwert, das Markenversprechen ist es aber, was bislang verhindert, dass VW völlig von den Chinesen überrollt wird. Wenn ich formal einen VW kaufe, aber eigentlich sowieso einen Xpeng, SAIC, FAW, JAC, sonstwas bekomme, dann kann ich auch gleich einen BYD, Polestar, MG, … kaufen.

    Auch bislang war bei den deutschen Marken VW oder Audi natürlich nicht alles deutsch, aber wenn Plattform, Entwicklung, Software, Produktion alles von Xpeng, SAIC, sonstwas kommt, was ist dann noch VW-typisch?

    Und noch schlimmer: Mercedes fährt seit Jahren genau diese Strategie bei Smart. Plattform, Entwicklung, Software, Produktion der Autos: alles von Geely. Alles aus China. Smart hat jede Markenidentität verloren. Und Mercedes fällt damit gerade brutal auf die Fresse. In China ist der Absatz 2025 gesunken. Im „Heimatmarkt“ Deutschland ist der Smart-Absatz 2025 trotz neuer Modelle um brutale 64% eingebrochen. Im ganzen Jahr 2025 konnte Smart in Deutschland nur 4.726 Autos verkaufen. Und Blume will genau das kopieren. Und in paar Jahren dürfen wir uns dann wieder anhören, dass die Löhne in Deutschland zu hoch sind, die Energie zu teuer und alles überreguliert ist und das es deshalb bei VW nicht läuft. Dabei geht es primär um Management-Versagen. Um kurzfristig Gewinne zu treiben, werden die Unternehmen ruiniert. Mal sehen wie lange es noch dauert, bis Porsche drauf steht, und Xiaomi oder Huawei drin steckt.

    Antworten
    • MK meint

      04.05.2026 um 13:15

      @Gernot:
      Sehe ich genauso. Bei Porsche hat man es auch im Konzern schon erlebt: Mit den SUV-Modellen und dem zweiten Werk in Leipzig hat man die Zahl der jährlich verkauften Fahrzeuge vervielfacht und kurzfristig Rekordgewinne gemacht…auch gestützt dadurch, dass man vom Kugelschreiber bis hin zum Hochhaus alles mögliche in Lizenz unter der Marke „Porsche“ vermarktet hat. Letztes Jahr hat man dann fast 10 Milliarden alleine auf den Markenwert abgeschrieben: Leute haben ja deshalb dafür bezahlt, weil sie dafür Teil eines „exklusiven Kreises“ geworden sind. Durch die massive Verbreitung war der aber plötzlich gar nicht mehr so exklusiv und der ein oder andere stellt fest, dass er keinen Porsche, sondern eigentlich einen Audi mit mehr Marge für den Konzern verkauft bekommen hat.
      Und wie Sie auch sagen: Wer weiß, dass er sowieso ein chinesisches Fahrzeug bekommt, kauft gleich das Original und hat kein Interesse daran, zusätzlich VW-Großaktionären wie dem Emirat Katar (17% der Stimmrechte) eine Dividende zu finanzieren.

      Antworten
    • Future meint

      04.05.2026 um 14:57

      Typische VWs in China sind Verbrenner. Dafür steht die Marke und deshalb werden sie dort gekauft. Das ist auch jetzt noch so. VW verkauft 2 Mio. Verbrenner im Jahr in China.
      Elektroautos von VW haben bisher überhauot keinen Markenwert im größten Automobilmarkt der Welt. Insofern ist es doch verständlich, dass VW hier die chinesische Technologie nutzt, um Marktanteile bei den Elektroautos zu generieren.

      Wenn VW jetzt merkt, dass die chinesischen VWs besser, schneller und viel billiger gelingen als in Europa, warum sollte der Konzern das nicht nutzen. Dann könnte VW auch Rivian fallen lassen und alles günstig mit den Chinesen realisieren, um endlich mal mehr als 10 Prozent Elektroautos zu bauen. Dem VW-Kunden ist es doch egal, woher die Technik kommt, wenn der Händler nicht weit weg ist.

      Antworten
      • Gernot meint

        04.05.2026 um 16:59

        Wenn den Kunden alles egal ist, so lange das richtige Markenemblem draufgebappt wird, warum sind die Smart-Modelle dann quasi unverkäuflich?

        Smart hat seine Identität völlig verraten, seine bisherige Zielgruppe verprellt und den China-Mist samt nervig-kitischigen, aber China-typischen Avatar will hier offenbar kaum jemand. Die Kunden machen nicht jeden Move zur Profitmaximierung mit. Auch Källenius hatte sich das in seiner Management-Einfalt so schon ausgedacht: Billig Plattformen in China abgreifen. Autos billig in China entwickeln lassen. Autos billigst in China fertigen lassen. Und die Autos dann als Premium-Kompakte mit fetter Marge in Deutschland verkaufen. Hach, wie werden Gewinne und Boni sprudeln.

        Kompletter Rohrkrepierer. Mal abgesehen davon, dass es schlicht Missmanagement ist, wenn man alles zu 100 Prozent auf die Karte China setzt, obwohl wachsende Handelskonflikte mit China seit Jahren das wahrscheinlichste Szenario sind. Die Risiken haben sich dann in Form der Strafzölle auch manifestiert und verhageln zusätzlich zu den desaströsen Verkaufszahlen die Bilanz.

        Antworten
        • Future meint

          04.05.2026 um 20:40

          Für die Smart-Fans kommt ja jetzt wieder der kleine Zweisitzer. Da ist doch die ganze alte DNA wieder drin. Angeblich hat Mercedes mit den Smarts früher nie Geld verdient. Warum sollten sie das also weiter tun, wenn es mit China eine bessere Lösung gibt, weil man die Plattformen nutzen kann. Das wird viele Kosten sparen.

    • hu.ms meint

      04.05.2026 um 17:33

      Na da bringt mal wieder einer die stark unterschiedlichen märkte und deren anforderungen erheblich durcheinander.
      China ist was ganz anderes als Europa !
      Für jeden hersteller – deshalb auch die stark abweichenden produkte und bezeichnungen.

      Antworten
      • Gernot meint

        05.05.2026 um 08:30

        Es geht in dem Artikel darum, dass VW überlegt, chinesische Autos nach Europa zu holen. Ich belege u.a. mit dem Beispiel Smart, dass das nicht so funktioniert, wie das Top-Management sich das in Rendite-Fieberträumen ausmalt. Du wolltest mit Deinem Kommentar nur mal Dein fehlendes Leseverständnis ins Schaufenster stellen oder was war die Intention?

        Antworten
        • hu.ms meint

          05.05.2026 um 20:02

          Falsch ! Holen kostet zoll !
          In china für china entwickelte BEV auch in europa für den europäischen markt zu bauen.

        • hu.ms meint

          06.05.2026 um 09:42

          Hey Gernot – lustig:
          oben steht nichts von „chinesischen autos nach europa holen“.
          Leseverständnis ? – ja bei dir.
          Es geht darum, in china entwickelte autos in europa zu bauen.
          Palim – palim – eine flache pommes frites bitte……

  8. CaptainPicard meint

    04.05.2026 um 10:10

    Ich hab bis heute nicht verstanden warum VW den ID.6 damals exklusiv für China angeboten hat. War doch von der Technik her einfach nur ein längerer ID.4 mit dritter Sitzreihe, quasi ein Tiguan Allspace. Wäre jetzt kein Bestseller geworden in Europa aber ein paar zehntausend Stück hätte man davon auch verkauft und das ohne großen Entwicklungsaufwand.

    Antworten
  9. F. K. Fast meint

    04.05.2026 um 09:45

    Chinesische Hersteller haben es in Europa schwer, ihre heimischen Modelle hier zu verkaufen. Umgekehrt genau so. Warum glaubt VW, ihre für chinesische Wünsche entwickelten Autos hier verkaufen zu können? IMHO sind die Ansprüche an Autos in China und Europa ziemlich weit auseinander, sodass Entwicklungen für den Zielmarkt sinnvoll sind.

    Antworten

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