Mazda verschiebt den Start seines ersten komplett eigenständigen Elektroautos um zwei Jahre auf 2029. Zugleich will der japanische Autobauer laut Automotive News die Investitionen in Stromer nahezu halbieren. Der Fokus soll stärker auf Hybriden und in China gefertigten elektrifizierten Produkten liegen.
CEO Masahiro Moro sagte dem Bericht zufolge, Mazda werde diesen Kurswechsel praktisch ohne Wertminderungen oder Abschreibungen bewältigen. „Wir haben diese Entscheidung getroffen, bevor wir angefangen haben. Bei reinen Batterie-Elektrofahrzeugen waren wir immer vorsichtig.“ Mazda gilt bei E-Autos als Nachzügler. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „bewussten Verfolger“. Als Gründe für den Rückstand werden ein begrenztes Forschungs- und Entwicklungsbudget sowie Vorsicht genannt.
Mazda plant nun drei neue Hybride im Zeitraum 2028 bis 2030. Hinzu kommt die Hybridversion des neu gestalteten SUV CX-5, die im kommenden Jahr erwartet wird. Diese Hybride sollen ein von Mazda entwickeltes System mit einem besonders mager laufenden Skyactiv-Z-Vierzylindermotor nutzen.
Moro sagte, die internen Bemühungen würden von E-Auto-bezogenen Arbeiten zurück zu Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeugen verlagert. Das eigene Hybridsystem bilde mit Skyactiv-Z eine Kombination aus Leistung und Effizienz.
In ausgewählten Märkten will Mazda die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen mit Produkten bedienen, die in China mit Changan Automobile entwickelt wurden. Diese in der Volksrepublik gebauten E-Fahrzeuge sollen unter anderem nach Europa, Australien und Südostasien exportiert werden. Mazda bezeichnet dies als Teil seiner Lean-Asset-Strategie.
Mazda hat seine China-Aktivitäten bereits als globales Exportzentrum für Elektroautos positioniert. So werden aktuell die Limousine Mazda6e und das SUV CX-6e nach Europa geliefert. Die Produktion des ersten eigenständig umgesetzten Vollstromers der Marke soll frühestens 2029 beginnen.
Die geplanten Investitionen in Elektrifizierung sinken bis 2030 von umgerechnet rund 10,8 auf 6,5 Milliarden Euro. Mazda plant nun Kapazitäten für jährlich 200.000 bis 250.000 E-Autos bis 2030. Das soll etwa 15 Prozent des weltweiten Volumens des Unternehmens entsprechen. Das neue Ziel liegt deutlich unter Mazdas ursprünglicher Erwartung, bis 2030 zwischen 25 und 40 Prozent seines weltweiten Absatzes mit Elektroautos zu erzielen.

Egon_meier meint
Ist es japanischer Starrsinn oder warum weigern sich die japanischen Konzerne so nachhaltig, dem weltweiten BEV-Trend zu folgen?
Andere Konzerne in Europa und Japan entwickeln die BEV-Strategie systematisch weiter und haben demnächst einen ganz schwer einzuholenden Vorsprung an Erfahrung, Plattformen, Fertigungsketten und Marktanteilen.
Marktbeobachtung und kluges Abwarten ist ok aber es scheint bald zu spät zu sein.
Oder haben sie keine Kohle um den Umschwung zu finanzieren? Zumindest für Toyota stimmt das nicht. DER Konzern ruht sich wahrscheinlich zu lange auf seinen Hybriden aus.
South meint
Mja, die Japaner sind wirklich mittlerweile abgeschlagen, vorallem die kleinen Klitschen wie Mazda haben vermutlich nicht mehr die Kraft das überstehen. Die heimischen Hersteller beginnen wenigstens sich langsam umzustellen. Gerade gelesen. Mercedes verkauft Stück für Stück die Autohäuser. Es hilft alles nix, die Welt wird sich nicht, sie hat sich schon verändert.
Die Hersteller müssen ihre Produktpalette schlank und effizient aufstellen, ihre Kosten in den Griff kriegen und sich konsequent auf marktgängige eAutos umstellen. Der Händler und die Werkstatt um die Ecke sind zum allergrößten Teil überflüssig. Gerne mal ein Showroom oder größere Werkstätte in Ballungszentren, den Rest dicht machen, anstatt zu versuchen, den Kunden heisse Luft anzudrehen und dabei noch nicht einmal was zu verdienen….
Matthias meint
Mazda könnte überleben wenn der kompakte Wankelmotor clever als Reichweitenverlängerer genutzt wird. Zumindest in China gibt es dafür Nachfrage. Bislang sind Rex-Kisten allerdings gescheitert, denn die echten E-Fahrer wollen keinen Auspuff, die Verbrenner-Fraktion will weder lahmen Motor noch Elektroschrott, und dazwischen gibt es wohl keinen tragfähigen Markt.
Auch Europa wird sich für die Elektrifizierung des Massenmarktes die (und der) Frage stellen müssen ob man ein Auto mit 70 kWh bauen will, oder lieber zwei mit 35 plus 35kW-Rex. Bekanntlich wachsen Akkuzellen nicht auf Bäumen, und auch nicht so recht in Fabriken die Europäern gehören.
Mäx meint
In China kommen eigentlich nur EREV auf den Markt welche mit großer 60/70/80kWh Batterie ausgestattet sind.
Es kann also nicht die Rede sein von 2x35kWh gegenüber 1x70kWh.
Diese EREV sind meistens auch >5m SUV welche mit extrem großer Batterie ausgestattet werden müssten um auf brauchbare Reichweiten zu kommen.
Daher gilt dort eher 2x70kWh gegenüber 1x 150kWh.
Was zum Teil aber eher preisliche oder packaging Gründe hat als Nachaltigkeit.
Wenn es möglich wäre, würde es das Fahrzeug mit 140/150kWh Pack geben.
In China ist es eher so, dass alles unterhalb von Mittelklasse einfach straight zu vollelektrisch übergeht und man im Luxusbereich mit EREVs kommt.
Dementsprechend sind auch die Anteile z.B. im April in China verteilt.
Von den NEVs sind 9% EREV (Tendenz gleichbleibend), 22% PHEV (Tendenz eher sinkend) und 68% BEV (Tendenz gleich bis steigend).
Das sind nun mal die Fakten.
South meint
Schlicht Quatsch, und dafür muss man wirklich nicht viel denken können oder sogar lesen würde helfen, denn dazu gibts ja genug Artikel.
Die BEV Käufe sind mittlerweile auf 32,7% an den Neuzulassungen angestiegen. Damit steigt ja der Bestand an eFahrzeugen an. Oder ganz einfach ausgedrückt, immer mehr Kunden ersetzen einen Verbrenner durch ein eAuto. Es kann also gar keinen eingeschworenen eFahrer geben, der quasi aus Prinzip ein eAuto kauft, sondern es ist eine aktive Entscheidung.
Und zum Zweiten. Mit dem Argument dürfte es ja fast keine PHEV geben und auch das ist ja offensichtlich falsch, kenne jetzt nicht jede Zahl auswendig, aber da reden wir ja auch noch von 10-15%.
In Kürze. Es gibt keinen eingeschworenen eFahrer Kreis, das eAuto verdrängt schlicht den Verbrenner.
Gut und Wankelmotor. Alter. Der hat sich nie durchgesetzt, da bringt denen gar nix, auch nicht als REX. Das gleiche wie bei BMW Carbon. Hat man entwickelt, war aber ein Rohrkrepierer und man hofft irgendwann, dass das Geld doch nicht zum Fenster rausgeworfen wurde.
Aber hey, welcher Motor als REX drin ist, völlig wurscht… denn braucht man nur als Reichweitenverlängerer….im Grunde eine Notstromaggregat. Das setzt sich nur nicht durch, weil man sich den spätestens beim nächsten Autokauf einfach spart, weils den technisch nicht mehr braucht. eAutos sind heute schlicht um längen besser als früher…
South meint
… und eine Radgruppe sind eAutos schon lange nicht mehr. Mit BEV und PHEV, da reden wir von der HÄLFTE des Marktes. HEUTE. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen… und das wird sich ordentlich in den Bestand fressen…
Dirk meint
Hat das irgendwie System, dass die alten Verbrenner-Grössen allesamt zu langsam sind, um so einen Wandel mitzumachen?
Dann geht es Mazda vielleicht so wie Nokia.
David meint
Das würde ich nicht überstürzen. Da sollte man technologieoffen bleiben.
Dunkel-O meint
Ich hatte in meinem Leben drei Mazda’s hintereinander: 121, Demio und Premacy. Wobei der erste, die türkisfarbene Knutschkugel damals ein Hingucker war.
Nun fahre ich seit 10 Jahren elektrisch und wie es aussieht werde ich mir ein Mazda wohl nicht mehr kaufen.
Simon meint
Es gab so viele schöne Mazdas mit echt hochwertig kopieren Audi Innenräumen. Jetzt wo besonders Audi Innenräume auf Dacia Niveau anbietet hätte Mazda ein Alleinstellungsmerkmal, aber nur ein Elektroauto mit teils schlechter Technik. (Großer Akku)
Dunkel-O meint
Ich hatte in meinem Leben drei Mazda’s hintereinander:
121, Demio und Premacy. Wobei der erste, die türkisfarbene Knutschkugel damals ein Hingucker war.
Nun fahre ich schon seit 10 Jahren elektrisch und einen Mazda werde ich mir wie es aussieht wohl nicht mehr kaufen.
Gasbremse meint
Vorsicht Mazda: Aus einem „bewussten Verfolger“ wird heutzutage schnell ein bewusstloser Pleitier.
Simon meint
Man kann viel über VW kritisieren aber der Weg mit der MEB Plattform war eine gute Sache. Die Japaner und Stelantis sind da weit entfernt
F. K. Fast meint
Ich bin auch der Meinung, dass japanische Hersteller (ausser Nissan) das Elektrozeitalter voellig verschlafen haben. Toyotas BEV-Versuche (manchmal nur als optische Variante eines chinesischen Fahrzeuges) sehen auch aus wie „man muss zwar, will aber nicht“. Irgendwie schade um sie. Frueher hatten sie tolle Autos.