Die Berater der Boston Consulting Group (BCG) sehen den globalen Markt für elektrische Antriebe regional stark auseinanderlaufen. In China erreichte der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) 2025 rund 34 Prozent, nachdem er 2024 bei 27 Prozent gelegen hatte. Die BEV-Verkäufe stiegen in der Volksrepublik von 6,668 auf 8,353 Millionen Fahrzeuge. Europa erhöhte den BEV-Anteil im selben Zeitraum von 14 auf 18 Prozent, während er in den USA bei 8 Prozent blieb und das Verkaufsvolumen um 2 Prozent sank.
Unter Einbeziehung von Plug-in-Hybriden (PHEV) kamen BEV und PHEV 2025 in China auf 52 Prozent der Verkäufe (12,903 Mio.), nach 45 Prozent im Vorjahr. In Europa stieg ihr gemeinsamer Anteil von 21 auf 27 Prozent, das Volumen nahm um 33 Prozent auf 4,1 Millionen Fahrzeuge zu. In den USA sank das gemeinsame Volumen um 5 Prozent auf 1,55 Millionen Fahrzeuge und der Anteil von 11 auf 10 Prozent.
Für die USA beschreibt BCG einen vorwiegend nachfragegetriebenen Markt mit begrenztem regulatorischen Druck und erhöhter politischer Unsicherheit. Das BEV-Angebot konzentriert sich demnach auf Fahrzeuge oberhalb von 50.000 US-Dollar, dieser Preisbereich steht für rund 30 Prozent der gesamten US-Nachfrage. Hersteller priorisieren margenträchtigere Hybride und erweitern ihre BEV-Portfolios schrittweise.
China, Europa und USA mit unterschiedlicher Dynamik
In Europa bleiben die CO₂-Ziele bestehen, zugleich sind Mechanismen zur Übertragung von Emissionsgutschriften zwischen Jahren sowie Supercredits für kleine Elektroautos ein Thema. Ein Kommissionsvorschlag passt das Ziel für 2035 auf eine Emissionsminderung von 90 statt 100 Prozent gegenüber 2021 an. BCG erwartet außerdem, dass Ziele für große Unternehmensflotten die langfristige BEV-Nachfrage beeinflussen. Elektroautos führen in Europa, während Hybride wieder an Dynamik gewinnen.
China wird als strukturell von Plug-in-Fahrzeugen geprägt beschrieben, die 2025 mehr als die Hälfte der dortigen Fahrzeugverkäufe ausmachten. Bei rein batterieelektrischen Modellen wurde in den meisten großen Segmenten eine Preisparität zu Verbrennern erreicht. Der BEV-Markt wird stark von lokalen Herstellern bestimmt, wobei Geely den Abstand zum Marktanteilsführer BYD verkleinert.
Für den weltweiten Neuwagenmarkt lautet die Prognose: BEVs sollen bis 2035 mehr als 50 Prozent der globalen Verkäufe erreichen. Das Basisszenario beziffert den BEV-Anteil 2030 auf 33 Prozent und 2035 auf 55 Prozent. Zugleich sinkt der Anteil von Verbrennern von 67 Prozent im Jahr 2025 auf 23 Prozent im Jahr 2035. Bei den weltweit betriebenen leichten Fahrzeugen (ohne schwere Transporter) liegt der prognostizierte BEV-Anteil 2035 dagegen bei 22 Prozent.
Regional prognostiziert BCG für 2030 einen BEV-Anteil von 59 Prozent in China, 42 Prozent in Europa, 17 Prozent in den übrigen Märkten und 11 Prozent in den USA. Für 2035 weist das Modell der Analysten einen BEV-Anteil von 82 Prozent in China, 86 Prozent in Europa, 21 Prozent in den USA und 35 Prozent in den übrigen Märkten aus. Aus den betrachteten EU-Regulierungszielen ergibt sich für 2035 zudem ein erforderlicher BEV-Mindestanteil von rund 86 Prozent.

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