Im oberen Preissegment haben Autos mit Verbrennungsmotoren nach Einschätzung von Werner Tietz, Entwicklungsvorstand des Volkswagen-Konzerns, weiterhin eine Zukunft. Vor allem im Premium- und Luxussegment gehe es häufig um ikonische Modelle, die die Identität der Marken prägten. „Der Verbrenner hat vor allem im Premium- und Luxussegment weiterhin eine Zukunft“, so Tietz im Gespräch mit Auto Motor und Sport.
Auch international bleiben Verbrenner nach seinen Angaben in vielen Märkten gefragt und ein relevantes Geschäft. Tietz betont: „Entscheidend bleibt die Kundenperspektive.“ Die Nachfrage unterscheide sich je nach Weltregion.
In Europa erwartet Tietz bei Verbrennern in den Volumensegmenten perspektivisch einen Rückgang. Dem Volkswagen-Konzern sei es bereits in den vergangenen Jahren gelungen, sein Verbrenner-Portfolio merklich zu straffen. Gleichzeitig seien die E-Auto-Bestellungen in Europa um 50 Prozent gestiegen, inzwischen sei fast jede dritte Bestellung ein Elektrofahrzeug.
Volkswagen will deshalb seine Verbrenner-Kapazitäten in Europa schrittweise anpassen. China bewege sich klar in Richtung Elektro und sogenannte Range-Extender-Elektrofahrzeuge. Die USA blieben dagegen stärker von Plug-in-Hybriden und Verbrennern geprägt.

CaptainPicard meint
Die USA blieben dagegen stärker von Plug-in-Hybriden und Verbrennern geprägt.
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Wie kommt man immer auf so seltsame Aussagen?
Gerade mal 1,4% der neu verkauften Autos im zweiten Quartal in den USA waren Plugin-Hybride. Dem gegenüber standen 6% BEV. Ja, der Verbrenner wird dort noch lange dominieren aber warum erwähnt man ausgerechnet PHEV als relevant wenn es das laut Verkaufszahlen absolut nicht ist?
David meint
Das ist so. Immer noch sind zwei Drittel aller verkauften Fahrzeuge Verbrenner und vor allen Dingen die allerteuersten sind Verbrenner. Das mag in 15 Jahren anders sein, das magst du gern in zehn Jahren anders sein. Nur sind wir jetzt im Jetzt Und wenn sich heute ein Influencer vom eigenen Geld für 200.000 € Cash einen 911 kauft, warum sollte man ihm den nicht verkaufen?
Wenn es natürlich weniger Verbrenner werden, dann werden auch die Typen zusammen gestrichen. Ebenso werden die Fahrzeuge leiser und die Motoren kleiner. Das hat mit der EU Gesetzgebung zu tun. Bei Mercedes gibt es jetzt im regulären Angebot keinen Zwölfzylinder mehr für Europa. Es ist also nicht so, als ob bei den Verbrenner Fans nicht langsam durchsickert, das ist blöder wird.
Und so ist das auch genau richtig. Die Elektroautos werden mit jedem Jahr attraktiver, und die Verbrenner werden mit jedem Jahr unattraktiver. Da läuft also eine weitere Schere auseinander, wie sie dieses Jahr bei den Betriebskosten plötzlich wahrnehmbar wurde. So funktioniert eine Tranformation.
Gernot meint
Überall auf der Welt mit Ausnahme der USA boomen BEV. Früher wurde gern behauptet, dass gerade Entwicklungs- und Schwellenländer noch lange Verbrenner fahren werden. Das war immer falsch und zeigt sich jetzt. Mit Ausnahme der selbst Öl fördernden Länder wie Nigeria und Angola kostet Sprit auch in den meisten Entwicklungsländern um 1,50 Euro/Liter. Und das bei einem dort drastisch niedrigeren Einkommensniveau. PV-Strom ist dagegen noch viel billiger als bei uns. Wer jemals in Afrika unterwegs war: Es gibt genügend Gegenden, da ist die nächste Tankstelle 100 oder 200 km entfernt. Das Stromnetz aber auch. Statt teuer Tankstellen- oder Strominfratsrtuktur auszubauen, kann man paar PV-Panel und Batterien aufstellen, damit ein Dorf mit Strom versorgen und da auch E-Autos aufladen. 100 km mit dem Verbrenner-Hilux triggern dann ca. 12 Euro an Energiekosten. 100 km mit dem Elektro-Hilux kosten 1 Euro.
Während VW in Europa bei BEV aufgrund der Zölle noch stark ist, verliert VW überall im Rest der Welt die Märkte an die Chinesen. In Indien haben sich die BEV-Zulassungen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. BYD bietet dort 4 vollelektrische Modelle an. VW null.
Auch in den USA werden Elektroautos bald wieder boomen. Das gilt selbst dann, wenn auf Trump eine weitere republikanische Hohlbirne folgen sollte. Die Vorteile der Elektromobilität sind zu groß. Die ökonomische Realität kann auch ein Präsident nicht dauerhaft verzerren.
Wenn VW glaubt, dass Verbrenner in 5 Jahren noch wichtig sind, dann gute Reise … in die Geschichtsbücher.
Futureman meint
Auf einen Markt zu setzen, der jedes Jahr 20% schrumpft und das bereits jetzt und nicht irgendwann in der Zukunft, zeigt die Weitsicht von VW.
Klar gibt es immer irgendwo auf der Welt alte Männer, die unbedingt ein BrumBrum-Auto haben wollen. Aber der größte Wachstumsmarkt ist nun mal E-Mobilität und da schafft es VW aktuell nur in Europa nennenswerte Anteile zu bekommen.