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Wer lädt wie? Studie teilt E-Auto-Fahrer in vier Gruppen

27.08.2026 in Aufladen & Tanken, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 9 Kommentare

Bild: VW (Symbolbild)

Lange stand die Elektromobilität für einen ziemlich einheitlichen Fahrertyp: technikaffin, ökologisch orientiert, intrinsisch motiviert und sehr gut informiert. Die neue „EV Charging Persona Study 2026“ von UScale zeigt laut den Marktforschern, dass dieses Bild heute nur noch einen Teil des Markts beschreibt.

Für die Auswertung wurden im Juni 2026 über 1000 Elektroauto-Fahrer in Deutschland zu ihren Werten, Einstellungen und ihrem Ladeverhalten befragt. Das Ergebnis: Der Markt hat sich in vier grundverschiedene Lade-Personas ausdifferenziert.

Bereits in der Vorgängerstudie 2024 hatte UScale den „Öko-Techie“ als mit Abstand größte Gruppe unter den E-Auto-Fahrern identifiziert: „begeistert von der Kombination aus Technik und Ökologie, mit hohem Vertrauen in Expertenmeinungen, aber wenig Interesse an Individualisierung oder persönlichem Service“. Die neue Studie zeigt, dass sich um ihn herum vier sehr unterschiedliche Käufertypen etabliert haben.

Der „pragmatische Informationssucher“ steht dem Öko-Techie am nächsten: Er recherchiert viel selbst und lässt sich nicht von Markenversprechen beeindrucken. Der „statusorientierte Komfortkäufer“ legt dagegen viel Wert auf Marken und Komfortmerkmale. Der „entspannte Einsteiger“ trifft Entscheidungen eher aus dem Bauch heraus und vertraut den Empfehlungen Dritter. Für den „kostenbewussten Alltagsfahrer“ zählt schließlich fast ausschließlich der Preis.

Was das für Anbieter bedeutet

Ladehäufigkeit, Infrastrukturbedarf und Preissensibilität unterscheiden sich zwischen den vier Gruppen deutlich – und damit auch, wie lohnend sie für Energieversorger, Ladepunktbetreiber und Automobilhersteller seien, so die Studienautoren. Manche Gruppen würden viel fahren, überall laden und ein gutes Angebot mit Treue honorieren. Andere tankten selten Strom, recherchierten kaum und entschieden stärker über den Preis. Für die gesamte Ladebranche lohne sich deshalb ein genauer Blick darauf, welche Persona hinter welchem Ladeverhalten steckt, bevor Angebote, Preise und Kommunikation geplant werden.

Ein einheitliches Angebot für alle E-Auto-Fahrer funktioniere damit immer weniger, meint UScale. Manche Gruppen erwarteten Auto, Wallbox und Ladevertrag am liebsten individuell und aus einer Hand und honorierten eine überzeugende Marke mit Treue. Andere ließen sich zwar leicht für ein neues Angebot begeistern, wechselten aber genauso leicht wieder, sobald ihr Umfeld etwas anderes empfiehlt. Wieder andere vertrauten lieber der eigenen Recherche als jedem Werbeversprechen, während für einen Teil des Markts am Ende vor allem der Preis entscheide, unabhängig davon, wie das Angebot verpackt ist.

„In den Daten spiegeln sich der Hochlauf der Elektromobilität und die damit einhergehende Verschiebung der Käufersegmente“, sagt Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von UScale. „Je breiter der Markt wird, desto weniger trägt das Bild des einen typischen E-Auto-Fahrers. Wer seine Kommunikation und Produkte nicht an dieser Ausdifferenzierung ausrichtet, kommuniziert im schlimmsten Fall an seiner Zielgruppe vorbei und verbrennt Budget bei denen, die am schwersten erreichbar sind.“

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Via: UScale

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Hans Meier meint

    27.08.2026 um 14:07

    Sinnlose Studie, Laden sollte einfach sein. Wenig Technik-Kram, gute Zuverlässigkeit. Baut einfach an jede grössere Tankstelle ein Schnellader mit Münzautomat oder Kredit/Debit-Karte hin und lasst die Kosten vom Benzin/Dielselfahrer quersubventionieren bis die Säule abbezahlt ist. Steht die Säule -> Säule ins Lade-Verzechnis hochlanden -> Job done.

    Antworten
    • ChriBri meint

      27.08.2026 um 15:14

      Alles nett, aber bei allem Respekt: der Hinweis auf den Münzautomaten zeigt einmal wieder mehr, wo Deutschland steht.

      Antworten
      • South meint

        27.08.2026 um 19:42

        Hihihi, mir ging das gleiche durch den Kopf. Kann ich auch nen Sack Getreide oder Hühner oder Kühe eintauschen?
        Wobei man faireshalber sagen muss, dass man das immer so gern nur den Deutschen anlastet … schau mal zu den Mautstationen nach Italien…. kein Deut besser…. das sitzt sogar ein drin, der tatsächlich noch Bar abkassiert.
        Im Ernst. Wie halt bei jedem Bäcker auch, Karte oder Smartphone dranhalten… fertig…

        Antworten
      • Hans Meier meint

        28.08.2026 um 09:55

        Ich hatte früher (als EV’s noch für wirkliche EA war) mal eine Steckdose an einem Parkplatz mit Münzeinwurf. Münzen einwerfen, KWh werden angezeigt, Kiste lädt solange KWh vorhanden. Keine Internetverbindung erforderlich, keine App, nix. KISS Prinzip. Und nein, der Parkplatz war nicht in Deutschland ^^ aber ich hatte damals ab und zu auch Deutsche Autos drauf gesehen. Der Strom war übrigens nicht viel teurer als aus der Dose zuhause.

        Antworten
  2. Der1210er meint

    27.08.2026 um 10:32

    Also wenn ich meinen Senf dazugeben dürfte, ganz ohne Studie. dann gibt es nur drei Typen:

    Es gibt Heimlader. Die zeigen den öffentlichen Säulen gepflegt den Mittelfinger. Weil es daheim einfach billiger oder sogar umsonster ist. Diese laden nur im Notfall auf Langstrecke extern und recherchieren optional vorher, wo es den Saft am billigsten gibt.

    Berufsfahrer mit Ladekarte: Die Laden wo immer es sich gerade anbietet. Ohne auf den Preis zu achten. Ggf. haben die zuhause auch gar keine Lademöglichkeit.

    Privatfahrer ohne eigene Lademöglichkeit. Auch die gucken sich an, wo sie den Saft am preiswertesten bekommen. Laden dort bevorzugt. Ist die Säule belegt oder defekt, wird die nächst teurere Option angefahren.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es den „Ich kaufe meine Chipstüte bei Aral“-Typen auch bei E-Autos gibt. Zumindest noch nicht. Also den, der wie die Motte einfach nur ein Licht sieht und sich dann dahin begibt um sich an dem „Ladeerlebnis“ zu ergötzen. Ohne auf finanzielle Konsequenzen zu achten.

    Aber wer bin schon ich mit meiner Meinung.

    Antworten
    • Jörg meint

      27.08.2026 um 14:13

      Mit deiner Einteilzng kann ich mich anfreunden.
      Ich selbst gehöre zur dritten Gruppe.

      Antworten
    • ChriBri meint

      27.08.2026 um 14:34

      Nein, ich denke deine Meinung hat schon viel für sich, ich würde auch so oder ähnlich differenzieren. Was bislang aber vollkommen unbeachtet ist in Deutschland, was es im Ausland viel stärker gibt, ist die Kombination Verkauf Auto mit Wallbox mit Stromtarif, das all in Paket. Das wird im Ausland gerne angeboten mit entsprechender Bindungswirkung (gegebenenfalls auch mit externer Ladekarte) und ist hier in Deutschland, warum auch immer, noch überhaupt nicht verbreitet.

      Antworten
    • F. K. Fast meint

      27.08.2026 um 15:51

      Dieser 3er Unterteilung kann ich auch gut zustimmen. Wen interessiert die Marke des geladenen Stroms? Die Quelle vielleicht, aber nicht die Marke.

      Wer weiss, wieviele Marketingexperten da wieder Meetings mit Powerpoint-Präsentationen abhalten und ihre Persona-Expertise zeigen konnten…

      Antworten
    • South meint

      27.08.2026 um 20:45

      Naja, meine Unterteilung wäre eher eine andere… wer nicht unbedingt eine kostenlose Ladekarte hat, der wird ja sowieso daheim oder in der Arbeit jedem externen Lader vorziehen. Ich würde das eher an der Zeit festmachen…
      a) die ersten BEV Kunden waren technik- und ökologisch affine Kunden. Die nehmen auch mal eine umständlichere Ladelösung, kleineren Accus, langsameres Laden hin und es muss sich auch nicht unbedingt rechnen.
      b) die zweite Gruppe, die gerade in den Markt Eintritt, ist eher pragmatisch. Es muss sich ungefähr rechnen und keine großen Einschränkungen haben. Hier muss alles sein Mittelmaß haben, Accu, Ladeleistung, Preise… nicht das beste aber es muss zum Alltag passen. Immer noch viele Heimlader darunter oder eben auch eZweitwagenfahrer.
      c) die zeitlich dritte Gruppe geht keine großen Kompromisse ein. Es muss funktionieren wie beim Benziner/Diesel halt auch. Da muss das eAuto 800V haben oder sogar mehr, nen großen Accu und für Laden muss einfach und relativ günstig gehen.
      Das ist ja genau mein Punkt. Diese Gruppe will keine App/Abbo oder sonstiges Gewirr und auch keine große Einschränkung von Reichweite. Das Auto muss passen. Punkt. Oder ich fahre lieber weiter Verbrenner.
      –> das ist übrigens die breite Masse
      –> da gehörten auch die Mieter und/oder ohne Stellplatz dazu
      –>und witzigerweise auch die Luxussegmente.
      Diese Gruppe kann oder will keinen Kompromiss eingehen.
      d) Kunden welche kein Interesse an eAutos haben, entweder weil sie eAutos und deren Zweck prinzipiell ablehen oder kein technisches Vertrauen haben oder weil sie sich einfach nicht mehr umstellen wollen. Die stellen sich, wenn überhaupt, erst um, wenn der Verbrenner quasi unerträglich wird oder verboten wird.
      Ich finde eine chronische Einteilung irgendwie logischer, ist auch eher üblich (early adopters, early majoriy, late majority und laggards)…
      Meiner Meinung nach treten wir in ein historische Phase ein, wir befinden uns von Übergang von der early zur late majority. eAutos sind zwar schon länger „Masse“, aber wir nähern uns in großen Schritten, wo sich bald die Mehrheit der Käufer sich für BEV entscheiden… übringens ob jetzt ein zwei Jahre früher oder später…. wurscht…

      Antworten

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