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Gebrauchte E-Autos werden zum europäischen Exportgeschäft

09.09.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 15 Kommentare

GWM-Ora-3

Bild: GWM

Der europäische Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge ist derzeit noch unterentwickelt, obwohl bereits mehr als jeder fünfte Neuwagen in Europa rein elektrisch fährt. Dies führt zu einer verstärkten Internationalisierung im Handel, wovon vor allem große B2B-Auktionsanbieter profitieren, berichtet die Automobilwoche.

„Wir wachsen deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Das gilt insbesondere für das Geschäft mit E-Autos,“ sagte Denis Belan, Deutschlandchef der B2B-Sparte von Auto1, dem Branchenportal. Bei Auto1 stieg das europaweite Handelsvolumen mit gebrauchten E-Autos demnach im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 200 Prozent, in Deutschland sogar um 225 Prozent. Im Gegensatz dazu nahmen die Besitzumschreibungen von batterieelektrischen Fahrzeugen hierzulande im ersten Halbjahr lediglich um 72 Prozent zu.

Drei Viertel der über Auto1 gehandelten E-Autos werden exportiert. Gründe für den hohen Exportanteil sind nach Angaben von Belan Lücken und kurzfristige Überangebote auf den lokalen Märkten. Viele gebrauchte Elektroautos stammten derzeit aus dem gewerblichen Bereich, da private Besitzer ihre Fahrzeuge meist länger halten. Ein Anstieg durch private Rückläufer werde erst um 2030 erwartet.

Im gewerblichen Sektor können große Mengen identischer Fahrzeuge, etwa durch Leasingrückläufer, gleichzeitig auf den Markt gelangen. Da lokale Märkte solche Angebotsspitzen oft nicht aufnehmen können, werden die Fahrzeuge über Auktionsanbieter wie Auto1, BCA oder Autobid europaweit verteilt. Im zweiten Quartal war das meistgehandelte Modell bei Auto1 in Deutschland der Ora 3 von Great Wall Motors, obwohl zu Beginn des Jahres nur knapp 5800 Exemplare des China-Elektroautos in Deutschland zugelassen waren.

Deutschland nimmt als Abnehmer für gebrauchte Elektroautos eine untergeordnete Rolle ein und belegt im Ranking der Zielländer für elektrische Fahrzeuge den siebten Platz, hinter Ländern wie Rumänien und Portugal. Die meisten Fahrzeuge von Auto1 gehen nach Frankreich, Spanien oder in die Niederlande. Zudem gehören Ungarn und Polen zu den Top Ten.

„Die osteuropäischen Länder holen bei E-Autos rasant auf“, sagte Belan der Automobilwoche. Deutsche Verbraucher hätten bei gebrauchten elektrischen Autos noch immer viele Vorbehalte. Das ändere sich erst jetzt mit den Preissprüngen an Zapfsäulen.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: Europa, GebrauchtwagenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. MK meint

    09.09.2026 um 14:30

    Spannend bei so einer Aussage wäre ja das Verhältnis zu dem Exportanteil gebrauchter Verbrenner: Z.B. gehen die meisten Mietwagen von Sixt, Europcar und Co schon nach 6 bis 12 Monaten ins Ausland…das ist seit Jahrzehnten so, weil deutsche Kunden nur ungern Ex-Mietwagen kaufen. Also konkret gefragt: Schaut man z.B. auf die 2jährigen Fahrzeuge, die exportiert werden: Ist da der BEV-Anteil aktuell höher als der BEV-Anteil unter den Neuzulassungen vor 2 Jahren oder niedriger oder gleich hoch? Ohne dieses Verhältnis ist die Aussage wertlos.

    Antworten
    • M. meint

      09.09.2026 um 20:39

      Na, wenn man mal sieht, wie manche mit ihrem Leasingfahrzeug umgehen („nach mir die Sintflut“), ist das eigentlich nicht vorstellbar, dass das bei Mietwagen pfleglicher laufen wird.

      Antworten
      • MK meint

        10.09.2026 um 15:38

        @M.
        Eben…ich habe mal einen Ex-Mietwagen gekauft…und eigentlich gute Erfahrungen gemacht, aber Freunde und Kollegen haben mich allesamt für bekloppt erklärt, dass ich das getan habe…trotz des überragend billigen Preises.

        Antworten
        • Jeff Healey meint

          10.09.2026 um 18:34

          Möchte ich für meinen Teil sehr gerne bestätigen: Wir haben einen Irrsinns-Schnapper mit einem ex-Mietwagen gemacht, kaum Kilometer auf der Uhr, sehr guter Zustand, für einen Mini-Preis.
          Es kann sich lohnen da mal genauer hinzuschauen. Neu hätte ich mir den nicht leisten können.

        • M. meint

          10.09.2026 um 19:41

          Na, dann drücke ich die Daumen.
          Man kann ja auch mal Glück haben.

        • MK meint

          11.09.2026 um 09:45

          @M:
          Mittlerweile habe ich den ja längst durch einen direkt neu ab Werk gekauften Elroq ersetzt. Aber davor hat er mich fast 120.000 km gut durchs Land gebracht. Dann hat ihn halt das übliche Verbrenner-Problem ereilt: Der anstehende Ersatz von Verschleißteilen wie Zahnriemen, Bremsen, Ölwechsel usw. haben alleine für einen „wirtschaftlichen Totalschaden“ gereicht. Tatsächlich war das beste Angebot, was ich noch bekommen habe für das Fahrzeug (Skoda Rapid, 7 Jahre alt) vom Händler, weil ich da auch den Neuwagen gekauft habe und der mir wahrscheinlich nicht sagen wollte, dass ein 7 Jahre alter Skoda wertlos sein könne ;) Waren dann gigantische 800 €…andererseits: Der reine Wertverlust lag durch die Mietwagen-Vorgeschichte bei unter 10 ct pro km. Dafür müsste mein Elroq jetzt über 400.000 km durchhalten. Ich denke also: So billig (nur auf den Wertverlust bezogen, nicht auf die energiekosten ;) ) wie mit dem Ex-Mietwagen werde ich wohl nie wieder fahren.

        • M. meint

          11.09.2026 um 14:20

          Ich kenne die Details jetzt nicht, aber nachdem, was ich auf die Schnelle bei mobile finde, sollte sowas ca. 10k€ wert sein, und das wäre dann kein wirtschaftlicher Totalschaden.
          Gut – langfristig ereilt das Schicksal jeden Verbrenner, wenn nur Laufleistung und Benzinpreis hoch genug sind.
          Aber meine Mutter fährt einen uralten Polo, vielleicht 1000 km/Jahr. Spritkosten uninteressant, Werkstattkosten 100€/ Jahr (gemittelt). Ich wollte ihr trotzdem schon 10x ein BEV unterschieben, aber sie will nicht. Mit dem Drehmoment eines (z.B.) i3 käme sie auch nicht klar ;-)
          Und ehrlicherweise ist es auch ökologisch nicht sinnvoll, jedes BEV kann in anderer Hand mehr fahren und mehr CO2 sparen.

        • MK meint

          11.09.2026 um 17:29

          @M:
          Da kommen halt ein paar dinge dazu: Die vielen Kilometer (die 120.000 waren ja nur mein Anteil nach der Autovermietungskarriere…), dass es ein Re-Import war, der einige Extras nicht hatte, die in Deutschland Serie waren (z.B. die größere Heckscheibe). Dass man da Ex-Autovermietungsauto keinerlei Infos darüber hatte, ob es ein Unfallwagen war oder nicht, der auch als „Neuwagen“ nie eine Inspektion nach Herstellervorgaben in den Büchern hatte und der schon aus der Autovermietungszeit Kratzer hatte, die halt langsam das rosten angefangen haben…und zwar nicht auf einem Karosserieteil, sondern quasi auf allen, dass die Reifen auch hätten ausgewechselt werden müssen, TÜV und AU (letzteres ist noch so etwas, was es beim BEV nicht gibt…) waren fällig usw.
          Was Sie nennen scheint außerdem eher ein Händlerverkaufspreis inkl. z.B. 19% Mehrwertsteuer und Garantie, die ein Gebrauchtwagenhändler geben muss. Als Privat-Verkäufer an den Händler haben Sie schon richtig gut verhandelt, wenn Sie 60% davon bekommen.
          Alles zusammen hat bei mir ergeben, dass ich nach einer Reparatur für rund 4.000 € vielleicht 3.000 € für das Fahrzeug bekommen hätte. Da fand ich 0 € investieren und nur 800 € bekommen irgendwie besser.
          Zumal sich z.B. das Getriebe je nach Wetter beim Einlegen des Rückwärtsgangs angehört hat, als würde man es grade zerstören…wer weiß, wie lange das noch gemacht hätte (noch ein Verbrenner-Problem…). Da geht es dann ja nicht nur um die möglichen Kosten für einen Getriebewechsel, sondern auch darum, dass ich als Vielfahrer einfach ein absolut zuverlässiges Auto haben und mich nicht plötzlich irgendwo auf dem Seitenstreifen wieder finden will.
          Das ist dann auch einer der Punkte, warum ich dieses Auto niemals an eine Privatperson verkauft hätte: Ich hätte dabei kein gutes Gewissen gehabt.

        • MainTower meint

          12.09.2026 um 10:45

          Bei uns ähnlich. Der Yaris Diesel meiner Mutter ist 23 Jahre alt und noch top in Schuss. Kat für die grüne Plakette wurde nachgerüstet. Mehr als 600 km im Jahr fährt sie damit nicht, sie will auch kein anderes Auto mit ihren 87 Jahren.

  2. M. meint

    09.09.2026 um 14:27

    Das Standzeug im Bild ist hervorragend für den Export aus Deutschland geeignet – wenn auch nur wenige hundert Male, aber dann wären sie weg und müssten nicht immer umständlich aus den Suchergebnissen gefiltert werden.
    Ein paar Elatris würde ich auch noch empfehlen.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      09.09.2026 um 17:11

      Die fuffzich in Deutschland verkauften Aiways sind bestimmt auch schon irgendwo im Ausland als Batteriespeicher an irgendwelchen Kellerwänden geendet…😬

      Antworten
      • M. meint

        09.09.2026 um 20:37

        Vielleicht sind die noch hier. Als Batteriespender sind die auch hier gut zu gebrauchen. Und der Rest auf den Ersatzteilmarkt, den der Hersteller nicht mehr bedient.
        Gute Idee! 👍

        Antworten
        • Jeff Healey meint

          10.09.2026 um 18:26

          Zehn Prozent des Gewinns an mich, für die Geschäftsidee….🤩

        • M. meint

          11.09.2026 um 14:22

          Für einen solchen Anteil stehen schon zu viele Batteriemodule auf Kleinanzeigen. ;-)

        • Jeff Healey meint

          12.09.2026 um 00:39

          Ach Menno….

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