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Grünen-Chef Banaszak fordert Verkehrswende und neue Anreize für Elektroautos

14.09.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 18 Kommentare

VW-ID.3-Neo

Bild: VW (Symbolbild)

Felix Banaszak, der Bundesvorsitzende der Grünen, strebt laut einem Interview mit Auto Motor und Sport eine Verkehrswende an, die auf den Ausbau der Elektromobilität sowie die Stärkung von Bus, Bahn und Fahrrad setzt. Ziel sei eine faire Verteilung des Straßenraums, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen und gleichzeitig die Verkehrsbelastung durch weniger Autofahrten zu senken. Eine freie Wahl zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln soll die Mobilität aller Bürger gewährleisten.

Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einer Strukturkrise, da das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr funktioniere und seit 2019 kein Wirtschaftswachstum mehr verzeichnet wurde. Banaszak sieht die klimatischen Veränderungen als eine Bedrohung für den Wohlstand, da wirtschaftliche Schäden ohne entsprechende Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zunehmen würden. Zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit fordert er günstigere Strompreise sowie konsequente Investitionen in die Zukunft.

Hinsichtlich der Bürokratie erkennt Banaszak ineffiziente Regulierungen an, plädiert jedoch gegen den Abbau von Sozial- und Umweltstandards. Er sieht das Potenzial für europäische Gesetzgebung etwa bei der Vereinheitlichung von Ladestandards für Mobiltelefone.

Die deutsche Automobilindustrie habe durch die Fokussierung auf veraltete Technologien wie Dieselmotoren den Anschluss an die chinesische Konkurrenz in der Elektromobilität verloren, so der Grünen-Politiker. Um die Industrie zu unterstützen, schlägt Banaszak vor, über großzügigere Stundungsregeln für CO2-Strafzahlungen nachzudenken oder diese mit zusätzlichen Unternehmensinvestitionen zu verrechnen. Gleichzeitig müssten Flottengrenzwerte eingehalten werden.

Mehr Unabhängigkeit von China

Bei der Handelsbeziehung zu China warnt Banaszak vor einer zu großen Abhängigkeit und fordert eine robuste europäische Wirtschaftspolitik sowie den Einsatz von Handelsinstrumenten wie Zöllen gegen Preisverzerrungen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Sicherung technologischer Resilienz durch die europäische Fertigung von Schlüsseltechnologien wie Batteriezellen, Halbleitern und Robotik. Der Grüne kritisiert die deutsche Politik für eine zu große Naivität gegenüber China und betont die Notwendigkeit, Abhängigkeiten in strategischen Bereichen zu vermeiden.

Für eine bezahlbare Mobilität schlägt Banaszak vor, die staatliche Elektroauto-Kaufprämie auf den Gebrauchtwagenmarkt auszuweiten und „Social-Leasing“-Programme nach französischem Vorbild für die Anschaffung kleiner oder mittelgroßer Autos einzuführen. Zudem regt er ein „Deutschland-Ticket für die Ladeinfrastruktur“ an – eine Karte, mit der man an jeder Ladesäule in Deutschland zu günstigen Preisen laden kann. Er schlägt zudem eine „Happy Hour“ für günstigen Strom vor, um die Nutzung von Solarstrom zu fördern.

Der Umstieg auf Elektromobilität bringe nichts, wenn der Strom fossil hergestellt werde, betonte der Grünen-Politiker. Wenn die Emissionsminderung durch E-Mobilität steigen solle, müsse der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien erhöht werden. „Man kann, wie Katherina Reiche und Friedrich Merz, die Energiewende blockieren, abwürgen und ausbremsen. Oder man kann sie beschleunigen“, so Banaszak. Digitalisierung, Ausbau und Standardisierung der Stromnetze, Smartmeter-Förderung oder der Ausbau von Energiespeichern seien Beispiele dafür. Das sei „die Auseinandersetzung zwischen fossiler Vergangenheit und elektrischer Zukunft“.

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Tags: NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. David meint

    14.09.2026 um 15:01

    Man muss einfach sagen, ein Glück, dass diese Traumtänzer überall abgewählt sind. Wir sind hier keine woke Geldverschenkungsanstalt. Das Elektroauto läuft. Da muss man nichts dran wurschteln.

    Antworten
    • Thomas Claus meint

      14.09.2026 um 15:42

      Im Geld ausgeben sind diese Leute schon immer ganz groß gewesen. Deswegen verstehen sie sich such so gut mit den Linken. Aktuell sehe ich immer weniger Fahrräder auf der Straße und wenn das Wetter noch schlechter wird ist gar keiner mehr zu sehen. Ich verstehe zwar den Wusch nach Fahrradwegen überall, aber der Platz ist eben oft begrenzt und da sollte man dem Auto, dass das ganze Jahr über genutzt wird, nicht zu viel Raum nehmen. Unsere immer ältere Gesellschaft wird zudem immer weniger aufs Fahrrad setzen können.

      Antworten
      • Future meint

        15.09.2026 um 21:07

        Und ich finde kaum noch Fahrradparklätze in der City. Da ist immer alles voll. Vielleicht liegt es an den vielen neuen Fahrradstraßen – bequeme Achsen quer durch die Stadt ohne störende Autos.
        Die Regionalzeitungen sind voll von solchen Meldungen über neue Fahrradachsen in den Städten. Offenbar haben die Stadtplaner erkannt, dass die Autos wegmüssen und durch Fahrräder ersetzt werden können.

        Antworten
      • MichaelEV meint

        16.09.2026 um 09:17

        Ich sehe genug Fahrräder auf der Straße… Aber viele meiden das Fahrrad, weil der Verkehr sowieso fast ausschließlich auf das Auto ausgerichtet ist und damit Gefahren und Gesundheitsrisiken hoch sind.
        Die Argumentation klingt wie „nehmt es den Armen, denn zum Leben reicht es sowieso nicht“
        Aber diese Allokation ist sowieso Teil des demokratischen Prozesses. In Städten sind die Grünen häufig vorne dabei und dementsprechend muss das in den Kompromiss rein, was die Leute gewählt haben.

        Antworten
    • Thomas meint

      14.09.2026 um 17:48

      Lieber David, bitte lies doch den Artikel den Du kommentierst, sobald Du dir den Geifer abgewischt hast. Du wirst sehen: dein Post war vollkommen am Thema vorbei.

      Antworten
  2. Future meint

    14.09.2026 um 14:45

    So viele vernünftige und gut begründete Vorschläge und Ideen hört man ja heute selten von der Politik. Der Mann sollte der nächste Wirtschaftsminister unter Bundeslanzler Wüst werden.

    Antworten
  3. F. K. Fast meint

    14.09.2026 um 12:15

    Die Vorschläge klingen sehr sinnvoll. Aber genau deshalb werden sie von CDU/CSU und SPD nicht umgesetzt werden.

    Antworten
  4. MrBlueEyes meint

    14.09.2026 um 09:53

    Die Grünen sind tatsächlich die einzigen, die noch bei klarem Sachverstand sind und die Probleme, die herrschen, auch wirklich angehen und lösen wollen… die letzte Volkspartei im Grunde…

    Weil was sehen wir z.B. von der CDU? …nichts… die stecken lieber den Kopf in den Sand und ignorieren alle Themen und Aufgaben zu Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen konsequent… Herr Merz schaffte es nicht einmal, sich zu den historisch katastrophalen Zahlen der Hitzetoten dieses Jahr zu äußern… das Thema wird einfach totgeschwiegen… Aussitzen funktioniert da aber nicht, weil das alles jedes nun folgende Jahr mit aller Macht und noch schlimmer zurückkommen wird…

    Man hat aber wohl Angst, zuzugeben, dass die Grünen und Mahner vor den Folgend des Klimawandels immer Recht hatten und somit Zulauf bekommen könnten… aus purem Eigennutz bleibt die Union deshalb untätig (ja, die CSU ist da genauso schlimm)

    Aber Deutschland wollte es so… geliefert wie bestellt… wobei ja eigentlich nichts geliefert wird… außer Nichtstun und wenn, dann das Falsche…

    Es ist zum Haare raufen…

    jm2c

    Antworten
    • eBikerin meint

      14.09.2026 um 13:31

      Ohje die Hitzetoten. Selbst das RKI schreibt, dass man eigentlich gar nicht weiss wie viele Menschen wirklich wegen der Hitze gestorben sind, Es ist laut RKI nur eine Modellrechnung. Die meisten Menschen sterben in Deutschland immer noch im Winter.
      Und auch beim RKI (und statistischem Bundesamt) nachlesbar – die Bevölkerung altert jedes Jahr mehr (Corona 2021 war eine Ausnahme) – und mehr ältere Menschen heisst eben auch mehr ältere Tote.
      “ wobei ja eigentlich nichts geliefert wird… außer Nichtstun und wenn, dann das Falsche…“
      Ach? 253 GW installierte EE Leistung ist natürlich gar nix – auch nicht die großzügige WP Förderung – die Förderung für private PV, 0% MwSt auf private Batteriespeicher, eAuto Förderung, Förderung von Wallboxen usw
      Aber klar wurde ja gar nix gemacht.
      So und nun drei so tolle Vorschläge mit „Sachverstand“:
      die staatliche Elektroauto-Kaufprämie auf den Gebrauchtwagenmarkt auszuweiten hm also die Gebrauchtpreise für eAutos ziehen aktuell an und es wird gekauft was geht – siehe anderer Artikel hier. Was passiert nun bei einer Förderung? Richtig die Gebrauchtpreise ziehen einfach weiter an.
      Deutschland-Ticket für die Ladeinfrastruktur“ an – eine Karte, mit der man an jeder Ladesäule in Deutschland zu günstigen Preisen laden kann Auch prima – Geld mit der Gieskanne verteilen welches man nicht hat. Das DT wird ja schon mit 3 Milliarden bezuschusst. Wie viel darf dann das Lade-DT kosten?
      Happy Hour“ für günstigen Strom vor, um die Nutzung von Solarstrom zu fördern. die Leute die mit eigener PV Laden machen das eh schon. Wer aber Tagsüber irgendwo parkt – der kann irgendwie nicht dann laden wenn die Sonne scheint, sondern zB dann wenn er bei Aldi beim Einkaufen ist.

      Antworten
      • Thomas Claus meint

        14.09.2026 um 15:45

        Die Hitzetoten haben mich gleich an die vielen gar nicht vorhandenen Feinstaubtoten erinnert. Das Niveau auf dem da gearbeitet wird ist wirklich unterste Schublade. Angst und Panik und Fake News verbreiten. Das können sie ziemlich gut.

        Antworten
        • MichaelEV meint

          16.09.2026 um 09:28

          Und Rauchen ist garantiert nicht gesundheitsschädlich…
          Bei dem einen wie auch beim anderen ist die Sache doch eindeutig, bei der (unvollständigen) Verbrennung entstehen gesundheitsschädliche und karzinogene Emissionen, die je nach Partikelgröße tief in die Lunge bzw. bei UFP in den Blutkreislauf gelangen. Natürlich hat das Auswirkungen!

      • Mäx meint

        14.09.2026 um 16:19

        Man kann ja sachlich diskutieren, aber man kann auch alles zerreden.
        Die Gebrauchtwagenförderung kann man definitiv kritisieren, das braucht es nicht wirklich, siehe Artikel dazu.
        Deutschland Ticket für Ladeinfrastruktur müsste doch nicht mal gefördert sein, da wäre ich auch gegen; wobei das wenigstens sinnvoller wäre als der durchgeführte Tankrabatt, aber prinzipiell ähnlich wirkungslos sein könnte.
        Der Bund tritt hier als EMP/MSP auf, stellt Ladekarte/App und handelt den Preis an den Säulen aus.
        So hat man aber das Ladekartenchaos gelöst, was ja ständig kritisiert wird.
        Ich bin schon länger auf der Suche nach einer ähnlichen Lösung zum eTrucker Chip aber für PKW Flotten; das bräuchte ich unter Umständen nicht mehr, wenn die Preise okay wären.

        Antworten
        • MichaelEV meint

          14.09.2026 um 23:14

          Gute Idee mit der Ladekarte, an so was ähnliches hatte ich auch gedacht. „handeln“ muss man nicht viel, wer dabei sein will muss bieten. Als Anreiz für Vielfahrer/Laternenparker könnte es ein verhasstes Abo geben (z.B. 10-15 Cent Rabatt pro kWh für 5€/Monat). Hier ggf. ein kleines Delta bzw. der Non-Profit-Betrieb als EMP wäre die „Förderung“. Das Abo würde auch den Anreiz für CPOs verstärken mit wettbewerbsfähigen Preisen dabei sein zu wollen (wer es nicht ist, verliert eine Menge an Kundenpotential).
          Das wäre mal ein Versuch mit besserem Ergebnis überzeugen zu wollen statt der übliche Verbotswahn.

          Die Förderung für Gebrauchte wäre ein Wahnsinn. Null Wirkung, da die Menge fix ist – nur höhere Preise.

      • Mäx meint

        14.09.2026 um 16:24

        Zur Strom Happy Hour noch.
        Zunächst: Was ist mit den Leuten die keine PV haben und zur Miete wohnen?
        Dürfen die vielleicht auch mal profitieren?
        Kritisieren könnte man hier, wie das durchgeführt werden soll.
        Realistischerweise gäbe es dafür ja dynamische Stromtarife, dann hätte man das schon, dafür ist aber meistens auch Smartmeter notwendig (ja es geht auch ohne mit einem IR Lesekopf).

        Antworten
        • eBikerin meint

          14.09.2026 um 17:25

          Die Leute die keine PV haben und zur Miete wohnen können sich idR nicht aussuchen wann sie laden. Hab ich doch geschrieben – die Laden wenn sie nach der Arbeit noch bei Aldi einkaufen.

        • M. meint

          14.09.2026 um 19:13

          Wir haben 2 Aldi.
          1x 2 AC
          1x nichts
          Es gibt auch einen 5 km in die andere Richtung einen mit 2x HPC, aber das ist je nach Arbeitsweg schon ein netter Umweg. Mit Feierabendverkehr gerne mal 30 Min rein. Und dann nochmal raus.
          Rewe: nichts
          Netto 1x 50 kW, den aktuellen Preis weiß ich gerade nicht (Vergangenheit: > 60 ct.)
          Edeka: defekt seit 2022
          Penny: nichts
          Lidl: nichts
          Kaufland: die halbe Zeit zugeparkt, oder defekt, und preislich nur mit Datenschleuder-App brauchbar, also praktisch: nichts. Und dazu müsste man ja im Kaufland einkaufen wollen.
          Beim Baumarkt gibt es EnBW. Aber wie oft ist man im Baumarkt?

          „Beim Einkaufen laden“ ist ne nette Idee. Bis die Realität kommt.

        • Mäx meint

          15.09.2026 um 08:44

          Er schreibt Strom allgemein, nicht nur laden.
          In einem ist Deutschland wirklich Spitzenreiter, das Zerreden von Ideen.
          Deswegen klappt das mit der Start-Up Kultur hier auch nicht so gut.
          Erstmal muss die 101% Lösung stehen, sonst fängt man gar nicht erst an.

      • Steffen meint

        15.09.2026 um 01:16

        Und komischerweise treten die vielen Toten alle in den 2-3 Wochen mit Hitzewelle auf – echt komisch, solche Zufälle.
        Die Union bremst die EE aus wo es geht, was wir jetzt an GW haben geht hauptsächlich auf Grüne und SPD zurück. Habeck hat den Knoten zerschlagen und Reiche macht den Sack jetzt wieder zu. Sie bremst aktiv EE aus, das sieht man an so vielen Einzelentscheidungen und zurückgehaltenen Studien, wenn sie nicht passen. Die WP-Förderung haben sie gerade gekürzt und fahren sie stark zurück. Förderung private PV hat Reiche gerade beerdigt. 0 % MwSt hat ein grüner Wirtschaftsminister erfunden. Wallboxen wurden auch früher gefördert. Du biegst dir die Fakten echt wie du es gerade brauchst…aber Nachrichten schaust du wohl sehr selten.
        Gibt genug Rentner, die mittags laden könnten – dann würden sie schon nicht die Kassen in den Supermärkten verstopfen wenn die Berufstätigen ihr Mittagessen holen wollen.

        Antworten

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