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MOT-Studie: Elektroautos mit hoher Laufleistung zuverlässiger als Benziner

24.09.2026 in Studien & Umfragen, Technik von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Jaguar-I-Pace

Bild: Jaguar (Symbolbild)

Eine Analyse von 47,4 Millionen MOT-Prüfungen zeigt bei hoher Laufleistung niedrigere Durchfallquoten für Elektroautos als für gleich alte Benziner, berichtet The Guardian. Zwischen 90.000 und 120.000 Meilen (ca. 145.000/193.000 km) fielen 16,5 Prozent der E-Autos durch, bei Benzinern waren es 22,1 Prozent. Damit lag die Ausfallwahrscheinlichkeit der Elektroautos in diesem Bereich etwa 25 Prozent niedriger.

MOT ist eine jährliche Fahrzeuguntersuchung im Vereinigten Königreich zur Prüfung der Verkehrssicherheit, der Fahruntüchtigkeit und der Abgaswerte. Laut der darauf basierenden Auswertung betrug die Durchfallquote der E-Autos bei mehr als 120.000 Meilen 16 Prozent, während 23,5 Prozent der Benziner die Prüfung nicht bestanden. Bei geringeren Laufleistungen wurden dagegen nur relativ kleine Unterschiede zwischen beiden Antriebsarten festgestellt. Die Studie wurde von der Beratung New AutoMotive im Auftrag des Branchenverbands British Vehicle Rental and Leasing Association (BVRLA) erstellt.

BVRLA-Chef Toby Poston erklärte, die Laufleistung sei eines der ersten Dinge, auf die Menschen beim Kauf eines Gebrauchtwagens achten. Das Überschreiten von 60.000 oder 70.000 Meilen (ca. 97.000/113.000 km) könne die Wahrnehmung eines Fahrzeugs stark beeinflussen. Die Daten zeigten jedoch, dass die Laufleistung allein Verbraucher nicht abschrecken sollte und ein gut gewartetes Elektroauto mit höherer Laufleistung ein äußerst langlebiger Gebrauchtwagen sein könne.

Bei einzelnen Prüfbereichen schnitten Elektroautos schlechter ab. Sie wiesen fast doppelt so viele Reifendefekte wie Benziner auf. Zudem zeigten ältere E-Autos mit geringer Laufleistung häufiger Mängel an Reibungsbremsen. Die Forscher führten Letzteres auf Korrosion zurück, die mit der selteneren Nutzung der Bremsen verbunden sei.

MOT-Prüfungen erfassen unter anderem Bremsen, Reifen, Fahrwerk, Lenkung und Beleuchtung. Sie untersuchen jedoch weder den Zustand und die Alterung der Batterie noch die Ladeleistung. Diese Aspekte müssten deshalb zusätzlich zur mechanischen Verkehrstauglichkeit berücksichtigt werden, wenn ein gebrauchtes Elektroauto bewertet wird, erklären die Analysten.

Poston von der BVRLA betonte, Käufer sollten weiterhin Fahrzeughistorie, Zustand, Reifen und Batteriezustand prüfen, so wie bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen Motor, Getriebe und Wartungshistorie geprüft würden. Zugleich könne die Vorstellung infrage gestellt werden, ein Elektroauto mit 80.000 oder 100.000 Meilen (ca. 130.000/161.000 km) müsse automatisch als verschlissen gelten. New-AutoMotive-Chef Ben Nelmes sagte ebenfalls, hohe Laufleistung sei „kein Indikator für schlechten Zustand in der Weise, wie Käufer traditionell angenommen haben“.

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Via: The Guardian
Tags: ReparaturAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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