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Experte: E-Auto-Servicekosten steigen im Alter deutlich

17.09.2026 in Autoindustrie, Service von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

Nissan-LEAF

Bild: Nissan (Symbolbild)

Der Servicebedarf von Elektroautos unterscheidet sich von dem Aufwand bei Modellen mit Verbrennungsmotor. Die Kostenstruktur variiert dabei über den Lebenszyklus, wie Maximilian Wegner von der Unternehmensberatung Roland Berger der Automobilwoche erklärt.

Während laut dem Experten früher von einer Reduktion des Wartungsaufwands um 25 bis 50 Prozent ausgegangen worden sei, zeige sich heute eine Verringerung um etwa 15 bis 20 Prozent. Die Kosten würden sich dabei „massiv“ in spätere Phasen der Fahrzeugnutzung verschieben.

Bei Verbrennern sind Servicekosten durch Komponenten wie Öl, Filter, Zahnriemen oder Kupplungen von Beginn an planbar. Bei Elektroautos bleibt die Kostenkurve in den ersten acht bis zehn Jahren nahezu flach, da viele Serviceteile entfallen und der Bremsenverschleiß durch Rekuperation sinkt. In dieser Phase sparen Kunden Wegner zufolge zwischen 20 und 40 Prozent der Kosten.

Ab einem Fahrzeugalter von über acht Jahren stiegen die Kosten für Elektroautos jedoch stark an, erklärt der Berater. Reparaturen könnten Beträge zwischen 5000 und 25.000 Euro erreichen. Dies liege daran, dass durch weniger Service kleinere Probleme unentdeckt blieben und teure Komponenten wie E-Motor, Leistungselektronik oder die Hochvolt-Batterie ausfallen könnten. Zudem seien die Software und höher integrierte Komponenten so veraltet, dass ein Austausch größeren Aufwand mit sich bringe.

Mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge und dem Verlust der Garantie wechseln Besitzer häufig zu freien Werkstätten. Da diese Kunden oft preissensibel seien, suchten sie nach kosteneffizienten Lösungen, so Wegner. Freie Werkstätten müssten sich jedoch erst durch entsprechende Qualifikationen und Diagnosefähigkeiten auf diesen Markt vorbereiten.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: Kosten, ReparaturAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Egon_meier meint

    17.09.2026 um 17:30

    Alleine schon das Begriffsdurcheinander von Reparatur- und Wartungskosten disqualifiziert diese Untersuchung.
    Alleine schon der Versuch, die Überlegungen eine Untersuchung zu nennen ist ein Witz denn es gibt keinerlei bewertbare statistische Grundlagen für die Annahmen. Nix

    Nach 10 oder 15 Jahren ist ein Motor- oder Getriebedefekt beim Verbrenner was? ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ende Gelände.
    Wie ist es mit den Mutmaßungen zu Steuerung und Software? bei Verbrennern und BEV das gleiche Problem – absolut das gleiche.

    Fazit: ein Fachmann-Text für die Mülltonne.

    Antworten
  2. MK meint

    17.09.2026 um 16:37

    Fassen wir die Studie zusammen:
    Einem Auto, das nicht regelmäßig zur Inspektion gefahren wird, drohen höhere Reparaturkosten. Das ist keine neue Erkenntnis und unabhängig von der Antriebsart. Dass BEV wartungsärmer sind und daher mehr Leute auf Inspektionen verzichten, ist dann ein ganz anderes Thema.
    Außerdem steht ja im Artikel, dass sie damit unterm Strich immer noch „15% bis 20%“ billiger sind, was wie Vorredner hier schon zu Recht angemerkt haben, ja auch auf nur wenigen alten Elektrofahrzeugen beruhen kann. Hinzu kommt, dass z.B. beim Akku als teuerstem Bauteil die Ladezyklen entscheidendes Kriterium für den Verschleißt/für die Defekt-Wahrscheinlichkeit sind: Ein altes BEV, das nur 100 km pro Ladezyklus schafft, hat halt schon nach 200.000 km 2.000 Ladezyklen voll, ein modernes BEV mit realer 400 km Reichweite erst nach 800.000 km.

    Antworten
  3. M. meint

    17.09.2026 um 15:29

    An einer Stelle hat der „Experte“ recht: wenn kleine Probleme zu lange unentdeckt bleiben, können daraus große Probleme werden, die dann viel teurer werden.
    Das hat aber erstmal nicht mit Verbrennern oder Elektroautos zu tun, sondern nur mit Wartungsintervallen. Die können zu kurz sein, aber auch zu lange.
    Und vieles ist dem TÜV lange egal, solange es „noch passt“. Der ersetzt keine Wartung.

    Antworten
  4. Jeff Healey meint

    17.09.2026 um 14:35

    „Ab einem Fahrzeugalter von über acht Jahren stiegen die Kosten für Elektroautos jedoch stark an, erklärt der Berater.“

    Auf welche Datenbasis stützt sich der Experte Wegner bei seiner Aussage? Hat die Unternehmensberatung Roland Berger Zugang zu entsprechenden Studien mit in statistischer Hinsicht belastbarer Qualität?
    Muss man als Experte nicht deutlich machen/differenzieren, dass E-Fahrzeuge aus der Zeit vor acht Jahren nicht mehr mit aktuelleren Entwicklungen zu vergleichen ist? Weil die E-Mobilität erst vor etwa zehn bis 15 Jahren einen richtigen Anfang genommen hat, anders als die Verbrenner-Technologie, die vor weit über hundert Jahren begann, und seitdem permanent weiterentwickelt wurde?
    Die Aussagen von dem Roland Berger Mann halten einer genaueren Betrachtung in meinen Augen nicht stand, und wirken auf mich wenig fundiert.

    Antworten
  5. EdgarW meint

    17.09.2026 um 13:58

    Warte mal. E-Autois, die mindestens 10 Jahre alt sind, sind von 2016 oder älter. Damals gab es wie viele Modelle? Nissan Leaf, Tesla Model S und X, Renault Zoe, e-Up und e-Golf, Der Ioniq Elektro kam im Dezember bei den ersten Kunden an, der Renault Fluence war ein Exot und IIRC bereits wieder vom Markt verschwunden.

    Der Leaf krankte zumindest zwischenzeitlich (1. Modell 40 kWh) an vorzeitiger Zell-Alterung und -Tod, bei den Teslas wurden noch häufig ganze Batteriepacks und DriveUnits ausgetauscht, … beim Ioniq zumindest lese ich oft genug von Modellen oberhalb 300tkm und auch mal 400tkm trotz Mini-Batterie (28 kWh), die immernoch unterwegs sind, aus dem Verkehr gezogen werden sie eigentlich nur wegen Unfällen mit folglich wirtschaftlichem Totalschaden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass aus dieser extrem schmalen Datenbasis aus E-Autos der ersten modernen Generation vor der eigentlichen Massenproduktion irgend auch nur halbwegs hieb- und stichfestes für spätere, gar heutige Modelle ableitbar wäre.

    „Dies liege daran, dass durch weniger Service kleinere Probleme unentdeckt blieben […]“
    damit können nur Teslas gemeint sein. Viele BEV (wie auch mein Ioniq) mussten erstmal jedes Jahr oder 15tkm zum Service, bei meinem letzten Verbrenner (Octavia TSI) waren beide Intervalle doppelt so lang. Also höchstens eine Nischenaussage, für andere Teile gilt das Gegenteil.

    „und teure Komponenten wie E-Motor, Leistungselektronik oder die Hochvolt-Batterie ausfallen könnten.“ Das gilt exakt genau so für Verbrenner, mein TSI war ein 1,4 TSI mit drockenem DSG, viele Autos mit der selben Technik benötigten Austausch für eins der beiden oder gleich beides. Bei mir hielt beides hingegen anstands- und tadellos über 173tkm.

    Ich würde mir wirklich eine gut gemachte Studie zum Thema wünschen, Klarheit ist immer besser. Diese macht aber leider einen sehr fadenscheinigen Eindruck. Ähm Moment, das ist nichtmal eine Studie, sondern lediglich ein Artikel? @ecomento, wie kann man das dann so ohne weiteres als Tatsache hinstellen?

    Antworten
    • MK meint

      18.09.2026 um 10:30

      @EdgarW:
      Sie unterschätzen die Auswirkung, die die kurze Garantiezeit hat, die z.B. der VW Konzern üblicherweise gewährt: Bei den Marken VW und Skoda beträgt die Garantiezeit in der Regel nur 2 Jahre. Gleichzeitig ist auch nur alle 2 Jahre oder alle 30.000 km eine Inspektion vorgesehen. Anders gesagt: Wer ein normaler Durchschnittsfahrer ist (zuletzt glaube ich wurde das mit rund 13.000 km im Jahr angegeben) und nicht explizit eine Garantieverlängerung kauft, hat auch bei diesen Fahrzeugen keinerlei rechtliche Vorteile von einer Inspektion.
      Und jetzt kommt der noch viel entscheidendere Trick: Ich selber fahre meinen Skoda Elroq schon 40.000 km und war noch bei keiner Inspektion. Warum nicht? Ich habe die Garantiebedingungen x-Mal gelesen: Dadurch, dass man sowieso nur die gesetzliche Garantie gewährt (auch die 8 Jahre/160.000 km auf den Akku sind per EU-Gesetz unabhängig von Inspektionen nur das gesetzliche Mindestmaß), behalte ich den Garantieanspruch. Das einzige, was ich verloren habe dadurch, dass ich die Inspektion nicht gemacht habe, ist die „Mobilitätsgarantie“: Ich bekomme keinen kostenlosen Ersatzwagen von Skoda, wenn mein Auto in der Werkstatt steht…den bekomme ich dafür von meiner KFZ-Versicherung. Auch da habe ich also keinen Vorteil. Und bisher kann ich nur sagen: Es stand halt nach 40.000 km noch nie in der Werkstatt: Kein Rückruf, kein Garantiefall, kein Verschleiß (und auch kein Unfall). Das erste, was fällig werden wird, sind wohl die Reifen…bei 45.000 km im Jahr halten die halt nicht ewig ;)..und dann werde ich wahrscheinlich auch gleich eine Inspektion mitbuchen. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich mich dann sicherer fühle.

      Antworten
  6. Pawel Jaworski meint

    17.09.2026 um 11:47

    Toller Experte, da sagt die freie Werkstatt:

    Die heutigen Überzüchteten Diesel und Benzinmotor haben nach acht Jahren die selben Reparaturkosten.
    Turbolader, Einspritzdüsen, Dieselfilter, Katalysator, Kupplung und der Motor selber…..

    Die Kosten verteilen sich nur anders

    Antworten
  7. Htr meint

    17.09.2026 um 11:41

    Das ist doch bekannt und erwartbar bei der Aktuellen Zellchemie und der Dongelsoftware.
    Natürlich betrifft das die Neuwagenkäufer und Firmenwagen nicht.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      17.09.2026 um 14:37

      Kann man das wirklich so verallgemeinern?
      Ich denke eher nicht.

      Antworten
  8. Cupra meint

    17.09.2026 um 11:37

    Diese Studie habe ich schon vor ein paar Tagen gelesen und wie man zu diesen Ergebnis kommt ist mir immer noch schleierhaft. Wenn hier Software-Komponenten aufgeführt werden und diese womöglich ausgetauscht werden müssen (ich frage mich nur warum?), muss ich mich als nächstes fragen, ob die neuen Verbrenner dann nicht genauso ihre Soft und Hardware dann im Alter wechseln müssten? (also gleichstand bei den kosten) Da ist so vieles an den Haaren herbei gezogen…man könnte fast meinen, das die Studie schon wieder von der Verbrennerlobby bezahlt wurde

    Antworten
  9. cbzac meint

    17.09.2026 um 11:20

    Und die Datenbasis dafür ist was? Die Anzahl 10-jähriger E-Autos ist doch noch viel zu gering und die damals verfügbaren Modelle kaum mit den nun in größerer Serie produzierten vergleichbar.
    „Dies liege daran, dass durch weniger Service kleinere Probleme unentdeckt blieben und teure Komponenten wie E-Motor, Leistungselektronik oder die Hochvolt-Batterie ausfallen könnten.“

    Nach 10 Jahren kann eine defekte Traktionsbatterie genauso ein wirtschaftlicher Totalschaden sein wie beim Verbrenner ein defekter Motor oder DSG-Getriebe. Ob sich in Zukunft ein Markt für gebrauchte oder renovierte Batterien entwickelt, der auch dieses Argument eher zugunsten E-Auto verschiebt ist dagegen noch offen.

    “ Zudem seien die Software und höher integrierte Komponenten so veraltet, dass ein Austausch größeren Aufwand mit sich bringe“
    Das trifft genauso auf moderne Verbrenner zu. Ich glaube sogar, dass PHEVs und andere Hybride sowie der ganze Strang der Abgasreinigung auch hier eher Elektronikprobleme bei verbrennerbasierten Altfahrzeugen benachteiligen wird.

    Antworten
  10. Andre meint

    17.09.2026 um 11:13

    Wieso verwechselt der Autor hier die Wartungskosten eines E-Autos mit Reparaturkosten???
    Die Wartungskosten bleiben ein Lebenlang deutlich niedriger als bei den Verbrennern.
    Die Reparaturen können eventuell auftreten, müssen aber überhaupt nicht, wie viele Beispiele von Teslas/Kias/Hyundais zeigen. Es gibt E-Autos, die eine halbe Million Kilometer abgespult haben und ausser Bremsen nichts gewesen war.

    Übrigens, die Aufteilung zwischen Wartungs- und Reparaturkosten gilt für die Verbrenner genauso. Bei den Verbrennern können auch schwere Schäden am Motor/Getriebe/Abgasanlage auftreten, die viele Tausende von Euros kosten. Können, müssen aber nicht.

    Antworten

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