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E-Mobilität in Deutschland: Markt- und Absatztrends in den ersten 9 Monaten 2026

07.10.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | Kommentieren

BYD-ATTO-3-EVO

Bild: BYD (Symbolbild)

In Deutschland verschieben sich mit dem Übergang der E-Mobilität von der Nische zum Massenmarkt zunehmend die Kräfteverhältnisse zwischen den Autobauern. Von Januar bis September 2026 konnten insbesondere chinesische Hersteller und Tesla erheblich an Marktanteilen gewinnen, während viele etablierte Automobilhersteller aus Deutschland oder Japan im wachsenden Gesamtmarkt Marktanteile verlieren. Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten 2.221.798 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das geht aus dem CAM Electromobility Report hervor. Der Volkswagen-Konzern bleibt demnach mit weitem Abstand Marktführer. Allerdings sinken sowohl der Marktanteil (von 41,7 auf 39,5 %) als auch das Absatzvolumen (-0,4 %). Deutlich verliert die Kernmarke VW (-5,7 %), während vor allem die Tochter Skoda (+12,8 %) zulegen kann. Besonders stark gewinnen dagegen die chinesischen Hersteller, deren gemeinsamer Marktanteil nach drei Quartalen des Jahres 2026 um 2,4 Prozentpunkte auf jetzt 6,7 Prozent steigt. Mit 148.102 Neuzulassungen liegen sie inzwischen nahezu gleichauf mit der Gruppe der japanischen Hersteller (148.403).

Zu den Absatzgewinnern aus China zählt vor allem BYD, das mit 42.788 Pkw (+262 %) bereits Volvo mit 38.454 Neuzulassungen (-14,4 %) überholt hat. Auch MG, Leapmotor und XPeng legen deutlich zu. Zu den Gewinnern zählt auch Tesla, der US-Elektroautopionier rangiert mit 44.810 Pkw (+202 %) insgesamt noch vor BYD.

Der Stellantis-Konzern kann als zweitgrößter Anbieter seinen Marktanteil in Deutschland leicht auf 11,6 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) erhöhen, wozu vor allem Opel als absatzstärkste Marke (+6,1 %) und Fiat (+22,1 %) beitragen. Leichte Zugewinne des Marktanteils erzielt auch BMW mit einem Plus von 0,2 Prozentpunkten auf nunmehr 10,0 Prozent, während Mercedes trotz eines Absatzplusses von 2 Prozent leicht Marktanteile verliert (8,8 %; -0,3 Prozentpunkte).

Die japanischen Hersteller verlieren deutlich: Ihr Marktanteil sinkt von 7,7 auf 6,7 Prozent, das Absatzvolumen um 8,6 Prozent. Der Rückgang umfasst fast alle Marken. Toyota muss als volumenstärkster Anbieter ein Minus von 19,2 Prozent verkraften. Mazda ist mit einem Plus von 22,8 Prozent die positive Ausnahme im japanischen Lager.

Die koreanischen Hersteller Hyundai und Kia können ihren Marktanteil bei 5,6 Prozent stabilisieren. Die Renault-Gruppe steigert ihren Marktanteil leicht auf 4,7 Prozent (+0,1 Prozentpunkte), getragen von der Kernmarke Renault (+19,5 %). Dagegen verliert Ford im wachsenden deutschen Markt nach neun Monaten 10,1 Prozent an Absatzvolumen.

Neuzulassungen Jan – Aug 2025 2026 CAM
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: CAM

Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für rein batterieelektrische Pkw (BEV). Von Januar bis September 2026 wurden 604.144 BEV neu zugelassen, 58 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und bereits mehr als im gesamten Jahr 2025 (545.142). Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg von 18,1 Prozent auf 27,2 Prozent. Im Jahresverlauf kletterte der monatliche BEV-Anteil von 22,0 Prozent im Januar auf den Rekordwert von 34,5 Prozent im September. Mit 88.599 Einheiten (+94,7 %) war der September zugleich der zweitstärkste BEV-Monat überhaupt. Mehr waren es nur im Dezember 2022 (104.325), als Käufer vor der Kürzung der staatlichen E-Auto-Förderung „Umweltbonus“ Zulassungen vorzogen.

Dagegen stagniert der Marktanteil von Plug-in-Hybriden (PHEV) bei rund 11 Prozent (Jan–Sept: 11,1 %). Im September wurden 27.861 PHEV neu zugelassen, was einem Marktanteil von 10,8 Prozent entspricht. Gemeinsam kommen BEV und PHEV damit auf 45,4 Prozent der Pkw-Neuzulassungen.

Klassische Verbrennungsmotoren verlieren erheblich an Bedeutung. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen im September um 29,2 Prozent auf 44.632 Fahrzeuge zurück, Diesel um 20,1 Prozent auf 23.058 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zusammen erreichten Benzin und Diesel nur noch einen Marktanteil von 26,4 Prozent, deutlich weniger als die BEV allein.

„Das Elektroauto ist in Deutschland im Massenmarkt angekommen“

„Das Elektroauto ist in Deutschland im Massenmarkt angekommen: Im September war mehr als jeder dritte Neuwagen ein reines E-Auto, und nach neun Monaten sind bereits mehr BEV neu zugelassen als im gesamten Jahr 2025. Getragen wird der Hochlauf vor allem vom deutlich breiteren Angebot attraktiver E-Modelle, aber auch von der staatlichen Förderung und den hohen Kraftstoffpreisen. Zugleich verschieben sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig: Tesla und die chinesischen Hersteller gewinnen mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis Marktanteile, viele etablierte Hersteller verlieren“, so Studienleiter Stefan Bratzel.

„Der Elektromarkt wächst – aber nicht automatisch für die deutschen Hersteller. Sie müssen den Hochlauf jetzt mit wettbewerbsfähigen Kosten und bezahlbaren Modellen in eigene Marktanteile und Skaleneffekte übersetzen. Wer hier nicht mithalten kann, gehört mittelfristig zu den Verlierern. Die Politik sollte den Markthochlauf mit verlässlichen Rahmenbedingungen absichern, vor allem bei Ladeinfrastruktur und Ladepreisen. Für das Gesamtjahr erwarten wir 825.000 bis 850.000 neue Elektroautos – das obere Ende der Spanne wird immer wahrscheinlicher.“

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Via: CAM
Tags: VerkaufszahlenAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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