Der ADAC untersucht die Langstreckentauglichkeit von Elektroautos und bewertet dabei Reichweite und Schnellladeleistung. Als „voll langstreckentauglich“ gelten Fahrzeuge, die mit einem 20-minütigen Ladestopp mehr als 750 Kilometer zurücklegen können. Grundlage sind 90 Prozent der im ADAC-Test ermittelten Reichweite mit vollem Akkupaket sowie die Reichweite, die innerhalb von 20 Minuten nachgeladen werden kann.
Im ADAC-Langstreckenvergleich 2026 belegt der Mercedes CLA Coupé 350 elektrisch mit 1071 Kilometern den ersten Platz, gefolgt vom BMW iX3 50 xDrive mit 1059 Kilometern. Dahinter liegen der Mercedes GLC 400 4Matic elektrisch mit 906 Kilometern, der Hyundai Ioniq 6 84 kWh mit 885 Kilometern, der Xpeng P7+ Long Range mit 864 Kilometern, der Audi S e-tron GT Quattro mit 855 Kilometern, der Volvo EX90 Twin Performance Ultra AWD mit 810 Kilometern und der Volvo EX90 Twin Performance Ultra AWD mit 765 Kilometern.
Hinter den vom ADAC als „voll langstreckentauglich“ bewerteten Modellen platziert sind E-Autos, die laut dem Automobilclub „langstreckentauglich“ (600 bis 750 km), „langstreckentauglich mit etwas mehr Ladezeit“ (500 bis 600 km), „bedingt langstreckentauglich“ (400 bis 500 km) oder „kaum langstreckentauglich“ (\\<400 km) sind. Die seit Anfang 2026 nach einem verschärften Verbrauchszyklus getesteten Modelle umfassen auch den Kia EV2 und den Renault Twingo Electric, die mit 363 beziehungsweise 255 Kilometern mit einem Ladestopp als einzige Elektroautos im Vergleich nicht langstreckentauglich sind.
Für die Schnellladegeschwindigkeit ist nicht allein die maximale Ladeleistung entscheidend, sondern vor allem deren Verlauf während des Ladevorgangs. Mit zunehmendem Akkufüllstand sinkt die Ladeleistung, ab 80 Prozent lässt das Batteriemanagement nur noch geringe Ladeströme zu. Zudem kann sich die verfügbare Leistung an Schnellladesäulen bei gleichzeitiger Nutzung durch zwei Fahrzeuge halbieren, etwa von 150 auf jeweils 75 Kilowatt.
Auch niedrige Temperaturen beeinflussen die Ladegeschwindigkeit erheblich, wie ADAC-Messungen am Tesla Model Y und VW ID.3 zeigen. Bei minus sieben Grad verlängerte sich die Ladezeit des Tesla mit nicht vorgewärmtem Akkupaket von 33 auf 56 Minuten, während der VW ID.3 rund 50 Prozent länger benötigte. Eine Batterievorwärmung kann Abhilfe schaffen, wird bei vielen Fahrzeugen jedoch nur aktiviert, wenn eine passende Ladesäule im bordeigenen Navigationssystem als Ziel hinterlegt ist.
Der ADAC empfiehlt, Schnellladevorgänge bei möglichst niedrigem Akkustand zu beginnen und bei 80 Prozent zu beenden. Für häufige Langstreckenfahrten rät der Club zu Elektroautos mit mindestens 600 Kilometern Gesamtreichweite inklusive 20-minütigem Ladestopp und empfiehlt bei Kälte eine Batterievorwärmung oder zusätzliche Ladezeit.
Von den Herstellern fordert der ADAC einheitliche Angaben zur Ladedauer von 10 bis 80 Prozent Batteriestand, durchschnittliche Ladeleistungen für Sommer und Winter, serienmäßige und möglichst manuell aktivierbare Batterieheizungen sowie eine Anzeige der Batterietemperatur.
