Das DAT-Barometer vom Oktober verdeutlicht die aktuelle Lage sowie die Aussichten für das Jahr 2027 in der Werkstattbranche, berichtet das Portal Autohaus.de. Die Betriebe stehen demnach vor einem hohen Investitionsdruck, da 85 Prozent der befragten Unternehmen die Ausgaben für Elektromobilität, Ausbildung und Werkstatttechnik als „enorm“ bewerten.
Derweil sorgt der alternde Verbrennerbestand auf deutschen Straßen für eine stabile Auftragslage. Etwa zwei Drittel der Befragten erwarten durch diese Fahrzeuge weiterhin eine gute Auslastung. Im Gegensatz dazu spielen Elektroautos im Reparaturgeschäft bisher eine untergeordnete Rolle, da mehr als die Hälfte der Werkstätten derzeit kaum Aufträge für E-Autos erhält. Gleichzeitig rechnet jeder zweite Betrieb künftig mit Umsatzeinbußen durch die Elektromobilität, etwa wegen des Wegfalls von Ölservices.
Auch das Kundenverhalten hat sich verändert. 92 Prozent der Betriebe beobachten eine Anpassung, wobei drei Viertel häufiger Anfragen nach Kostenvoranschlägen erhalten. Zudem lassen Kunden vermehrt nur noch notwendige Reparaturen durchführen. Und in mehr als der Hälfte der Werkstätten wird öfter über Preise verhandelt. Bei 22 Prozent der Betriebe steigt die Nachfrage nach Schwarzarbeit sowie nach gebrauchten Teilen. 32 Prozent geben an, dass die Unzufriedenheit der Kunden zunimmt.
Beim Einsatz künstlicher Intelligenz zeigen sich Unterschiede zwischen Markenwerkstätten und freien Betrieben. Während drei Viertel der Markenwerkstätten Potenzial in der automatisierten Schadenerfassung durch Bilderkennung sehen, sind es bei den freien Werkstätten 57 Prozent. Die Relevanz von KI-Anwendungen wird von 15 Prozent der Markenbetriebe als nicht gegeben angesehen, während dieser Wert bei freien Betrieben bei 26 Prozent liegt.
Die Erwartungen für das Jahr 2027 sind verhalten. Knapp die Hälfte der Werkstätten erwartet ein Geschäftsmodell auf dem Niveau von 2026. Zwölf Prozent der Markenwerkstätten und freien Betriebe rechnen mit einer besseren Entwicklung. Ein erheblicher Teil stellt sich auf rückläufige Geschäfte ein, wobei 15 Prozent der Markenwerkstätten eine deutlich rückläufige Entwicklung fürchten, während es bei den freien Betrieben neun Prozent sind.
