Die durch Elektroautos entstehende Service-Lücke erreicht die Markenwerkstätten nach und nach. Stellantis Deutschland will die Zeit nutzen, um seine Partner darauf vorzubereiten und einem drohenden Umsatzrückgang entgegenzuwirken.
„Elektroautos führen zu einer Lücke in den Werkstätten. Wir wollen dem entgegenwirken, indem die Händler ihre Kunden länger halten“, sagt Pascal Martens, Direktor Aftersales Stellantis Deutschland, im Gespräch mit der Automobilwoche.
Dabei richtet sich der Blick auch auf ältere Fahrzeuge, deren Besitzer häufiger freie Werkstätten nutzen. In den ersten drei Jahren fährt demnach lediglich jeder Siebte in einen markenungebundenen Betrieb. Bei Fahrzeugen über sechs Jahren kommen weniger als 40 Prozent in die Markenbetriebe. Martens geht davon aus, dass Elektrofahrzeuge in fünf Jahren einen Anteil zwischen 15 und 20 Prozent am Bestand erreichen.
Für die Kundenbindung nennt der Manager zwei entscheidende Aspekte: zufriedene Kunden und den Preis. Stellantis will die Betreuung verbessern und fordert die Partner zu einer aktiveren Kundenansprache auf, etwa wenn sich abzeichnet, dass innerhalb der nächsten sechs Monate die Bremsen gewechselt werden müssen. Nach Einschätzung von Martens sprechen Händler ihre Kunden auf solche absehbaren Arbeiten bislang noch zu selten an.
Beim Preis verweist Stellantis auf Alternativen zu teuren Originalteilen, darunter das eigene freie Werkstattnetz „Eurorepar“ und die dazugehörige Teilelinie, die auch von vielen Stellantis-Partnern genutzt wird. Hinzu kommt die Sparte „SUSTAINera“ für Kreislaufwirtschaft mit gebrauchten und wiederaufbereiteten Teilen, deren Angebot derzeit auf E-Fahrzeuge ausgeweitet wird.
„Bei den Gewinnen, die unsere Partner machen, spielt auch künftig die Werkstatt eine entscheidende Rolle“, erklärt Mertens. „Ich gehe davon aus, dass die Erträge der Werkstätten bestehen bleiben und auch das Verhältnis zu den Gewinnen im Handel sich nicht groß ändern.“

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