Frank-Steffen Walliser ist seit Sommer 2024 CEO von Bentley. Damit treibt er die Elektrifizierung der britischen Volkswagentochter weiter voran, die die Marke zuletzt gebremst hat. Mit der Automobilwoche sprach Walliser über die Pläne.
Bentley setzt schon einige Zeit auf Plug-in-Hybride. Der Start des ersten Elektroautos wurde verschoben: Ursprünglich war 2025 anvisiert, jetzt ist der Marktstart für 2027 geplant. Der spätere Marktanlauf ist laut Walliser hauptsächlich technisch bedingt. Mehr verriet er dazu nicht.
Bentley hat den Gesamtplan für seine Elektrifizierung überarbeitet: „Wir wollten bis 2030 komplett auf Elektromobilität umsteigen, den Plan haben wir definitiv verschoben und schauen uns jetzt alle Möglichkeiten bei den Plug-in-Hybriden nochmal genau an“, erklärte der CEO.
Die bisher eingeführten Plug-in-Hybride würden „sehr gut angenommen von der Kundschaft“, berichtete Walliser. Bentley habe einen großen Schwenk gemacht und die Anzahl der Zylinder reduziert, von zwölf auf acht. Natürlich gebe es „vereinzelt“ auch kritische Stimmen, je nach Land.
Die Marke möchte in der nächsten Dekade jedes Jahr einen Plug-in-Hybrid- oder Elektro-Bentley auf den Markt bringen. Neue reine Verbrenner schließe man nicht grundsätzlich aus, sagte Walliser. Es hänge vom Markt ab und von der Regulatorik. Letztere ist nach Meinung des Managers „alles andere als festgeschrieben“.
Der CEO bekräftigte, dass das erste Elektroauto der Marke ein „vollelektrisches Luxury Urban SUV“ und etwas kompakter als das SUV Bentayga sein werde. Mehr verriet Walliser dazu nicht. Einen ersten Teaser gibt es schon.
Bentley werde sich auch zukünftig vor allem durch „Craftsmanship“, die Individualisierung und das Design unterscheiden, unterstrich der Firmenchef. Es gebe keinen Grund, das wegen der Plattform oder Motorisierung aufzugeben. „Wir werden unsere Fahrzeuge auch nicht so positionieren, dass wir sagen: Das ist jetzt in erster Linie ein elektrischer Bentley. Wir werden immer sagen: Das ist der neueste Bentley, der fährt auch elektrisch“, so Walliser.


Monica meint
Bei solchen Automarken ist es völlig egal was die für einen Antrieb haben, die Laufleistungen beschränken sich hierfür vom Hotel in Monaco runter zum Yachthafen zu fahren, oder innerhalb Hamburg zur Oper.