Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen blickt mittelfristig mit Zuversicht auf die Entwicklung der Batterieforschung in Deutschland und die Batterieproduktion in Europa. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung gebe Anlass zu „vorsichtigem Optimismus“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker.
Unterdessen entwickele sich trotz der Insolvenz des schwedischen Herstellers Northvolt auch die europäische Batterie-Industrie in eine positive Richtung. „Aktuellen Projektankündigungen zufolge steigert sich die Produktionskapazität der Batteriezellenhersteller um das 54-Fache von 25 Gigawattstunden aus dem Jahr 2020 auf mehr als 1.400 Gigawattstunden bis zum Ende des Jahrzehnts“, betont PEM-Leitungsmitglied Professor Heiner Heimes. Bis 2030 werde ein globaler Bedarf von etwa 4,6 Terawattstunden erwartet.
Während Asien – und China im Speziellen – nach wie vor den Weltmarkt der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge dominiert, sei die Branche in Europa bemüht, das Fehlen eigener Rohstoffe und den verspäteten Markteintritt durch andere Potenziale bestmöglich auszugleichen, die vor allem in der Etablierung innovativer Produkte und Produktionsprozesse sowie in effizienten Recycling-Verfahren liegen.
„Es scheint, als habe man die umfassende Bedeutung erkannt“
„Worauf es jetzt ankommt, ist ein schneller Transfer von Neuerungen aus der Wissenschaft und aus der Forschung und Entwicklung in die industrielle Praxis und eine Wiederbelebung der staatlich geförderten Batterieforschung“, sagt Kampker. Nach den 2024 noch vollständig gestrichenen Mitteln heiße es im neuen Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD nun, man werde „den Aufbau der Batteriezellfertigung inklusive der Rohstoffgewinnung, des Recyclings sowie des Maschinen- und Anlagenbaus“ ebenso wie die Batterieforschung fördern. „Es scheint, als habe man die umfassende Bedeutung erkannt. Das stimmt uns vorsichtig optimistisch“, so Kampker.
Die europäische Batterie-Industrie habe mit der von Northvolt in Schweden angemeldeten Insolvenz zwar einen Dämpfer erhalten, befinde sich aber insgesamt immer noch auf einem guten Weg. „Northvolt ist als einer der großen Vorreiter zum Synonym der europäischen Wettbewerbsfähigkeit geworden“, sagt Heimes, „aber das ist nicht das Ende für die Batterieproduktion in Europa.“ Zahlreiche weitere Unternehmen hätten umfangreiche Projekte angekündigt, und das Northvolt-Vorhaben in Deutschland sei von der Insolvenz bis dato unberührt.
Ungarn mit 215, Frankreich mit 198, Spanien mit 170, Großbritannien mit 135 und Deutschland mit 127 Gigawattstunden Jahresproduktion zählen einer Analyse des Lehrstuhls zufolge im Jahr 2030 zu den Standorten mit den weltweit größten „Gigafabrik“-Projekten. „Der Erfolg ist letztlich von der Fähigkeit zur Marktanpassung, der Ressourcenverfügbarkeit und der Innovationskraft abhängig“, sagt Heimes.
Da der Auf- und Ausbau von Anlagen zum Akku-Recycling im industriellen Maßstab derzeit weit hinter dem bevorstehenden Produktionshochlauf neuer Batteriezellenfabriken zurückliege, sollen ab 2030 Deutschland, Großbritannien und Belgien mit jährlich mehr als 350.000, rund 117.000 und 127.000 Tonnen verarbeiteter Batteriematerialien die führenden Standorte auf dem europäischen Markt für Batterie-Recycling sein.


Mary Schmitt meint
„Gernot meint“. Sehr meinungsstark, da seine Reaktionen von keinem Wissen und keiner Grundbildung unnötig beeinflusst werden. Die Großspeicher-Geschichte hat er nicht im Ansatz durchschaut. Jetzt hätte man ihm den Geladen-Podcast mit dem operativen Leiter von „50Hertz“ empfehlen können. Wenn ich nicht die Kommentare dazu gelesen hätte, die zeigen, dass ein Großteil von Zuhörern so wenig helle sind, dass sie nicht verstanden haben, was dort gesagt wurde. Das wird also nicht helfen. Ich sage es daher in einfacher Sprache:
Die 340 GW an Anschlussbegehren entsprechen der vierfachen Spitzenlast in Deutschland. Also viel zu viel. 30 könnte man brauchen. Hinter den 340 stecken aber gerne 10fach Anträge ein und desselben unseriösen Antragstellers, der einfach Random bei jedem der vier Übertragungsnetzbetreiber etliche Großspeicher beantragt hat, in der Hoffnung, dann ein paar Genehmigungen zu bekommen, um die dann zu verscherbeln. Das sind im Kern dieselben, die Impfstationsbetrug in der Pandemie betrieben haben oder sechsfachen Bürgergeldbezug organisieren. Aber auch seriöse Antragsteller planen den Speicher dort, wo es sie am Billigsten kommt, also z.B. irgendwo im menschenleeren Osten, wo man weder den Strom benötigt noch das dafür erforderliche Umspannwerk vorhält oder bauen sollte.
Da aber gewiefte Geschäftemacher gerissene Anwälte haben, wird man somit in ein Verfahren gezwungen, das eine rechtlich einwandfreie Auswahl ermöglicht. Das dauert. Kann man auch nicht abkürzen, wir sind ein Rechtsstaat. Und dann muss man einen Aufbauplan ableiten und realisieren. Das wird Jahre dauern.
Wer den Kardinalfehler einer bedingungslosen Antragstellung für Großspeicher gemacht hat, der die Falschen auf den Plan rief und die Richtigen zu netzundienlichem Verhalten animiert, ist nicht schwer zu erahnen. Im Kinderbuch nutzen die Charaktere nicht jede Schwachstelle, um sich auf Kosten der Gemeinschaft zu bereichern. Man hätte die BNA als vorgesetzte Stelle der ÜNB beauftragen müssen, eine Deutschlandkarte mit optimalen Großspeicherstandorten und optimaler Größe zu entwerfen und dann entsprechend über die vier ÜNB Ausschreibungen für die Speicher organisieren müssen. Hat man aber nicht. Weil man von Nichts ne Ahnung hatte, aber schnell was machen wollte.
Sebastian meint
„Es scheint, als habe man die umfassende Bedeutung erkannt“
………
das klingt wie im Arbeitszeugnis:
„Er war immer pünktlich, ging eigene Wege und mit Kollegen sehr kommunikativ. „
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
Und: “ ….sei die Branche in Europa bemüht …“
Immer, wenn sich Europa auf den Weg macht, ist China schon da. Gerade habe ich von der IHK Marokko einen Vortrag gehört: Ja, „der Chinese“ war schon da, und zwar schon vor 20 Jahren. Und nicht nur, um Entwicklungsgelder loszuwerden, sondern zum Zugriff auf strategische Reserven zu bekommen und langfristig zu sichdern.
Mäx meint
Monica ist verbrannt oder wie?
Sebastian meint
Was bringen Fabriken ohne Rohstoffe?
Gernot meint
„Aktuellen Projektankündigungen zufolge …“
Projektankündigungen nützen nichts. Projekte kann man auch wieder abkündigen. Und genau das passiert. Reihenweise. Das ist das gleiche wie bei Batteriegroßspeicher für das Netz und Hochlauf von grünem Wasserstoff.
Bei Batterien berichten Medien von einem „Batterie-Tsunami“. Den Netzbetreibern lägen Anschlussanfragen über 300 GW Leistung vor, was 600-900 GWh Kapazität entspräche. Die bittere Realität: Wir haben 2024 wieder nur 6,2 GWh zugebaut – vor allem Kleinspeicher in Privathaushalten. Wir bräuchten dringend mindestens 60 GWh Zubau pro Jahr – vor allem Großspeicher.
Bei grünem Wasserstoff sind in Europa nur 2% der in den letzten 10 Jahren angekündigten Projekte in der Umsetzung (also wenigstens erste Bauphase begonnen).
Northvolt ist am Scheitern. VW und Mercedes streichen ihre Pläne für Batterieproduktionskapazitäten zusammen. Wo soll es denn dann herkommen? Weltmeister im Ankündigen – den Titel könnte Deutschland natürlich erreichen.
eCar meint
Solange in DE nur nutzlose Trollschreiber(hier auf Ec o m en t o omnipräsent) statt Ingenieure eingestellt werden, wird es hier weiterhin bergab gehen.
Sebastian meint
Was bringen Horden Häuptlinge, ohne Indianer?
Future meint
Robotik und KI wird viele Arbeiter ersetzen. An der Automation führt keine Weg vorbei, um die Kosten stärker zu senken.
Till meint
Eines der Probleme bei Großspeichern ist, dass auch die Netzbetreiber mitmachen müssen. Der Speicher muss ja ins Netz integriert werden. So ein Umspannwerk ist auch nicht billig, und man kann das nicht überall bauen.
Jeff Healey meint
Jeder versucht hier nur seine Pfründe zu wahren.
Das ist das eigentliche Problem in Deutschland.
Ein Miteinander, ein aufeinander Zugehen, oder wenigstens ein Kompromiss zu Gunsten der Allgemeinheit, ist nicht dem eigenen Konto dienlich…