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Hybrid und Elektro: Dudenhöffer sieht für deutsche Hersteller mehrgleisige Strategie

20.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 3 Kommentare

Mercedes-CLA-2026

Bild: Mercedes-Benz

Deutsche Autohersteller stehen zwischen unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa, den USA und China. Während die Bundesregierung in Brüssel für längere Übergangsfristen kämpft, hat die E-Mobilität in den Vereinigten Staaten unter der Trump-Regierung an Schwung verloren. In China dominiert dagegen der Elektroauto-Markt.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert vor diesem Hintergrund einen pragmatischen Kurs, berichtet Merkur.de. Deutsche Hersteller könnten nicht allein auf das Elektroauto setzen. „Wir werden mehrgleisig fahren“, sagt Dudenhöffer im Gespräch mit Ippen.Media und sieht den Verbrennungsmotor vor allem als Teil eines Hybridsystems erhalten.

Bei klassischen Verbrennern zeichnet sich zugleich ein Rückgang ab. „Den Diesel kann man wirklich langsam vergessen“, so der Experte. Hybride legten weiter zu, und auch reine Stromer gewönnen trotz einzelner Rückschläge an Popularität.

Für den US-Markt beschreibt Dudenhöffer eine klare Entwicklung. Dort habe der E-Antrieb durch die Politik Donald Trumps an Dynamik verloren. „In den USA kann man das Elektroauto vergessen“, meint er. Zugleich bleibe der Markt für deutsche Hersteller wichtig, sei aber nicht mehr tonangebend.

China nimmt in dieser Gegenüberstellung eine andere Rolle ein. Das Land produziert nach Angaben Dudenhöffer mehr als 30 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, darunter einen stark wachsenden elektrischen Anteil. Ohne eine starke E-Strategie würden deutsche Hersteller dort „klar verlieren“.

Auch in Deutschland und Europa läuft die Debatte weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz hat erklärt, die Bundesregierung lehne die für 2027 geplante Verschärfung der Flottenwerte bei Hybriden ab. Fahrzeuge mit „regenerativen Kraftstoffen“ wie E-Fuels sollen zudem als Nullemissionsfahrzeuge gelten. Die Koalition fordert flexiblere Regeln im EU-Recht, um Strafzahlungen für deutsche Hersteller zu vermeiden, und lehnt zugleich Vergünstigungen für kleine, umweltschonendere Elektroautos ab.

Für die kommenden Jahre sieht Dudenhöffer zwei zentrale Antriebe: den Verbrennungsmotor als Hybrid-Kombination und den reinen Elektroantrieb. Der Hybrid schließe Versorgungslücken, Vollstromer setzten sich parallel weiter durch – vor allem in China und Europa. Mit den CO₂-Anforderungen in Europa steige die Bedeutung des Elektroautos weiter, um 2030 erwartet der Branchenkenner einen deutlichen Schub.

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Via: merkur.de
Tags: China, Europa, USAAntrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. South meint

    20.04.2026 um 16:17

    Verbrenner, Hybride und BEV anzubieten hat nix mit einer mehrgleisigen Strategie zu tun, sondern das ist schlicht völlig normal und das hat überhaupt nix mit Technologieoffenheit oder sonstigem Strategie-Geschwafel zu tun. Denn, der Markt braucht mehr als ein Jahrzehnt, bis er sich komplett umgestellt hat, da ist so eine Parallelphase unvermeidbar.
    Was anderes wäre, wenn man auf eine ganz andere neue Lösung umsteigen würde, wie z.B. Wasserstoff, aber auch da reden wir wohl eher über eine Machbarkeitsstudie, denn die Technik hat sich trotz viel Geld über Jahrzehnte bisher nicht im Markt materialisiert.
    Einzig neu ist der Umstieg auf die neue Euro7 Norm, als man investiert nennenswert in die „alte“ Verbrennertechnik, aber auch hier, unvermeidbar, denn in jeder Prognose wurden ja noch Verbrenner bis 2035 verkauft.
    Hier wird eher aus taktischen Gründen Zweifel gesät, denn kaum eine Prognose, welche das e Auto nicht als dominierende Antriebsart sieht…

    Antworten
  2. MK meint

    20.04.2026 um 13:22

    Und wieder zeigt sich, dass Hr. Dudenhöffer ein bisschen in der Vergangenheit festhängt: Märkte wie Indien, Südamerika und auch Afrika werden immer wichtiger, von Hr. Dudenhöffer aber mit keiner Silbe erwähnt (die haben z.B. bei VW 2025 ca. 2 Mio. Fahrzeuge ausgemacht, Nordamerika weniger als 1 Millionen)

    Antworten
  3. Mäx meint

    20.04.2026 um 10:15

    Na guck, dann können wir den Diesel für den PKW ja einmotten.
    In Amerika für alles außer Nutzfahrzeuge ohnehin unbeliebt, für Europa und China aufgrund der Hybride eh egal und in der Abgasbehandlung sehr aufwändig (PHEV mit Diesel oder als REX eher schlecht geeignet).
    Das hilft dann auch erstmal den Unternehmen weiter, die noch am Diesel hängen, weil die Nachfrage schwindet.
    Gleichzeitig immer weiter Ölheizungen rauswerfen, was die Nachfrage nach Diesel weiter sinken lässt.

    Antworten

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