Mit dem elektrischen Showcar EXP 15 gibt Bentley einen Ausblick auf sein neues Design und ein bald kommendes erstes Elektroauto. Erwartet wird ein batteriebetriebenes SUV, eine Serienversion des EXP 15 ist bisher offiziell nicht beschlossen.
Das eher aufrechte Gesicht der Studie steht im Widerspruch zu den aerodynamischen geformten Fronten von Elektroautos andere Marken, die die Effizienz erhöhen. Laut Design-Diretor Robin Page ist Bentley aber nicht darauf aus, mit seinen Elektroautos Reichweitenrekorde aufzustellen. „Wir stellen fest, dass es einen Sweet Spot in Bezug auf die Reichweite gibt. Unsere Kunden sagen uns im Grunde, dass 300 bis 350 Meilen (ca. 480-560 km, d. Red.) dieser Sweet Spot ist. Darüber hinaus werden sie den Privatjet benutzen“, sagte er gegenüber Autocar.
Der über fünf Meter lange EXP 15 ist dem Bericht zufolge in erster Linie als Design-Showcase gedacht. Eine positive Resonanz könnte die Wahrscheinlichkeit einer Serienversion nach den Worten von Page aber erhöhen. Auf die Frage, ob der EXP 15 für die Verkaufsräume vorbereitet werden könne, erklärte er: „Das ist machbar.“
Die Studie wurde nach Angaben des Bentley-Managers auf der Grundlage „eines praktikablen Pakets und einer Plattform entwickelt, und diese Mechanismen gibt es bereits. Wir wollen herausfinden, ob dies ein interessantes Konzept ist.“
Als Tochter von Volkswagen kann Bentley auf die aktuell modernste Elektroauto-Architektur des Konzerns PPE (Premium Platform Electric) zurückgreifen, die bereits bei Audi und Porsche verwendet wird. Wahrscheinlicher scheint jedoch der Einsatz der kommenden neuen E-Auto-Konzernplattform SSP (Scalable Systems Platform) in der Ausführung für besonders sportliche Fahrzeuge.
Auch wenn der EXP 15 keinen konkreten Ausblick auf das für 2026 erwartete erste reine E-Modell der Briten gibt, lässt der Wagen digitale und gestalterische Konzepte erkennen, die in zukünftige Serienfahrzeuge einfließen könnten. Sollte der EXP 15 in Serie gehen, wird er laut Autocar kein aktuelles Modell ersetzen, sondern ein Nachfolger der 2020 eingestellten Verbrenner-Limousine Mulsanne.
Bevor Bentley grünes Licht für ein weiteres E-Auto gibt, wird das Unternehmen die Reaktionen auf das Konzept EXP 15 genau beobachten. „Wir sind neugierig auf die Limousine… Wir haben einen sehr erfolgreichen Flying Spur. Die Frage ist: Bleiben wir bei dieser Art von Auto mit den gleichen Proportionen oder heben wir es ein bisschen mehr an?“, so Page.

Futureman meint
Bei der Fahrzeuggröße sollten 120-150kWh Akku kein Problem sein. Und bei den aktuellen Akkupreisen (bzw. bei den bei Marktreife) fällt das bei dem Gesamtpreis des Fahrzeuges gar nicht auf. Gerade in der Preiseklasse sollten Reichweiten von über 800km kein Problem sein. Nach Wirtschaftlichkeit fragt jemand mit Privatflieger sowieso nicht. Nur der Komfort ist wichtig und den sollte ein E-Bentley ja wohl erfüllen können wie kein anderes Fahrzeug.
Sebastian meint
Glaubst eigentlich wirklich das ein Bentley Kunde 800 KM in einem Auto sitzt?
Damit fährt der Endkunde in Hamburg von der Villa max. zur Oper oder in Monaco vom Casino zurück in den Hafen zur Yacht.
CJuser meint
560 km sind auch absolut ausreichend – also Realwert. Nach WLTP sind es dann gut 800 km. Man kann aber durchaus sagen, dass in diesem Segment günstigere Akkus absolut egal sind. Hier wird man langfristig wohl ausschließlich All-Solid-State Akkus wiederfinden.
BEV meint
mit 560 km WLTP Reichweite wird man die typischen Bentley Kunden nicht abholen
M. meint
Womit man die typischen Bentley-Fahrer abholen kann, haben typische Bentley-Fahrer ja beantwortet – das fällt dir auf, wenn du den Artikel liest.
BEV meint
… ein typischer Bentley-Fahrer mit STA-Kennzeichen ist mir in Italien in Erinnerung geblieben, als er mit deutlich über 130 km/h kommend mit Lichthube auf sich Aufmerksam gemacht hat
Verbrauch und Strafzahlungen wegen erhöhter Geschwindigkeit interessieren ihn weniger, wichtiger ist eher schneller ans Ziel kommen, da passt eine Ladepause nach 300km nicht zum Anforderungsprofil
von anderen Bentlay-Fahrern hatte wurde beklagt, dass bei der Fahrt vom Firmensitz in Deutschland zum Standort in der Schweiz ein Tankstopp erforderlich ist und man nicht durchfahren kann
Peet meint
Das wäre ja so als würden sie die Kunden fragen: Wie viel PS benutzt ihr in der Regel? Dann liegt der Sweet Spot irgendwo bei 200 – 250 PS. Für alles darüber nutze ich den Porsche.
M. meint
Während der Fahrt auf den Porsche umzusteigen ist relativ anstrengend.
Vor allem, wenn die Fahrt gar nicht in der Garage stattfindet.
Peet meint
Während der Fahrt auf den Flieger umzusteigen, weil man doch weiter fahren muss als geplant, funktioniert ebensowenig.
M. meint
Wohin mal will, weiß man ja meist vorher.
In der allergrößten Not schmuggelt sich der Bentley-Fahrer vielleicht in ein Porsche Ladeparadies. Dann muss er sich nicht mit unterem Volk abgeben, ein Porsche dürfte gerade noch zu ertragen sein. Vielleicht hat er ja selbst einen.
Doch, ich glaube, die lassen ihn da rein.
Aber: wenn aus 500 km plötzlich 2000 km werden, fährt er wahrscheinlich zum nächsten Flughafen. Da läuft er sowieso nicht hin. Da gibt es auch nette Services, wenn man die zahlen will.
Hätten wir das hinreichend geklärt?
eBikerin meint
Die Frage ist in dem Preissegment nicht verkehrt. Die selbe Aussage gibts übrigens auch von RR. Da hies es halt: Reichweite ist nicht so relevant weil man für längere Strecke eh den Privatflieger nimmt.
cbzac meint
Erstaunlich wie ahnungslos Top-Leute in der Fahrzeugindustrie sind. Reichweite ist King und bei Bentley-Preisen (und -Abmessungen) ist es absolut unsinnig weniger Reichweite anzubieten als z.B. ein Mercedes CLA EQ.
Mag sein, dass die Kunden nicht unbedingt längere Strecken am Stück zurücklegen. Aber auch am Zielort will man so selten we möglich an die Ladesäule müssen. Je flexibler man aufgrund genügender Reserven ist, desto besser kann man Convient-Charging nutzen, also da laden wo es gerade am besten passt.
eBikerin meint
„Mag sein, dass die Kunden nicht unbedingt längere Strecken am Stück zurücklegen. Aber auch am Zielort will man so selten we möglich an die Ladesäule müssen.“
Leute die sowas oder einen RR fahren haben am Zielort ne Steckdose – oder jemand der das Auto zum Laden fährt.
„Erstaunlich wie ahnungslos Top-Leute in der Fahrzeugindustrie sind“
Es wurden die Kunden gefragt – und die haben gesagt was sie wollen und denken zu brauchen. Der RR Spectre hat ja „nur“ 530 km WLTP – geht aber für nen RR weg wie warme Semmeln. Weist du warum? Da gabs genau die selbe Aussage: Reichweite uninteressant – man nimmt dann eh den Privatflieger.
cbzac meint
Das ist die Musk-Argumentation, weshalb Tesla jetzt auch technisch nicht mehr als führend gesehen wird.
Würde Bentley eine Version mit mehr Akku bringen, die nur so viel mehr kostet wie der Akku, könnten wir vergleichen.
Ich habe ein e-SUV mit WLTP 565km und kaufe erst wieder ein neues wenn es min. 700km Reichweite hat. Mercedes ist überrascht vom hohen Auftragseingang des neuen CLA EQ (ich nicht, trotz des Designs) – es gibt eben viele Kunden, die Wert auf Reichweite plus schnelles Nachladen legen. Warum ausgerechnet ein superteurer Bentley da mittelmäßig sein soll folgt überhaupt keiner Logik.
M. meint
Erstaunlich finde ich die Unkenntnis, die aus deinem Beitrag spricht.
Das, was die Top-Leute da berichten, haben die von den Kunden erfahren. Die Kunden sollten wissen, wie viel Reichweite sie brauchen. Gerade in einem Land, in dem sonst jeder 1000 km weit kommen muss, ist das doch eine erfreuliche Selbstreflextion, dass man eben NICHT so weit kommen muss, oder?
Der wesentliche Punkt ist aber: man hat die Kunden sicher nicht nach WLTP-Reichweite gefragt, weil kein Kunde nach dieser Norm Auto fährt. Er fährt einfach. Daher wird es nicht auf 560 km WLTP hinauslaufen, sondern auf mehr. Wieviel genau, wird man sehen, da gibt es ja (sinnvolle) Grenzen. Aber dass man die Kunden, denen mal zuvor die Aussage abgerungen hat, dass 560 km reichen, plötzlich bei 350 km stranden und damit das Auto floppen lässt – DAS würde auf Managementversagen hindeuten.
Da müssen wir wohl abwarten, oder?
Übrigens, wenn ein Bentley-Fahrer beim Hotel vorfährt, fährt der nicht auf den Parkplatz und trägt seine Koffer rüber. Der fährt vor. Der Page nimmt das Auto mit und lädt es. Ich bin sicher, gehobene Hotels oder Restaurants sehen das einfach als Service. Dem Kunden ist es herzlich egal, ob das Auto noch 300 km Restreichweite hatte, oder sie hat, weil nachgeladen wurde.
Und noch was:
Ein RR Spectre kommt auf 488 – 520 km nach WLTP – und ist nicht gefloppt.
Ein BMW i7 (minimal volksnäher) kommt (je nach Modell) auf 488 – 625 km nach WLTP. Ist auch nicht gefloppt.
Der EQS, der auf bis zu 821 km kommt, DER ist gefloppt.
Lucid Air mit bis zu 960 km, wohl eher gefloppt.
Ich behaupte mal, dass diese Fakten im Hause Bentley bekannt sind.
Gernot meint
Ich habe natürlich keine internen Einblicke, aber das könnte schon praktische Gründe haben. Normale Bentleys wiegen schon 2,5 Tonnen. Die Hybrid-Bentleys sind mit einem WLTP-Elektroverbrauch von 28 kWh/100km angegeben. Für 800 km mehr Reichweite baust Du dann brutto 240 kWh Batterie mit über eine 1 Tonne Gewicht ein. Da kommt Bentley in Gewichtsbereiche, wo man das Teil nur noch mit einem C1-LKW-Führerschein fahren darf.
Oder Bentley müsste sich völlig neu aufstellen und die Art und Weise, wie sie Autos bauen, neu denken, wozu sie wahrscheinlich keine Lust und kein Budget haben. Oder warten bis es Festkörperzellen mit 500 Wh/kg oder besser gibt. Der praktische Kompromiss ist dann ein Elektro-Bentley mit relativ mickriger Reichweite.
M. meint
Die Hybrid-Dinger sind aber auch ineffizient.
Da würde ich eher schauen, was der 3-Tonner „Spectre“ wegzieht – zumindest nach WLTP. Da kann ein Bentley auch hinkommen.
Fraglich ist aber tatsächlich, was die Antwort der Kunden war. Haben die „bis zu 350 Meilen“ gesagt, oder ist das eine EPA/ WLTP-Übersetzung aus dem Marketing?
Aber wie man es dreht, unter 120 kWh netto wird das nicht werden, und die sind bei den Fahrzeugen technisch und finanziell absolut drin.
Yupi meint
Die Kunden die einen RR kaufen haben auch das Geld, sich beim örtlichen Netzbetreiber ein entsprechendes Trafohäusschen in den Vorgarten setzen zu lassen und sich einen Supercharger zu finanzieren.
Die lassen sicherlich nicht die 11 KW KW Heim Wallbox von Lidl installieren.
Matthias meint
„Darüber hinaus werden sie den Privatjet benutzen“. Wenn die Greta das wüsste! Da fragt man sich ab wann Privatluftabwehrraketen benutzt werden zur Säuberung des Privathimmels.
Man könnte meinen hier wollen einige Markenvertreter von Bentley in Sachen bizarrem Klotz-Protz das neue Nichtgeschäftsmodell von Jaguar übertrumpfen und sich dabei aus dem schnöden Volkswagenkonzern „herausekeln“.
M. meint
Greta hat nun mal keine Privatraketen.
Ich lasse mal offen, ob ich das gut oder schlecht finde ;-)
Aber dass Bentley aus dem VW-Konzern raus will, das glaube ich nicht.
Die bedienen sich am Konzernbaukasten, und die Kohle, sowas selbst zu entwickeln, verdienen sie mit den paar Autos nicht.
Elvenpath meint
Ich benutze schon ab 300 km meine A380.
M. meint
Bentley-Fahrer sind eben arme Schlucker.
Die können sich vielleicht mal einen Hubschrauber leisten, aber besser erst ab 561 km, damit es nicht so oft vorkommt.
Gernot meint
Ich verstehe immer nicht, was sich Leute erhoffen, wenn sie hier die Mitleidstour fahren?! Ja, sicher gibt es auch Leute, die noch mit sowas Altem wie einer A380 reisen müssen. Meine A350-1000 nervt allerdings auch und meine Boom Overture soll jetzt erst 2029 geliefert werden. Das Leben ist hart.
eBikerin meint
Wie wars mal mit ein wenig an die Umwelt denken? Mir reicht mein A320 – der ist vollkommen ausreichend für die durchschnittliche tägliche Kilometerleistung.
Verstehe echt nicht warum man den SUV der Lüfte braucht wenn doch eh im Schnitt nur eine Person mitfliegt ;-)
Andi EE meint
Ja vom CO2 ist der A320 wirklich super, leider passt es mit dem Wendekreis nicht. Deshalb ein No-Go.
M. meint
Die Kunden meinen aber sicher reale Reichweite, nicht WLTP.
Dass die immer 120 fahren, halte ich auch nicht für sicher.
In so einem Brocken wie dem EXP 15 also mindestens 120 kWh netto.
Christian meint
560km Reichweite bei 130 km/h ist doch ok.
David meint
Die Reichweitengeschichte haben sie von Rolls-Royce abgeschrieben. Sie dürften aber übersehen haben, dass Rolls-Royce das nicht in Stein gemeißelt, sondern für den Spectre so definiert hat. Vor einigen Jahren. Für den nächsten Rolls-Royce ist ein deutlich größerer Akku zu erwarten. Denn es geht in dieser Klasse um Überfluss und das darf auch zu viel Akkukapazität sein.
M. meint
Ja, im Specre stecken ja auch „nur“ 102 kWh. Das ist einfach das Teil aus dem i7, der damit schon vor 3 Jahren vorgestellt wurde.
Die Technik dort ist auf Zellebene sicher nichts anderes als die im i4, der vor 4 Jahren vorgestellt wurde.
Und immer in Mischplattformen (außer RR).
Ein Neue-Klasse iX3 hat schon Stand 2025 eine Batterie mit knapp 108 kWh.
Oder kurz: mit dem Bauraum geht anno 2027 mehr.
Für einen Bentley sind dann 120 kWh durchaus drin.
Und die wird der nächste RR auch bekommen.
Ob man die braucht…. tja.