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Autozulieferer fordern verlässliche Partnerschaften & bessere Rahmenbedingungen

16.03.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

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Bild: Bosch

Mittelständische Automobilzulieferer in Baden-Württemberg geraten zunehmend unter Druck: Investitionen in Elektromobilität und neue Technologien bringen noch keine Ergebnisse, Abrufe und Stückzahlen bleiben hinter den Plänen zurück. Langfristige Planungen werden für die Zulieferer zunehmend schwierig. Mit einem neuen Positionspapier fordert das Cluster Automotive der wvib Schwarzwald AG verlässliche Partnerschaften entlang der Lieferkette und bessere Rahmenbedingungen, um Industrie, Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region zu sichern.

Das Positionspapier wurde vom Beirat des Automotive-Clusters erarbeitet. 53 Unterzeichner aus der wvib Schwarzwald AG unterstützen die Forderungen.

Forderungen an die Automobilhersteller

Das Cluster Automotive appelliert an die Markenhersteller, Planbarkeit, Fairness und echte Partnerschaften zu gewährleisten. Mittelständische Zulieferer benötigen belastbare Transformations-Roadmaps, um Ressourcen gezielt einsetzen zu können. Volatile Mengen- und Abrufplanungen gefährden Investitionen in Technologie, Personal und Infrastruktur.

„Die besten Lösungen entstehen in langfristiger Zusammenarbeit. Zulieferer bringen ihre Expertise und Problemlösungsfähigkeit ein. Das verdient echte Partnerschaft, nicht Austauschbarkeit“, heißt es im Positionspapier.
 

Forderungen an die Politik

An die Politik richtet das Cluster Automotive die Forderung nach wettbewerbsfähigen Energiepreisen, die marktwirtschaftlich über Angebot und Nachfrage stabilisiert werden. Zudem verlangt die Autoren schnelle Genehmigungsverfahren, eine systematische Fachkräftegewinnung sowie eine starke Forschungs- und Wissenschaftspolitik, die den Technologiestandort wirkungsvoll stärkt.

Die Zulieferer bekennen sich zugleich zur CO₂-Bepreisung als zentralem Instrument für den Klimaschutz: „Ein CO₂-Preis muss die realen Umweltkosten wirksam abbilden. Er setzt marktwirtschaftliche Innovationsanreize und wirkt effizienter als Verbote oder Subventionen“, heißt es im Positionspapier.

„Antriebswende und wirtschaftliche Herausforderungen belasten die Automobilzulieferer doppelt. Damit Industrie, Arbeitsplätze und Wohlstand erhalten bleiben, brauchen wir faire Partnerschaften zwischen Herstellern und Zulieferern. Vor allem aber sind verlässliche Rahmenbedingungen notwendig – darunter wettbewerbsfähige Energiepreise und schnelle Genehmigungsverfahren“, so wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.

„Mit unserer Kampagne ‚Deutschland kann mehr’ setzen wir uns für eine umfassende Reformagenda ein, um den Standort nachhaltig zu stärken. Die Politik muss die Folgen politischer Eingriffe wie das Verbrennerverbot auf das gesamte automobile Ökosystem erkennen. Die Branche muss global wettbewerbsfähig bleiben. Dazu braucht es faire Spielregeln, nicht marktverzerrende Subventionen.“

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Via: wvib (PDF)
Tags: Autozulieferer

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. R2D2 meint

    17.03.2026 um 20:42

    Wer für die Zulieferindustrie noch arbeitet, scheint nichts verstanden zu haben? Wenn soll Plan Solle erfüllen, die just in time abgerufen werden können, egal wo auf der Erde, vorarbkosten trägt natürlich…. der zuliefern, entschuldigung, der zuliefernde. Zahlungsziel ist dann 90 Tage. sofern auf der Rechnung jeder Buchstabe richtig verwendet wurde.

    ne danke.

    ich habe schon state of the art, mega super woper Firmen aus Dt. erleben dürfen, die mega super Produkte hatten und genau am ersten Absatz verreckt sind.

    Antworten
  2. Paule meint

    16.03.2026 um 10:39

    Bin ich sprachlos, was hier für Forderungen aufgemacht werden. Für mich klingt das nach sozialistischer Planwirtschaft die man sich erträumt.

    Als nächstes kommt mein Bäcker auf die Idee, dass ich mit ihm klare Abnahme-Mengen vereinbare. Wie soll er sonst planen, wie viel Mehl er kaufen muss?

    Insbesondere die Zulieferindustrie der Automobilhersteller, oft auch als verlängerte werkbank tituliert, hat sich aus Bequemlichkeit in diese Abhängigkeit begeben. Mach das ein Einzelunternehmer, wird ihm Scheinselbständigkeit vorgeworfen. Das zu entkräften, muss er sich breit aufstellen, eigene Geschäftsräume haben, Werbung schalten usw.

    Wer seit 20 Jahren Sitze für im Wesentlichen nur einen Auftraggeber fertigt verlangt jetzt Planungssicherheit?

    Wie so etwas läuft, hat man in der Historie sehr schön bei der Prevent-Gruppe sehen können. Oder bei Brriggoschiin.

    Antworten
    • MK meint

      16.03.2026 um 15:42

      @Paule:
      Z.B. Formen um ein spezielles Teil, dass dann natürlich nur bei einem Hersteller bzw. teils sogar nur in einem Modell verbaut werden kann, kosten oftmals Millionen. Außerdem muss Personal eingestellt und angelernt werden…und wird ggf. gegen Abfindungen entlassen. Auch Entwicklungsleistungen liegen wie im Artikel angesprochen immer mehr bei Zulieferern. Da ist es üblich, dass Abnahmegarantien oder Staffelpreise abgeschlossen werden. Staffelpreise bedeutet, dass wenn z.B. unter 80% der vereinbarten Menge abgenommen werden, der Stückpreis für die abgenommenen Stück automatisch steigt, aber auch sinkt, wenn z.B. mehr als 120% abgenommen werden. Eine gewisse Absicherung zu verlangen, finde ich also durchaus legitim und nicht unüblich. Natürlich ist auch klar, dass wenn eine neue Fabrikhalle gebaut und auf 25 Jahre abgeschrieben wird, der Kunde (also der Automobilhersteller), kein 25 Jahresvertrag bekommen kann.

      Weil: Mit der Abhängigkeit haben Sie zwar recht. Unabhängig besteht die aber auch wie man z.B. 2022 bei Kabelbäumen gesehen hat: Fällt nur ein einziger Lieferant aus von tausenden, die Teile für ein Auto liefern (und das kann ja auch durch eine Insolvenz sein), kann das Auto nicht mehr gebaut werden. Sehr spannend war auch 2018/2019 der GLE/GLS-Anlauf in den USA: Da wurden zehntausende Fahrzeuge weltweit geparkt, dann in Deutschland die fehlenden Teile (z.B. Dachhimmel) eingebaut…und dann der Großteil in die USA zurückgeschippert, weil da die meisten verkauft werden. Sie können ja mal ausrechen, was Mercedes da an Geld verloren hat.

      Antworten
      • Paule meint

        16.03.2026 um 18:13

        Keine Ahnung was du mir erklären willst. Das sind alles Binsenweisheiten. Die teuersten formen sind bei den Blechpressen, das machen die meisten Hersteller selbst oder ihre Töchter.
        Die Frage ist doch, wie und ob man sich als Zulieferer auf ein Geschäft einlässt. Ich lese oben, Autozulieferer fordern verlässliche Partnerschaften & bessere Rahmenbedingungen. Sie fordern das in der Öffentlichkeit? Bei wem? Bekommen die das jetzt nicht mehr hin mit ihren Auftraggebern selbst, wie früher auch, zu verhandeln?

        Antworten

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