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Treibhausgasdaten zeigen laut UBA: „Klimaschutz braucht neuen Schub“

16.03.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

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Bild: VW

Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland hat sich verlangsamt. Das zeigen die Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2025. Demnach emittierte Deutschland im vergangenen Jahr rund 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Emissionen sanken um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent CO₂-Äquivalente im Vergleich zu 2024. Damit hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen seit 1990 um 48 Prozent reduziert.

Der Sektor Energiewirtschaft verzeichnet einen Rückgang um 0,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, der auch auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. In den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr an. Gleichzeitig hat sich der deutsche Wald so weit erholt, dass er wieder mehr CO₂ aufnimmt, als er emittiert.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: UBA

Insgesamt unterschreiten die Emissionen 2025 die vorgegebene Jahresemissionsgesamtmenge des Klimaschutzgesetzes. Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibt erreichbar, wie die aktuelle Projektion der mittelfristigen Treibhausgasentwicklung zeigt. Dafür braucht es allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen. Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken.

„Deutschland ist auf dem Weg zur Klimaneutralität schon weit vorangekommen“

„Deutschland ist auf dem Weg zur Klimaneutralität mit rund 48 Prozent Treibhausgas-Reduktion gegenüber 1990 schon weit vorangekommen. Ohne die Fortschritte der Vergangenheit wären wir heute noch abhängiger von Öl- und Gas-Importen“, so Bundesumweltminister Carsten Schneider. „Der Blick auf das Jahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild. Bei den Emissionen waren die Fortschritte zu langsam. Zugleich können wir eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien feststellen: Die Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen ist 2025 enorm angestiegen. Und es gibt so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor. Das macht Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden.“

Schneider weiter: „Auch der deutsche Wald hat uns 2025 wieder beim Klimaschutz geholfen. Auf diese Entwicklungen wollen wir aufbauen und mit dem Klimaschutzprogramm dafür sorgen, dass Deutschland wieder auf Klimakurs kommt. Deutschland hat heute das technologische Werkzeug, um Klimaschutz, wirtschaftliche Dynamik und bessere Lebensbedingungen miteinander zu verbinden. Und was dem Klima nutzt, erhöht auch unsere Sicherheit und Wirtschaftskraft. Jede zusätzliche Kilowattstunde erneuerbarer Energie macht unser Land unabhängiger von Öl und Gas und unsere Energieversorgung sicherer.“

„Die Emissions- und Projektionsdaten zeigen, dass sich der Klimaschutz sektorübergreifend leicht verlangsamt. Die gute Nachricht: Wir wissen, was zu tun ist, um die nationalen Klimaziele noch zu erreichen und die Weichen dafür können Ende März mit dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gestellt werden“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. „Zentrales Fundament bleibt eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür erforderlichen Speicher- und Netzinfrastrukturen und der Elektrifizierung im Verkehr und in den Gebäuden sowie ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“

Insgesamt ist der Ausstoß an Treibhausgasen im vergangenen Jahr laut dem UBA um 0,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente beziehungsweise 0,1 Prozent gegenüber 2024 gesunken. Damit unterschreiten die kumulierten Emissionen des Jahres 2025 in Höhe von 648,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente die nach Klimaschutzgesetz (KSG) angepasste zulässige jährliche Gesamtmenge von 661,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente um rund 12,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Den 2025 gesunkenen Emissionen im Industriesektor, die mit der aktuell schwachen Konjunktur zusammenhängen (-5,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente), stehen fast ebenso große Anstiege im Verkehrs- (+2,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) und Gebäudesektor (+3,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) gegenüber. In den Sektoren Energiewirtschaft (-0,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) und Landwirtschaft (+/-0 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) blieben die Emissionen nahezu unverändert.

Projektionsdaten: Klimaziel bis 2030 bleibt erreichbar

Neben den Emissionsdaten 2025 veröffentlicht das UBA mit den Projektionsdaten 2026 die Treibhausgasprojektion für die kommenden Jahre. Die Projektion beruht auf bis November 2025 verfügbaren Informationen und beinhaltet daher noch keine neuen Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung und auch nicht die aktuellen Öl- und Gaspreisentwicklungen. Die Projektionsdaten zeigen, dass das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern, weiter erreichbar bleibt.

Die bis November 2025 implementierten klimapolitischen Instrumente reichen jedoch nur aus, um die Emissionen bis 2030 um 62,6 Prozent zu reduzieren. Im Zeitraum von 2021 bis 2030 sind die sektorübergreifenden Jahresemissionsgesamtmengen nach KSG mit knapp 3,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente rechnerisch eingehalten. Im Vergleich mit den Projektionsdaten 2025 ist die sektorübergreifende Übererfüllung deutlich gesunken und der bislang bestehende Puffer in Höhe von rund 81 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente nahezu aufgebraucht.

Mit Blick auf die Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) vergrößert sich die zwischen 2021 und 2030 kumulierte Gesamtlücke laut Projektion im Vergleich zum Vorjahr um 29 Millionen Tonnen auf 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Investitionen, die Gebäude und Verkehr in Deutschland aus der Abhängigkeit von fossilen Energien befreien, sind darum besonders dringend, um den Ankauf von Zertifikaten aus anderen EU-Mitgliedstaaten möglichst zu vermeiden.

Großer Handlungsbedarf in den Sektoren Verkehr und Gebäude

Im Jahr 2025 lagen die Emissionen des Energiesektors mit rund 189,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente um 0,6 Millionen Tonnen (-0,3 %) niedriger als im Vorjahr. Der Energiesektor ist Dreh- und Angelpunkt der sektorübergreifenden Transformation. Zwar ist der Ausbau der Wind- und besonders der Solarenergie 2025 deutlich vorangeschritten, allerdings konnte wegen des windarmen ersten Halbjahrs weniger Windstrom produziert werden als im Vorjahr. Einen Rekord gab es bei den neuen Genehmigungen für Windkraftanlagen mit fast 21 Gigawatt. Zudem konnte die Bundesnetzagentur die Genehmigungsverfahren für 2.000 Kilometer Stromleitungen abschließen.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: UBA

Der Verkehrssektor verursachte im Jahr 2025 146,3 Millionen t CO2-Äquivalente (+2,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente). „Zugleich gab es positive Entwicklungen bei der Elektromobilität, die sich zu einem größeren Trend entwickeln könnten“, so das UBA. „Inzwischen verfügt Deutschland über ein gut ausgebautes öffentliches Strom-Ladenetz mit mehr als 180.000 Ladepunkten, das weiter deutlich wächst. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw war ein rein batterieelektrisches Fahrzeug – 45 Prozent mehr als noch 2024. Diese Dynamik könnte sich in diesem Jahr fortsetzen mit neuen, günstigeren Modellen und der neuen Förderung für Elektroautos durch die Bundesregierung.“

Im Industriesektor sanken aufgrund der aktuell schwachen Konjunktur im Jahr 2025 die Emissionen der Industrie auf 144,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das entspricht einem Rückgang um 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente (-3,8 %) gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung waren geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und der sinkende Einsatz fossiler Energieträger. Langfristig wird die Transformation der Industrie laut dem UBA vor allem durch folgende Technologien bestimmt: die Elektrifizierung industrieller Prozesse, den Einsatz von grünem Wasserstoff und CO₂-arme Produktionsverfahren (z. B. Direktreduktion in der Stahlindustrie). Der Hochlauf dieser Technologien gehe noch nicht schnell genug voran.

Im Gebäudesektor besteht dem UBA zufolge nach wie vor großer Handlungsbedarf. Die Emissionen lagen demnach 2025 bei 103,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente – dies entspricht einer Steigerung um 3,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, die vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen ist. Obwohl das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien noch zu niedrig war, ist eine deutlich gestiegene Akzeptanz für die klimafreundliche Wärmepumpe festzustellen: So hat die Wärmepumpe 2025 die Gasheizung als meistverkaufte Heizungsart überholt und wurde 299.000-mal verkauft – 55 Prozent mehr als im Vorjahr. „Technologische Fortschritte, sinkende Betriebskosten und steigende Installationskapazitäten im Handwerk treiben diese Entwicklung“, erklärt das UBA.

Die Sektoren Landwirtschaft und Abfallwirtschaft wiesen 2025 nur geringe Veränderungen gegenüber dem Jahr 2024 auf.

Wald wird wieder zu Nettosenke für Treibhausgase

Der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) verursachte 2025 Nettoemissionen von insgesamt 26,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Vorjahr: 57,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) und bleibt damit weiterhin eine bedeutende Nettoquelle für Treibhausgase. Die aktuellen Emissionsdaten zeigen jedoch, dass sich der deutsche Wald nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 wieder etwas erholt hat und 2025 mehr CO2 aufnehmen kann, als er ausstößt (Nettosenke).

Im vergangenen Jahr hat der Wald der Auswertung zufolge 19,3 Millionen t CO2-Äquivalente mehr aufgenommen als er emittierte. Die Projektionsdaten zeigen aber wie im Vorjahr, dass zusätzliche Maßnahmen nötig sind, um die vorgesehenen Senkenziele für 2030, 2040 und 2045 einzuhalten. Dabei könnten auch technische negative Emissionen eine Rolle spielen.

„Sektorübergreifend und langfristig werden auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitere Maßnahmenpakete erforderlich sein, um den Umbau der Volkswirtschaft zur Klimaneutralität erfolgreich zu vollenden“, so das UBA. „Auf Grundlage der bereits umgesetzten Maßnahmen wird bis zum Jahr 2040 eine Minderung um rund 80 Prozent gegenüber 1990 und bis zum Jahr 2045 um rund 83 Prozent erreicht.“

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Via: UBA
Tags: Emissionen, NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Future meint

    16.03.2026 um 12:39

    Der Verkehrssektor ist also nochmal dreckiger geworden als im Vorjahr: +2,1 Mio. Tonnen. Da helfen die paar Elektroautos natürlich nicht weiter. Es braucht also Maßnahmen, die wirklich etwas verändern. Norwegen und China zeigen uns doch, wie man sowas macht.

    Antworten
    • Ossisailor meint

      16.03.2026 um 14:47

      China wird m.E. gerade ziemlich überschätzt, was den Anteil der BEV am Gesamtmarkt angeht. Der liegt auch nur bei rund 30 %.

      Antworten
  2. R2D2 meint

    16.03.2026 um 11:01

    Wärmepumpen brauchen genau DANN Strom, wenn das Wetter mies ist, E-Autos brauchen in dieser Zeit auch ca. 30% mehr Energie. Wie man das mit Erneuerbaren ohne Atomenergie schaffen möchte, bleibt das Geheimnis der Ideologen. Auch diese Taschenspielertricks alla „wir haben auf Jahressicht 64% EE….“ bringt uns nicht weiter. Genau DANN wenn wir viel Strom haben, kommt wenig bis nichts von den EEs. Kein Land in der EU ist so deppert unterwegs wie Deutschland.

    Antworten
    • Ossisailor meint

      16.03.2026 um 14:50

      Vielleicht machst du Dich mal schlau über 2 Dinge:
      1. Welche Alternativen zur Atomenergie den Zweck besser erfüllen und deswegen bevorzugt werden
      2. Über den realen Strompreis aus AKW. Der ist nämlich der Teuerste

      Antworten
      • R2D2 meint

        16.03.2026 um 15:58

        Die nächste STufe der AKWs wird sein, das man alte brennstäbe verarbeiten kann. Der nächste Schritt wird sein, CO2 aus der Atmosphäre zu saugen und damit Sprit zur Fortbewegung zu produzieren. BEIDE Techniken sind BEREITS in Arbeit…. aber Leute die eher sozialwissenschaften gelernt haben und bücher schreiben können das nicht wissen…

        Antworten
        • Steffen meint

          16.03.2026 um 23:34

          Ja, und dann zu Preisen doppelt so hoch wie jetzt gerade. Wie hoch die Akzeptanz dafür ist sieht man ja gerade in den sozialen Netzwerken, haha.

    • Steffen meint

      16.03.2026 um 23:32

      Dann schau dir mal genau an, wie viel EE auch in den Wintermonaten produziert wird. Das ist nahe 50 %.

      Antworten

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