Das Center of Automotive Management (CAM) hat eine Segment- und Modellanalyse der Neuzulassungen in Deutschland im Zeitraum Januar bis März 2026 veröffentlicht. Die Zahl der batterieelektrischen Fahrzeugmodelle ist demnach in den ersten Monaten des Jahres auf 155 Modelle gewachsen, im Vergleich zu 134 Modellen im Jahr 2024.
Das Modellangebot ist weiterhin stark durch SUVs geprägt, die mit einem Anteil von 55 Prozent beziehungsweise 86 Modellen mehr als die Hälfte des Gesamtangebots ausmachen. In den für den Markthochlauf besonders relevanten Fahrzeugklassen wie Minis und Kleinwagen bleibt das Angebot hingegen weiterhin begrenzt. Gleichzeitig zeigt sich eine rückläufige Entwicklung bei den Fahrzeugpreisen.
Der an den Neuzulassungen gewichtete durchschnittliche Fahrzeugpreis (Listenpreis ohne Sonderausstattung und Aktionspreise) sinkt im Jahr 2026 auf 52.934 Euro und liegt damit deutlich unter dem Niveau des Jahres 2024 von 56.669 Euro. Parallel dazu verbessern sich die technischen Eigenschaften der Stromer weiter: Die durchschnittliche Reichweite steigt deutlich von 450 auf 480 Kilometer nach WLTP-Norm. Auch die durchschnittliche Ladeleistung erhöht sich signifikant von 151 kW/205 PS auf 171 kW/233 PS.
Für das Jahr 2026 erwartet das CAM weiterhin eine spürbare Belebung der Marktdynamik von Elektrofahrzeugen in Deutschland, insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter CO₂-Flottengrenzwerte in der Europäischen Union. Gleichzeitig bestätigt sich der Trend sinkender Neuwagenpreise.
Im deutschen Elektromobilitätsmarkt zeigt sich ein signifikanter Rückgang der Durchschnittspreise von 56.669 Euro im Jahr 2024 auf 52.934 Euro im Jahr 2026, die jeweils nach Verkaufsvolumen gewichtet wurden. Auf Segmentebene sind insbesondere in volumenstarken Klassen deutliche Preisrückgänge zu beobachten: Die Segmente „Kleine SUV“, „Mittelklasse“ und „Obere Mittelklasse“ verzeichnen die stärksten Preisrückgänge.
Hauptursachen hierfür sind laut den Branchenexperten der intensivere Wettbewerb sowie strategische Preisanpassungen einzelner Hersteller, wie etwa die Preissenkungen beim Tesla Model 3. Gleichzeitig tragen neue, preisgünstigere Modelle wie der BYD Atto 2 oder der Renault 4 zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck und damit zu sinkenden Preisen in diesen Segmenten bei.
Auch in den Einstiegssegmenten Minis und Kleinwagen gehen die Preise zurück, wodurch die Erschwinglichkeit von Elektrofahrzeugen weiter zunimmt. In den Segmenten große SUV und Oberklasse ergibt sich ein höheres Preisniveau, was jedoch vor allem auf die geringe Anzahl von Modellen und die für die Gewichtung relevante ungleichmäßige Verteilung der Modellzulassungen im betrachteten Zeitraum zurückzuführen ist.
Studienleiter Stefan Bratzel: „Trotz deutlicher Fortschritte bei technologischen Parametern wie Reichweite und Ladeleistung bleibt das Preisniveau von Elektrofahrzeugen ein zentraler Hemmfaktor für den weiteren Markthochlauf in Deutschland. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bestehen weiterhin deutliche Unterschiede bei den Anschaffungskosten, die insbesondere für preissensiblere Kundensegmente eine wichtige Rolle spielen. Dies zeigt sich auch daran, dass aktuell nur 18 Elektromodelle zu einem Listenpreis von unter 30.000 € angeboten werden und das Angebot im Einstiegssegment damit weiterhin begrenzt ist. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Hersteller zunehmend die preisliche Attraktivität der Elektromodelle gegenüber Benziner-Modellen durch günstige Leasingangebote steigern werden, u. a. um die CO₂-Flottenziele der Europäischen Union zu erreichen.“
Ausgehend vom Jahr 2022 zeigt sich ein deutlicher technologischer Fortschritt bei Elektrofahrzeugen. Die durchschnittliche Reichweite steigt von 376 auf 480 Kilometer im Jahr 2026, während sich die Ladeleistung im gleichen Zeitraum von 116 kW/158 PS auf 171 kW/233 PS erhöht. Demgegenüber entwickelt sich das Preisniveau nicht linear: Ausgehend von 48.669 Euro im Jahr 2022 steigt der durchschnittliche Fahrzeugpreis zunächst auf 56.669 Euro im Jahr 2024, bevor er im Jahr 2026 wieder auf 52.934 Euro sinkt.

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