Eine Achillesferse der Mobilitätswende ist neben dem Thema Reichweite auch die Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur. Die Sorge, vor einer defekten oder nicht funktionierenden Ladesäule zu stranden, bremst die Akzeptanz der E-Mobilität unter anderem in Deutschland. Das Berliner Start-up Monta will Ladeprobleme mit künstlicher Intelligenz (KI) in Echtzeit lösen.
Ladeversuche können zu Problemen führen, von der Autorisierung bis zum plötzlichen Ladeabbruch. Bei Fahrern führt das zu Frustrationen und verlorener Zeit. Hier setzt Monta an. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge einer der am schnellsten wachsenden Softwareanbieter für den Betrieb von Ladeinfrastruktur in Europa und den USA. Man stellt demnach bereits das zentrale Betriebssystem für führende Energie- und Mobilitätsunternehmen wie Norlys, CenEnergy und The Mobility House.
„Wartezeit sink bis auf null Sekunden“
Mit dem „Monta AI Driver Support“ stellt das Unternehmen nun eine Technologie vor, die Negativerfahrungen beim Laden reduzieren soll. Anstatt Fahrer in eine Warteschleife zu leiten, analysiert ein KI-basierter Sprachassistent Probleme während des Anrufs in Echtzeit. Da die KI direkt in Montas Charge Point Management System (CSMS) integriert ist, kann sie auf die Fehlerquelle der Ladesäule zugreifen, den Ladevorgang aktiv neu starten oder andere Befehle ausführen. „Für den Fahrer an der Säule sinkt die Wartezeit damit bis auf null Sekunden“, heißt es.
Die Wirksamkeit dieses Ansatzes sollen aktuelle Daten aus dem System belegen: 77 Prozent aller Support-Anrufe würden bereits heute vollständig autonom von der KI gelöst – und das mehr als zweimal schneller als durch einen menschlichen Agenten, berichtet Monta. Für die Betreiber von Ladenetzen (CPOs) bedeute das eine erhöhte Verfügbarkeit von Ladepunkten sowie eine „massive“ Reduzierung der Betriebskosten. Vor allem gebe es ihnen die Möglichkeit, auch bei stark wachsender Ladeinfrastruktur einen zuverlässigen und skalierbaren Service zu gewährleisten.
„Vertrauen in die Ladeinfrastruktur wiederherstellen“
„Das Ziel der Mobilitätswende ist gefährdet, wenn Fahrer nicht auf die Zuverlässigkeit von Ladeinfrastruktur vertrauen können“, sagt Max Scherer, Chief Operating Officer (COO) bei Monta. „Wir sehen uns nicht nur als Software-Partner, sondern als Wegbereiter für eine ganzheitlich funktionierende E-Mobilität in komplett Europa.”
„Indem wir den Fahrer-Support durch KI effizienter und verlässlicher gestalten, verbessern wir das Ladeerlebnis und stärken das Vertrauen der Nutzer in die Technologie“, so Felix Rathke, Head of Sales für die DACH-Region bei Monta. „Das hilft unseren Partnern, ein wirtschaftlich tragfähiges Ladenetz aufzubauen und zu betreiben. Damit übernehmen wir einen entscheidenden Beitrag, die Mobilitätswende tatsächlich zu beschleunigen.“

MK meint
Kleine Umfrage in die Runde: Wer hatte denn überhaupt schon solche Probleme?
Ich persönliich noch nie und ich kenne auch niemanden, der schon Probleme hatte und auf einen Service angewiesen war…für mich ist das also eher so eine Geschichte vom Stammtisch der eAuto-Gegner.
Und wenn dann eine Ladesäule tatsächlich mal kaputt ist, kann auch eine KI da nicht helfen.
Werner Mauss meint
Wenn’s Probleme gibt, einfach Not Aus und Neustart, hilft zu 99%. Kommt aber so gut wie nicht mehr vor. Der Rest sind alte oder ausgelutschte Stecker, da fährt man halt ein paar Meter weiter, da braucht es keine KI dafür.
GuteFrage meint
Letztes Mal war Monta noch eine dänische Firma, nun ist es plötzlich eine Firma aus Berlin?