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Volvo-Chef: „Wir können mit einem elektrischen Fokus auf lange Sicht nur gewinnen“

09.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 2 Kommentare

Volvo-EX60

Bild: Volvo

Volvo-Chef Håkan Samuelsson spricht im Interview mit der WirtschaftsWoche über die aktuelle Lage der Autoindustrie, die Position Volvos und die Zukunft der Elektromobilität. Er betont die Stärken der deutschen Autoindustrie, insbesondere die Ingenieure, mahnt aber gleichzeitig, dass sich die Branche an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss. Samuelsson nennt Elektrifizierung, Klimaschutz, die steigende Wettbewerbsintensität durch China und das Ende der bisherigen Globalisierung als zentrale Herausforderungen.

Der Branchenveteran zeigt sich optimistisch, dass deutsche Hersteller die nötigen Anpassungen schaffen werden: „Ich würde die deutschen Unternehmen nie unterschätzen. Sie haben erkannt, was sie ändern müssen.“ Volvo, mehrheitlich im Besitz des chinesischen Konzerns Geely, profitiere von Respekt gegenüber der deutschen Autoindustrie und von technologischen sowie preislichen Vorteilen innerhalb des Konzerns.

Beim neuen Volvo-Elektroauto EX60 verweist Samuelsson auf Vorteile bei Reichweite, Verbrauch, Ladegeschwindigkeit und Preis. Die kleineren Strukturen des Premiumherstellers erlaubten eine schnelle Umsetzung neuer Ideen, da die entwickelte moderne Plattform für alle Autos genutzt werden könne. Die schwedische Firmenkultur mit flachen Hierarchien und inklusivem Management trage zusätzlich zur Effizienz bei.

Samuelsson war schon von 2012 bis 2022 Volvo-Chef, 2025 kehrte er zurück an die Spitze. Er will das Unternehmen im Alter von 74 Jahren nicht länger als vertraglich vorgesehen führen und betont, dass sein Nachfolger sowohl interne als auch externe Kandidaten sein könnten – auch deutsche Manager. Entscheidend seien Erfahrung in der Autoindustrie und Verständnis für die schwedische Markenführung.

Zur Konkurrenz chinesischer Premium-Elektroautos erklärt der Volvo-CEO, dass diese zunächst in der Volksrepublik ihre Technik im Volumensegment testen und dann relativ leicht auf Premiumfahrzeuge umstellen könnten. Samuelsson sieht Potenzial, dass die stärksten chinesischen Marken in zehn Jahren gemeinsam rund 30 Prozent Marktanteil in Europa erreichen.

Fokus bleibt auf E-Mobilität

Der Manager betont, dass Volvo trotz Geely als Haupteigentümer eine schwedische Marke bleibe und weiterhin auf Elektromobilität fokussiert sei. Die Transformation sei bei einer relativ kleinen Produktionsmenge leichter zu bewältigen, die Marke sei für E-Autos gut geeignet.

Der EX60 sei preislich mit Verbrennern vergleichbar, und Samuelsson prognostiziert, dass E-Autos künftig sogar günstiger sein könnten. Er lehnt die Verschiebung des ab 2035 von der EU geplanten faktischen Verkaufsstopps für klassische Verbrenner ab und sieht die technische Umstellung auf Elektromobilität als unvermeidlich.

Keine Regulierung könne richtige Technik aufhalten, so der Volvo-Boss. „Der Elektroantrieb wird sich auf jeden Fall durchsetzen.“ Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Europa sei keine unlösbare Aufgabe. Samuelsson glaubt, dass in zehn Jahren genügend Ladesäulen existieren werden, um den Umstieg auf E-Autos zu ermöglichen.

„Volvo ist für die Elektromobilität perfekt geeignet“

Das Ziel des CEO ist weiter, Volvo zum reinen Elektroautobauer zu machen. Die Umstellung dauere jedoch etwas länger als erwartet, auch weil die Kunden sich langsamer als gedacht vom Verbrenner lösen. „Volvo ist für die Elektromobilität perfekt geeignet. Die Marke steht für Sicherheit, Funktionalität, Familientauglichkeit. Das sind Top-Attribute für E-Autos“, so Samuelsson.

Die Umstellung auf E-Autos sei für Volvo ein Vorteil, da die Produktion weniger als eine Million Fahrzeuge umfasse und dadurch die Transformation einfacher sei. „Wir können mit einem elektrischen Fokus auf lange Sicht nur gewinnen“, glaubt der CEO.

Die Präsenz von Geely innerhalb des Konzerns beschleunige Entwicklung und Einkauf, ohne die schwedische Identität von Volvo zu beeinträchtigen. Samuelsson verweist auf die Vorteile der schwedischen Firmenkultur für Dynamik, Einfachheit und Effektivität.

Abschließend unterstreicht der CEO, dass Volvo seine Position im Premiumsegment durch den Fokus auf Elektromobilität sichern wolle und dabei sowohl interne Innovation als auch die Zusammenarbeit mit Geely nutze.

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. F. K. Fast meint

    09.04.2026 um 11:30

    Genau der Titelsatz, nur mit C, sollte eigentlich von Ford kommen.

    Antworten
  2. hu.ms meint

    09.04.2026 um 10:53

    … aber kaum ohne geschwindigkeitsanzeige in der sichtachse auf die strasse.

    Antworten

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