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BMW-M-Managerin: Elektroauto kann „Kreise um den Verbrenner fahren“

17.04.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

bmw-m-electrified

Bild: BMW

Bei der BMW-Performance-Tochter M wird der Wandel hin zu elektrischen Antrieben nicht als Bruch verstanden, sondern als konsequente Weiterentwicklung. Sylvia Neubauer, Vice President Kunde, Marke und Vertrieb bei BMW M, beschreibt Innovation dabei nicht allein als technologischen Fortschritt. Vielmehr betont sie beim Automobilwoche Women’s Leadership Day, dass ein wichtiger Treiber von Innovation „Emotionen“ seien – eine Dimension, die für die Marke zentral und erfolgsentscheidend sei.

Die emotionale Komponente prägt laut Neubauer sowohl Entwicklung als auch Kauf eines M-Fahrzeugs. Es gehe nicht nur um ein Produkt, sondern um ein Mindset, das die Marke seit ihren Anfängen bestimme und bis heute die strategische Ausrichtung trage. Dieses Selbstverständnis stütze sich auf klar definierte Säulen, darunter der Grundsatz „born on the racetrack“ (auf der Rennstrecke geboren), der den Motorsport als Ursprung der Marke beschreibt.

Motorsport auch für Serienautos

BMW M sei ursprünglich nicht als Submarke konzipiert worden, sondern mit dem Ziel, Rennen zu gewinnen und technologische Grenzen zu verschieben. Der Motorsport fungiere weiterhin als zentraler Prüfstand, bei dem Rennerfolge als „Proofpoint“ für funktionierende Technologien gelten. Entscheidend sei dabei die Übertragung in die Serie. Performance werde nicht nur über Beschleunigung definiert, sondern insbesondere über Beherrschbarkeit im Grenzbereich.

Die wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht diese Ausrichtung: 2025 erzielte BMW M mit 213.457 Fahrzeugen das 14. Rekordjahr in Folge. Neubauer führt dies auf disziplinierte Markenführung und eine präzise Zielgruppenansprache zurück. Authentizität spiele dabei eine zentrale Rolle, denn „unsere Kunden spüren, ob Performance echt ist oder nur behauptet wird“.

Ein Beispiel für die strategische Weiterentwicklung ist der neue BMW M3, der zukünftig parallel mit klassischem Reihensechszylinder-Verbrenner und als vollelektrische Variante angeboten wird. Dieses Konzept soll sowohl bestehende Fans als auch neue Zielgruppen ansprechen. Die Elektrifizierung wird dabei als logischer nächster Schritt verstanden, wobei laut Neubauer entscheidend bleibt, dass sich auch ein elektrifizierter BMW M wie ein echter BMW M anfühlt.

„Elektrifizierung ist nicht der Endgegner“

Die Transformation zur Elektromobilität sieht Neubauer als nächsten logischen Schritt. „Elektrifizierung ist nicht der Endgegner“, sagt sie. Entscheidend sei, dass auch ein elektrifizierter BMW M sich wie ein echter BMW M anfühlt. Ein Entweder-oder zwischen klassischen Kunden und neuen Zielgruppen lehnt die Managerin ab. Vielmehr sei die gleichzeitige Ansprache beider Gruppen essenziell. Um Vorbehalte gegenüber elektrischen Modellen abzubauen, setzt BMW M auf neue Kommunikationsformate wie eine YouTube-Serie.

Technologisch eröffnen elektrische Antriebe laut Neubauer zusätzliche Möglichkeiten. Ein strombetriebener BMW M könne „Kreise um den Verbrenner fahren“, ohne der Marken-DNA zu widersprechen. Gleichzeitig bleibe die Marke den Wünschen klassischer Kunden verpflichtet, insbesondere beim Verbrennungsmotor und beim Schaltgetriebe, das vor allem in den USA weiterhin gefragt ist.

Allerdings stoßen Schaltgetriebe angesichts steigender Leistung an Grenzen. Neubauer kündigt hierfür eine Lösung an, ohne Details zu nennen. Dabei deutet sich an, dass ein handgeschalteter M3 mit geringerer Leistung Teil dieser Lösung sein könnte.

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. drache444444 meint

    17.04.2026 um 20:51

    achso. beide zielgruppen ansprechen also. also kein auto für die eine oder die andere, sondern einen kompromiss im marketing finden mit den beide möglichst wenig unzufrieden sind. unzufrieden sinds so oder so.

    Antworten
  2. Fischmeister meint

    17.04.2026 um 14:38

    Ein heutiger BMW M hat doch nichts mehr mit Rennstrecke oder Rennsport zu tun. Das ist nichts weiter als Bud Spencer im Jogginganzug. Da können sie aus dem Marketing erzählen was sie wollen. Wo sie recht haben, an Elekteo führt nichts vorbei und es ist cool.

    Antworten
    • brainDotExe meint

      17.04.2026 um 18:17

      „Ein heutiger BMW M hat doch nichts mehr mit Rennstrecke oder Rennsport zu tun“

      Dem muss ich widersprechen.
      Der M4 CSL und M2 CS halten den jeweiligen Klassenrekord auf der Nordschleife.

      Antworten
  3. South meint

    17.04.2026 um 10:30

    Fünf Euro für das PR Phrasenschwein heisst das bei uns… da können die bei BMW von Technologieoffen sabbeln was sie wollen… unglaublich, aber die Welt dreht sich um Technologie, nicht die PR Abteilung von BMW….

    Antworten
    • brainDotExe meint

      17.04.2026 um 18:18

      Wenn die PR zur Technologie passt, und das tut sie ja bei BMW, passt das doch.
      Wichtig ist, dass BMW technologieoffen handelt und in beiden Bereichen führend ist.

      Antworten
      • South meint

        17.04.2026 um 23:15

        Ah geh. Nichts wird momentan so sehr gehyped wie BMW. Das ist doch völliger Unsinn. Und. „Beide“ wären ja nur zwei Bereiche. Verbrenner, E Autos und H … sind schon mal drei.
        Und weiterhin Verbrenner zu produzieren, hat nix mit Technologieoffen zu tun, das können die „alten“ sowieso.
        In Wahrheit geht es nur um eine Frage. Wer kann auf Dauer mit marktgängigen E Autos Geld verdienen…. und dafür muss BMW wie alle anderen auch technisch führend und preislich im Rahmen sein… vom Rest wird man nicht überleben können…

        Antworten
        • M. meint

          20.04.2026 um 11:13

          Hype sehe ich wo ganz anders.

      • Tt07 meint

        17.04.2026 um 23:50

        „…technologieoffen handeln“ wie peinlich. Jedes Kindergartenkind weiß mittlerweile, dass dies Geschwätz BS hoch 10 ist. Komm mal im wahren Leben an.

        Antworten
  4. David meint

    17.04.2026 um 10:23

    Ich denke, so ist es richtig: Die Elektroversion alle Trümpfe ausspielen lassen. Es wird schnell klar sein, da ist nichts mehr mit nach einer halben Runde Nürburgring Limp Mode oder 200 km Reichweite mit schwerem Gasfuß. Zudem ist es mit vier Motoren perfektes Torque-Vectoring und optimale Traktion. Kreise um die Verbrenner fahren, gefällt mir.

    Antworten
    • Justin Case meint

      17.04.2026 um 14:30

      Aber macht es auch Brumm?
      Und wenn ja: Ist das Brumm auch echt oder nur synthetisch?

      Frage für einen „Freund“…

      Antworten
      • Powerwall Thorsten meint

        17.04.2026 um 16:27

        Brum macht es nur in deinem Kopf – da muss man eben manchmal einfach umparken, das geht übrigens sogar ohne Ultraschallsensoren.

        Antworten
      • brainDotExe meint

        17.04.2026 um 18:20

        BMW arbeitet an einem möglichst authentischen Soundgenerator und nimmt dazu auch Samples von den beliebtesten Verbrennern auf. Siehe dazu auch die YouTube Serie.

        Für diejenigen die allerdings einen wirklich authentischen Sound wollen, gibt’s ja noch die Verbrenner Modelle parallel im Angebot.

        Antworten

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