Hondas zuletzt einziges Elektroauto e:Ny1 ist offenbar vom Markt genommen worden, denn auf der Hersteller-Website ist es nicht mehr konfigurierbar. Die Elektro-Version des bekannteren Kompaktmodells HR-V war in Deutschland ab Sommer 2023 bestellbar. Noch im Januar 2026 gab es einen Rückruf wegen eines Softwarefehlers.
Der e:Ny1 ist laut Berichten auch in anderen europäischen Märkten nicht mehr verfügbar, in einigen aber schon. Eine offizielle Mitteilung des japanischen Herstellers zur Zukunft des Modell steht aus.
Der 4,3 Meter lange e:Ny1 verfügt über einen Antriebsstrang mit einer 68-kWh-Batterie, die mit einer Ladung eine Reichweite von bis zu 412 Kilometern nach WLTP-Norm bietet. 150 kW (204 PS) und 310 Nm maximales Drehmoment sorgen für eine Beschleunigung von 0-100 km/h in 7,6 Sekunden. Der Verbrauch beträgt offiziell kombiniert 18,2 kWh/100 km nach WLTP-Norm. Los ging es zuletzt bei 38.990 Euro.
Honda hat kürzlich seine Gewinnerwartung für das letzte Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Statt eines operativen Gewinns von 550 Milliarden Yen (etwa 3 Mrd. Euro) rechnet der japanische Autohersteller nun mit einem Verlust zwischen 270 und 570 Milliarden Yen (1,4 bis 3,05 Mrd. Euro). Der Konzern begründete die Revision unter anderem mit hohen Abschreibungen im US-Elektroauto-Geschäft. Auch für die nähere Zukunft erwartet Honda erhebliche Belastungen.
Der Markt für Elektroautos habe sich nicht wie erwartet entwickelt, teilte der Konzern jüngst mit. Neben einer schwachen Nachfrage und politischen Veränderungen in den USA habe auch die starke Konkurrenz aus China dazu beigetragen. Als Konsequenz stoppte der Hersteller die Entwicklung von drei geplanten Elektroautos: Honda 0 SUV, Honda 0 Saloon sowie Acura RSX. Die beiden Honda-Modelle waren 2025 in Form von Studien angekündigt worden.
In den USA will der Konzern nun verstärkt auf Hybridfahrzeuge setzen. Welche Auswirkungen die schlechten finanziellen Erwartungen auf das Europageschäft haben, ließ Honda offen. Die aktuellen Entwicklungen beim e:Ny1 deuten aber darauf hin, dass die Marke auch hierzulande ihre E-Auto-Strategie überdenkt. In Deutschland bietet das Unternehmen auf jeden Fall bis auf Weiteres maximal teilelektrische Fahrzeuge an.

Wasco meint
Immerhin wurden weltweit, vor allem in China rund 90k Stück davon verkauft. Technisch wohl nicht zeitgemäß.
Stromspender meint
Als der Honda im Sommer 2023 auf den Markt kam, hatte er schlechtere Fahr-, Verbrauchs- und Leistungsdaten als ein 2019er Kia eNiro aufzuweisen und war von Tag eins an eine Totgeburt.
F. K. Fast meint
412km mit 68kWh: das schaffen der ID.3 Neo mit 50kWh und der Puma Gen-E mit 47kWh.