Alfa Romeo will die nächste Generation der Limousine Giulia und des SUV Stelvio im Mittelklassesegment 2028 einführen, berichtet Autocar. Außerdem soll die Quadrifoglio-Spitzenversion der Giulia zurückkehren, mit der Wahl zwischen elektrischem und benzinbetriebenem Antrieb.
Ursprünglich sollten die neuen Giulia- und Stelvio-Modelle bereits in diesem Jahr und ausschließlich als Elektroautos starten. Diese Planung wurde im Rahmen eines breiteren Kurswechsels des Mutterkonzerns Stellantis wegen der ungleichmäßigen Nachfrage nach Elektroautos überarbeitet.
Beide neuen Modelle wechseln dem Bericht zufolge auf die Plattform STLA Large, die als elektrisch geprägte Multi-Energie-Architektur entwickelt wurde. Der spätere Marktstart soll damit zusammenhängen, dass die Fahrzeuge für Plug-in-Hybrid-Antriebe angepasst werden. Alfa-Chef Santo Ficili sagte Autocar, man müsse „die ganze Welt berücksichtigen, weil die Marke global ist“. Die Welt sei nicht überall bereit für Elektroautos.
Ficili erklärte zudem, Alfa Romeo werde Verbrenner so lange anbieten, wie Nachfrage bestehe. Man müsse einen Weg finden, die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen. Das bedeute BEV (rein batterieelektrisch), aber auch ICE (Verbrenner-Antrieb) und PHEV (plug-in-hybrid). Die bisherigen Giulia- und Stelvio-Modelle kamen 2015 beziehungsweise 2016 in den Verkauf und basieren auf der älteren Giorgio-Plattform, die noch vor dem Zusammenschluss mit Stellantis bei FCA (Fiat-Chrysler) entwickelt wurde. Bisher gibt es die Modelle nur als reine Verbrenner.
Die Plattform STLA Large kann Plug-in-Hybrid-Technik aufnehmen. Die Herausforderung bei Alfa lag in der Überarbeitung der Karosserie, damit für Verbrenner-Antriebe mehr Kühlung möglich wird. Dafür waren Änderungen am Design nötig, darunter neue Frontpartien mit weiter geöffneten Grills zur Verbesserung des Luftstroms. Durch den Plattformwechsel werden Giulia und Stelvio größer, zugleich sollen aerodynamischere Formen den Luftwiderstand senken und die Reichweite der Elektro-Versionen verbessern.
Beim Design sollen beide Modelle die neue Alfa-Formensprache übernehmen, die mit dem kleinen SUV Junior eingeführt wurde. Im Innenraum soll die Bildschirmnutzung weitgehend auf ein zentrales Display begrenzt bleiben. Die typische „Cannocchiale“-Instrumenteneinheit soll erhalten bleiben, vermutlich in digitaler Form.
Die neue Generation soll die bislang größte Antriebsvielfalt eines Alfa Romeo bieten. Am Einstieg werden turboaufgeladene Vierzylinder-Benziner erwartet, ergänzt um Mildhybrid-Technik zur Senkung der Emissionen. Für die Plug-in-Hybride ist die Antriebslösung laut dem Bericht noch offen. Für die reinen Elektro-Versionen kann die STLA Large Batterien mit 85 bis 118 kWh aufnehmen. Für die effizientesten elektrischen Giulia- und Stelvio-Versionen wird eine Reichweite von mehr als 640 Kilometern genannt.
Die „Quadrifoglio“-Versionen sollen bei Giulia und Stelvio die Spitzenposition einnehmen und sowohl mit Elektro- als auch mit Verbrenner-Antrieb kommen. Außerdem sollen beide Modelle als erste Alfa Romeo die Software-Architektur STLA Brain nutzen, die unter anderem Fahrwerksdynamik, Torque Vectoring und aktive Dämpfung in Echtzeit per künstlicher Intelligenz steuern, Over-the-Air-Updates ermöglichen und ein neues Augmented-Reality-Head-up-Display antreiben soll. Die Plattform arbeitet mit 800-Volt-Architektur, was höhere Ladeleistungen und bei den Quadrifoglio-Modellen dank dünnerer Verkabelung auch weniger Gewicht ermöglichen soll.

David meint
Das ist halt Stellantis. Too little, to late. Man hat halt nichts nicht genug Geld für Investitionen und kann auf nichts aufbauen. Der alte Chef hat nur im gestern investiert. Die Jahresbilanz hatte es ihm gedankt. Aber jetzt sind wir in der Zukunft von damals aus gesehen und die sieht nicht gut aus.
Andre meint
Die Guilia gefällt mir seit Jahren richtig gut. Weil Alfa Romeo sie nicht als BEV anbietet, wollte ich sie nicht kaufen.
Mal sehen, was sich jetzt ändert, wobei bis 2028 noch viel Zeit vergeht => Pech für Stellantis, weil ich so kein Auto von denen kaufe.
simon meint
Die Latte liegt mit dem Xpeng P7, Mercedes C-Klasse EQ und dem BMW i3 schon sehr hoch.
Das müssen die Leistungsdaten schon 350-400kW Schnellladeleistung und einen zwischen 90-110kWh großen Akku hergeben. Optisch ist es auf jeden Fall dann das schönste der Autos.
eBikerin meint
Optik konnte Alfa schon immer. Hoffentlich bleibt das so.
M. meint
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Technisch war Alfa meistens eher Standardklasse, mit Spielereien wie Twinspark oder dem 2,9 V6 von Ferrari zwar, aber das sind nur Leuchttürme, keine echten Vorteile in der Masse dessen, was verkauft wird. Die Autos haben einfach Charakter. Deswegen haben die ihre Fans.
Und die müssen die wieder finden. Wenn das technisch Hausmannskost ist, stört das keinen Fan, solange sie ansprechend verpackt ist. Man darf halt nicht sehen und fühlen, dass man gerade 20% mehr eigentlich nur für einen Fiat gezahlt hat.