Mercedes-AMG sieht sich vor der Herausforderung, die Begeisterung für hochwertige, potente und hochpreisige Elektroautos zu wecken. Die Marke ist für leistungsstarke Motoren und ein besonders dynamisches Fahrerlebnis bekannt. Mit dem Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé hat die Mercedes-Tochter nun ihr erstes komplett eigenes E-Auto vorgestellt. Seit Kurzem werden Bestellungen angenommen, Kunden will man vor allem auch mit Probefahrten locken.
Es wurden schon zuvor Vollstromer mit AMG-Emblem eingeführt, dabei handelt es sich aber um reguläre, lediglich „veredelte“ Mercedes-Serienmodelle. Der Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé ist das erste Modell auf der nach den Anforderungen der Sportwagenmarke für E-Autos ausgelegten „High-Performance-Architektur“ AMG.EA.
Der Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé nutzt erstmals in einem vollelektrischen Serienfahrzeug Axial-Fluss-Motoren. Drei dieser Motoren treiben das viertürige Coupé an: zwei an der Hinterachse, einer an der Vorderachse. Zum Bestellstart stehen zwei Varianten zur Wahl: Mercedes-AMG GT 63 4-Türer Coupé und Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé. Der GT 63 leistet bis zu 860 kW oder 1169 PS, damit geht es von 0 auf 100 in bis zu 2,1 Sekunden und weiter bis 300 km/h.
Die „AMG High Performance Electric Battery“ arbeitet mit 800 Volt und direkt gekühlten Rundzellen. Mit den 106 kWh Nettokapazität sollen nach WLTP-Norm 597 bis 700 Kilometer möglich sein. Die maximale DC-Ladeleistung (Gleichstrom) von 600 kW erlaubt eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in 11 Minuten und bis zu 460 Kilometer WLTP-Reichweite in 10 Minuten. AC-Laden (Wechselstrom) ist mit bis 11 kW möglich. Das Batteriekonzept umfasst 2660 einzelne Akkus in 18 Kunststoffmodulen, jede Rundzelle wird von einem elektrisch nichtleitenden Öl umströmt.
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Für Fahrdynamik sorgen „AMG Performance 4Matic+“, Torque Vectoring, aktive Hinterachslenkung mit bis zu 6 Grad und das Luftfahrwerk „AMG Active Ride Control“ mit semi-aktiver Wankstabilisierung. Der „AMG Race Engineer“ bündelt Steuerung und Individualisierung von Ansprechverhalten, Traktion und Kurvenverhalten. Die Aerodynamik nutzt aktive Elemente. Dazu gehören zwei Venturi-Platten im Unterboden, ein aktiver Heckdiffusor, ein ausfahrbarer Heckspoiler und ein weiterentwickeltes Airpanel. Im Fahrprogramm „AMGForce S+“ soll das rein elektrische Coupé ein V8-Erlebnis mit Sound, simulierten Schaltvorgängen und angepasstem Fahrerdisplay bieten.
„Zunächst einmal muss das Produkt stimmen“
Michael Schiebe, CEO von Mercedes-AMG, betont im Gespräch mit Motor1, dass man die Entwicklungen der Konkurrenz in den letzten Jahren genau beobachtet habe, um zu lernen, welche Ansätze erfolgreich waren und welche nicht. „Zunächst einmal muss das Produkt stimmen. Ich bin davon ziemlich überzeugt – vielleicht bin ich in dieser Frage nicht ganz objektiv –, aber das Elektroauto wird im Performance-Segment eine völlig neue Dimension des elektrischen Fahrens eröffnen.“
Um die Akzeptanz der Kunden zu erhöhen, will Schiebe viele Probefahrten sowie umfangreiche Schulungen für Händler anbieten. Das Ziel ist es, die Kunden direkt mit der Leistung des Fahrzeugs bekannt zu machen. „Denn bei diesem Auto muss man es einfach spüren können. Deshalb müssen wir die Kunden hinter das Steuer setzen, denn man muss es erleben.“
„Ich weiß, dass es auf dem Markt viele Annahmen gibt, dass Elektroautos vielleicht nicht emotional sind, aber bitte glauben Sie mir, man muss es fahren“, so der AMG-Chef. Alle bisherigen Fahrer seien „tief beeindruckt“ vom Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé gewesen.

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