Mercedes-AMG und Ferrari haben mit dem Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé und dem Ferrari Luce neue Elektroautos vorgestellt. Beide Modelle erfuhren in den sozialen Medien viel Kritik, die sich insbesondere auch gegen das Design richtete. In einem gemeinsamen Interview mit WELT-Herausgeber Ulf Poschardt äußerten sich die CEOs Ola Källenius und Benedikt Vigna zu den neuen Technologien und der Mobilitätswende.
Ferrari-Boss Vigna erklärte, dass neue Technologien die Form beeinflussen und Innovationen nicht immer sofort von allen erkannt würden. Der Luce sei kein reines Elektroauto für die Zukunft, sondern Teil eines Portfolios aus Verbrennern, Hybriden und Elektroantrieben. Vigna betonte das Prinzip der Wahlfreiheit für den Kunden. „Wir glauben nicht an eine reine Elektro-Transition, sondern an Wahlfreiheit. Die Reaktion zeigt, wo wir relevant sind, und wir lernen durch Feedback. Wir glauben an kontinuierliches Lernen.“
Källenius beschrieb die technische Entwicklung beim ersten eigenen AMG-Elektroauto als revolutionär, die Entwickler hätten freie Hand gehabt, um neue Technologien zu nutzen. Das Fahrzeug nutzt drei fortschrittliche Axialfluss-Elektromotoren, die den Viersitzer in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Die flüssigkeitsgekühlte Batterie erlaubt Schnellladen mit 600 kW for eine Reichweite von 460 Kilometern in zehn Minuten. Bei der Aerodynamik kommen aktive Front- und Hecksplitter zum Einsatz, zusätzlich Venturis im Boden.
Bezüglich der zukünftigen Antriebsarten betonte Ferrari-Boss Vigna, dass Veränderungen in der Branche schrittweise verlaufen. Man biete Verbrenner, Hybrid und Elektro sowie weiterhin Motoren mit 6, 8 oder 12 Zylindern an. „Wir geben dem Kunden die Freiheit zu wählen. Die Entscheidung liegt nicht bei uns, sondern beim Käufer.“ Vigna verwies darauf, dass Technologieumstellungen Jahre dauerten. Zudem sei Europa nicht autonom, sondern brauche globale Ressourcen wie Lithium. Außerdem sei die Umwandlung von Rohstoffen zu Produkten komplex und umweltbelastend. Und um neue Technologie zu beherrschen, müsse man sie studieren. Jede Technologie habe gute und schlechte Seiten.
Mercedes-Konzernlenker Källenius äußerte sich kritisch zur politischen Debatte und forderte eine Mitbestimmung von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Kunden beim Weg zur Null-Emission. Die Industrie investiere bereits hunderte Milliarden Euro in die Dekarbonisierung. Er warnte vor einer zu starren staatlichen Vorgabe, die den Markt schrumpfen lassen könnte. Källenius plädierte für marktwirtschaftliche Methoden und Investitionen in die Infrastruktur statt einer Planwirtschaft. „Wir stehen an einem Wendepunkt, und müssen wirtschaftlichen Erfolg, Resilienz und Dekarbonisierung jetzt parallel erreichen.“ Der Stuttgarter Traditionskonzern investiere überzeugt in Elektromobilität, aber Technologie-Flexibilität sei nötig.

McGybrush meint
Die beiden haben sich hier bei der Rechtfertigung schnell ins technische verrannt.
Das ist nicht das Problem. Das sind Technisch sehr gute Autos (auf dem Papier).
Aber warum darf ein Elektroauto nich auch schön sein? Egal ob Runde oder Eckige Formen. Die beiden Autos sehen auf jeden Fall weird aus.