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Parkopedia will E-Auto-Fahrer besser zu verfügbaren Ladepunkten lotsen

29.05.2026 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

BMW-laedt-bei-Ionity

Bild: BMW (Symbolbild)

Parkopedia hat sein Angebot für Elektroauto-Ladedaten erweitert, damit Fahrzeughersteller den Fahrern eine bessere Ladeerfahrung bieten können. Im Mittelpunkt stehen Daten zur Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Ladepunkten. Der Anbieter bezeichnet die Unbeständigkeit öffentlicher Ladeinfrastruktur als zentrale Hürde für die breite Einführung von E-Fahrzeugen.

Mit steigenden Reichweiten habe sich die wichtigste Barriere für E-Autos von „Reichweitenangst“ zu „Ladeangst“ verschoben. Gemeint ist die Unsicherheit, ob ein Ladepunkt bei Ankunft funktioniert oder verfügbar ist. Genannt wird eine effektive Nichtverfügbarkeit von bis zu 43 Prozent öffentlicher Ladepunkte. Das setzt sich zusammen aus 25 Prozent Ausfallrate durch nicht funktionierende Geräte und weiteren 18 Prozent erheblicher Auslastung in Lade-Hubs wie im US-amerikanischen San Francisco.

Die erweiterte Programmierschnittstelle von Parkopedia liefert laut dem Anbieter „hochpräzise“ Daten zur Zuverlässigkeit und Nutzung. Sie soll sich nahtlos in Fahrzeugsysteme integrieren lassen. Navigationssysteme sollen dadurch Ladeorte mit höherer Betriebszeit und höherer Wahrscheinlichkeit sofortiger Verfügbarkeit priorisieren können.

EV-Reliabilty-Parkopedia
(Zum Vergrößern anklicken) Bild: Parkopedia

Zu den neuen Funktionen gehört eine dynamische Zuverlässigkeitsskala von A bis F auf Basis historischer Erfolgsraten. Hinzu kommen prädiktive Auslastungshistogramme, die zeitbasierte Belegungsdaten bereitstellen. Außerdem sollen Fahrzeughersteller die Gesamtkosten eines Ladevorgangs anzeigen können, einschließlich Energiekosten sowie möglicher Leerlauf- oder Überziehungsgebühren, bevor Fahrer ihre E-Autos zum Laden anschließen.

Parkopedias Ladedaten umfassten bereits bereits Standort, Anzahl der Ladegeräte, Ladegeschwindigkeit, Steckertypen und Betreiberangaben. Die Ergänzung um Zuverlässigkeits- und Nutzungsmetriken wird als wichtiger Schritt beschrieben, um der Autoindustrie ein durchgängiges, möglichst reibungsloses Ökosystem bereitzustellen. E-Auto-Fahrer sollen dadurch fundierte Ladeentscheidungen treffen und Fahrten besser planen können.

„Für Fahrzeughersteller ist das Ladeerlebnis jetzt ein zentraler Bestandteil der Markentreue“, sagt Duncan Licence von der Parkopedia-Mutter Arrive. Die Fahrer von Elektroautos erwarteten dieselbe „Plug-and-Play“-Zuverlässigkeit, die sie von Verbrennermodellen gewohnt sind. Die Daten sollen Autoherstellern ermöglichen, Fahrer von defekter oder überlasteter Infrastruktur weg und zu einem erfolgreichen Ladevorgang zu führen.

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Via: Parkopedia
Tags: LadestandardsAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Dirk meint

    29.05.2026 um 13:19

    Es ist ein Witz, dass es nicht geschafft wurde, bei der Ladeinfrastruktur zwingend eine Verfügbarkeitsinfo bereitstellen zu müssen. Dann wäre alles so einfach.
    Da wurde, so wie bei der Verschleichung der gesamten Technik, mal wieder tief geschlafen.

    Die Säulen sind alle online und jeder Provider müsste nicht nur Ausfälle, sondern auch Auslastung und einen Terminplan anhand der Ladedaten veröffentlichen – bestenfalls wird die Säule schneller frei, wenn jemand nicht bis 100% lädt (bzw. man muss einen Zielstand angeben beim Laden).

    Antworten
  2. banquo meint

    29.05.2026 um 12:19

    Ist parkopedia eine zusätzliche App unabhängig von Navigation mit Ladeplanung oder integrieren die Fahrzeughersteller die Technik in ihre Ladeplanung?

    Antworten
  3. Gernot meint

    29.05.2026 um 11:08

    So lange diese Daten nicht konsistent für alle Säulen aller Betreiber zur Verfügung stehen, werden Hersteller es nicht integrieren. Für Säule A von Betreiber X meldet Parkopedia eine sehr gute Verfügbarkeit. Für Säule B von Betreiber Y stehen diese Daten nicht bereit, die Verfügbarkeit der Säule ist tatsächlich aber noch viel besser. Wenn der Hersteller diese Säule mangels Verfügbarkeitsdaten ausfiltert, tut er dem Kunden keinen Gefallen.

    Und das Ganze ist eine rein theoretische Diskussion, weil auch 2026 die meisten Hersteller noch nicht mal vernünftig nach Ladesäulenbetreibern/Ladekarten filtern können. In einem Cupra Baujahr 2025 mit VW-Software 5.x geht das jedenfalls auch 2026 noch nicht. Man kann lediglich nach Ionity und Elli filtern. Das ist bizarr schlecht und dann brauchen wir nicht über Optimierung nach Verfügbarkeitsdaten zu sprechen.

    Antworten
  4. South meint

    29.05.2026 um 10:31

    Gut gemeint, aber Laden muss quasi ein Nobrainer werden, wie das Tanken eben auch. Man muss einfach überall mit Bankkarte bezahlen können, ohne das man mit einem Mondpreis konfrontiert wird. Man bräuchte mal ein saubere Beschilderung, bzgl. Preis und vielleicht Ladegeschwindigkeit.
    Natürlich stimmt der Einwand, dass man das nit App und Verträgen auch heute schon problemlos kann und das das kostet, aber nicht jeder kann oder mag das. EAutofahren muss für die volle breite der Bevölkerung schlicht auch ohne Smartphone, Verträgen, unkompliziert und vorallem zu fairen Konditionen möglich sein….

    Antworten
    • Gernot meint

      29.05.2026 um 13:41

      Einfach und unkompliziert ist nicht Bezahlen per Bankkarte und dann ggf. bei jedem Ladevorgang immer neu die PIN einzugeben. Einfach und unkompliziert ist Plug&Charge. Einmalig registrieren und dann zukünftig nur Stecker rein. Fertig. Unterstützen auch immer mehr Autos und Ladesäulenbetreiber.

      Und „faire Konditionen“ bedeutet perspektivisch zwingend dynamische Preise. Mit zunehmender BEV-Verbreitung muss das Laden zunehmend in Zeiten stattfinden, in denen viel EE-Strom verfügbar ist und wenig Last im Netz herrscht. Bekommen wir das nicht hin, triggert das massiven Netzausbau plus den Bau teurer Backupkapazität. Das verteuert den Strom für alle und zwar massiv. Wir müssen Lasten flexibilisieren und bei BEV gibt es dafür großes Potenzial. Wenn sich dann alle 15 Minuten der Preis ändert, muss der BEV-Fahrer sich ein bisschen informieren. Will er das nicht, ist es auch OK, aber dann zahlt er eben pro Jahr 500-1000 Euro mehr für Strom, wenn er bevorzugt zur Spitzenlastzeit lädt.

      Die BNA hat gerade Zwischenergebnisse für den AgNes-Prozess veröffentlich. Zeitvariable Netzentgelte sollen per OptIn geöffnet werden. Könnte für all die Leute mit nicht angemeldeter „mobiler“ Wallbox spannend sein.

      Antworten

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