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Fehlende öffentliche Ladesäulen in 42 Prozent der deutschen Gemeinden

03.06.2026 in Aufladen & Tanken, Politik von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

VW-e-Golf-Ladeanschluss

Bild: VW

In rund 42 Prozent der deutschen Gemeinden fehlen öffentliche Ladesäulen für Elektroautos. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linkenabgeordneten Dietmar Bartsch hervor. Betroffen sind demnach 4548 der insgesamt 10.775 Gemeinden in Deutschland, die über keinen öffentlichen Ladepunkt verfügen. Vor fünf Jahren lag diese Zahl aber noch um rund 2000 höher.

In Bundesländern mit relativ kleinen Kommunen ist der Anteil fehlender Ladesäulen besonders hoch. In Rheinland-Pfalz liegt dieser Wert bei 72 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 68 Prozent und in Thüringen bei 65 Prozent. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ist der Zugang flächendeckend gewährleistet. Bei Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern verfügen 99 Prozent über mindestens einen öffentlichen Ladepunkt.

Das Bundesverkehrsministerium verwies laut der Zeit darauf, dass Elektroautos in den betroffenen Gemeinden überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden.

Dietmar Bartsch kritisierte, dass es für den Kauf von Elektroautos staatliche Zuschüsse gebe, während die öffentliche Ladeinfrastruktur weit zurückbleibe. Das Problem gelte besonders für den Osten, wo jede zweite Gemeinde keinen öffentlichen Ladepunkt habe. Ein statistischer Effekt spiele dabei eine Rolle, da Gemeinden im Osten im Durchschnitt kleiner als im Westen seien. „Der Osten werde bei der E-Mobilität in der Breite zweitrangig behandelt“, so Bartsch.

Ab 2028 müssen Tankstellenketten mit mindestens 200 Standorten an ihren Standorten mindestens einen Schnellladepunkt anbieten. Für Menschen in Dörfern wird dies jedoch nicht unbedingt eine Verbesserung bringen, da es dort oft keine Tankstellen gibt.

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Via: Zeit.de
Tags: LadestandardsAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Kant49 meint

    04.06.2026 um 08:10

    Vielleicht sollte man in der Gemeindevertretung mal auf die Rechtslage hinweisen. Das GEIG fordert ab 1.1.2025 auch im Bestand von Nichtwohngebäuden (Verwaltung, Schulen, kommunale Betriebe, Supermärkten) mit mehr als 20 Parkplätzen mindestens einen Ladepunkt.

    Antworten
  2. Matthias meint

    03.06.2026 um 14:51

    Wer ein E-Auto mit CCS und mind. 200km Reichweite hat kann in jeder „Ladewüste“ zurechtkommen. Anders ist es wenn man ein altes E-Auto oder ein Zweirad hat, mit wenig Reichweite und nur mit Typ2. Man konnte früher mit AC-Ladesäulen, die teils gratis Strom abgaben, durchaus zufrieden sein, zumal ja kaum andere E-Autos unterwegs waren. Inzwischen ist alles auf AC-lose CCS-only-Ladeparks fokussiert während die Typ2-Säulen wie Tropfen auf dem heißen Stein verstreut irgendwo herumstehen, teils schon wieder abgebaut sind, oder Außer Betrieb, wie eine von EnBW am Bahnhof bereits seit Wochen. Die Kaufland-Triple können eigentlich 43 kW über das dicke Typ2-Kabel abgeben, perfekt für die Ur-Zoe, sind jedoch auf 11kW ausgebremst worden. Frustrierend für diejenigen die mit 22kW AC laden können bzw. müssen weil das Fahrzeug weder CCS noch Chademo hat.

    Antworten
    • MK meint

      03.06.2026 um 23:47

      @Matthias:
      Also hier bei uns (Marburg) werden gar keine CCS-Lader neu gebaut und es gibt auch kaum welche (insgesamt 6 in der ganzen Stadt von drei Anbietern), während das AC-Netz zügig wächst.

      Antworten
  3. F. K. Fast meint

    03.06.2026 um 14:24

    Das werden dann die Orte sein, wo viele BEV-Fahrer keinen Urlaub machen werden.

    Antworten
  4. Nabilio meint

    03.06.2026 um 10:54

    Die Frage ist natürlich, muss es in jeder Gemeinde eine Ladesäule geben? Ist diese Statistik nur vermeintlich skandalös?

    Der Artikel gibt ja schon einen Hinweis darauf, dass es viele Kleingemeinden, insbesondere in RLP oder den östlichen Bundesländern gibt. Die Liste ,,Kleinste Gemeinden Deutschlands nach Einwohnern“ in Wikipedia zeigt, dass die kleinsten 100 Gemeinden weniger als 67 Einwohner haben. Die kleinste ,,Gemeinde“ sogar eine Hallig in der Nordsee mit 7 Personen ist. In den einhundert kleinsten Gemeinden wird es sicherlich auch keine Tankstelle geben. Aber bei eines bin ich mir sicher. Sie werden alle einen Stromanschluss im Haus haben.

    Der Artikel ist meiner Meinung einer Empörung nicht wert. Wichtiger als eine Ladesäule an jeder Milchkanne, wäre eine vernünftige regionale Verteilung von Ladepunkten. Und hier gibt es tatsächlich noch einen gewissen Nachholbedarf.

    Antworten
  5. MK meint

    03.06.2026 um 10:49

    Das hört sich dramatisch an, die entscheidende Aussage ist aber doch, dass 99% aller Gemeinden mit 5.000 oder mehr Einwohnern öffentliche Ladesäulen haben. Kleinere Gemeinden sind ja meist nicht ein Ort mit 4.900 Einwohnern, sondern mehrere kleine Dörfer…und die wiederum bestehen meist aus Ein- bis maximal Zweifamilienhäusern mit eigenen Parkplätzen für jedes Auto. Öffentliche Ladesäulen nutzen solche Einfamilienhaus-Besitzer zu Hause wiederum in der Regel nicht. Außerdem stehen öffentliche Ladesäulen ja oft da, wo die Leute sowieso hinfahren, z.B. auf einem Supermarktparkplatz. Solche Kleinst-Gemeinden haben aber halt oftmals keinen eigenen Supermarkt, auch keine Schule und meist auch keine größeren Firmen als Arbeitgeber. Die Leute fahren also sowieso für nahezu alles in eine Nachbargemeinde.

    Von daher: ich verstehe die Kritik, dass man eAutos fördert, die öffentliche Ladeinfrastruktur aber nicht (wobei das ja auch so pauschal nicht stimmt…Stichwort „Deutschlandnetz“)…gleichzeitig sehe ich aber auch, dass es vollkommen am Bedarf vorbei geht, sich nur darauf zu konzentrieren, dass jede Gemeinde eine öffentliche Ladesäule hat und daher Steuergeldverschwendung wäre. Eine schöne Zahl in der Statistik bringt niemanden etwas.

    Oder anders: Noch vor 10 Jahren gab es das klassische Henne-Ei-Problem: Keiner baut eine Ladesäule, weil die sich nicht rechnen kann und keiner will ein eAuto, weil man das nirgendwo laden kann. Mit über 200.000 öffentlichen Ladepunkten in Deutschland ist dieses Problem aber längst überwunden und der Ausbau lässt sich aus meiner Sicht privatwirtschaftlich finanzieren.

    Antworten

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