Bentley hat den Namen für sein erstes rein elektrisches Fahrzeug bekannt gegeben: Der Torcal wird als luxuriöses SUV mit Fokus auf den Einsatz im urbanen Raum auf den Markt kommen. Die offizielle Vorstellung des Modells ist für den September in London geplant. Das Elektroauto befindet sich derzeit in der finalen Testphase.
Mit einer Länge von fünf Metern wird der Torcal unterhalb des je nach Version rund 5,1 bis 5,3 Meter langen Verbrenner-SUV Bentayga in der Modellpalette positioniert. Der Name des neuen SUVs leitet sich von El Torcal de Antequera ab, einer Kalksteinlandschaft in Andalusien, Spanien. Zudem spielt die Namensgebung auf das lateinische Verb „torquere“ an, welches die Grundlage für den Begriff Drehmoment bildet. Bei Elektroautos steht das Drehmoment im Gegensatz zu Verbrennern bereits ab dem Start nahezu vollständig zur Verfügung.
Das Design des Torcal basiert laut Autocar auf einer Interpretation des elektrisches Konzeptautos EXP 15 und führt eine neue Designsprache bei der Volkswagentochter ein. Technisch nutzt der Torcal die Premium Platform Electric (PPE), die auch beim Cayenne Electric der Schwestermarke Porsche zum Einsatz kommt. Bentleys E-Auto wird voraussichtlich standardmäßig mit zwei Motoren ausgestattet sein und über eine 113-kWh-Batterie verfügen. Die Ladeleistung von bis zu 390 kW soll die Batterie in weniger als 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen können.
Die Reichweite des ersten elektrischen Bentley-Modells soll über 480 Kilometer betragen. „Wir stellen fest, dass es in Bezug auf die Reichweite einen optimalen Bereich gibt. Unsere Kunden sagen uns im Grunde genommen, dass 300 bis 350 Meilen (ca. 480 bis 560 km, d. Red.) dieser optimale Bereich sind. Darüber hinaus nutzen sie dann den Privatjet“, sagte Robin Page, Designdirektor bei Bentley, gegenüber Autocar. Man strebe keinen Rekord bei der Reichweite an.
Im Innenraum soll der Torcal den gleichen geschwungenen zentralen Touchscreen wie der neue elektrische Porsche Cayenne haben – im Hochformat und in zwei Bereiche unterteilt: oben das Infotainment-System und darunter die Klimaregelung. „Wir stellen fest, insbesondere in unserem Marktsegment, dass die Leute von rein digitalen Bildschirmen etwas gelangweilt sind“, so Page zuvor. Bentley wird daher möglicherweise keinen zweiten Touchscreen für den Beifahrer anbieten, wie es Porsche tut.
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CEO Frank-Steffan Walliser hat Pläne zur synthetischen Erzeugung einer Art Antriebsgeräusch angedeutet. Denn eines der charakteristischen Merkmale eines Bentley sei „ein Soundtrack mit Seele“. Das kommende Elektroauto der britischen Traditionsmarke werde „in allen entscheidenden Bereichen außergewöhnliche Maßstäbe setzen“. Der Torcal wird laut Autocar voraussichtlich ab etwa 170.000 britischen Pfund erhältlich sein, das sind umgerechnet derzeit knapp 199.000 Euro.
Die Markteinführung des Torcal wurde aufgrund einer schwachen Nachfrage nach elektrischen Luxusautos verschoben. Bentley hat zudem den Plan, bis 2030 eine reine Elektroauto-Marke zu werden, abgeblasen. Stattdessen wird das Unternehmen bis 2035 jährlich ein neues Plug-in-Hybrid- oder reines Elektromodell einführen. Das auch als Plug-in-Hybrid gebaute SUV Bentayga soll parallel zum Torcal weiterhin im Sortiment bleiben.

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