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MG kündigt effizientere, stärkere und leisere Plug-in Hybride an

09.07.2026 in Autoindustrie, Autonomes Fahren von Thomas Langenbucher | Kommentieren

MG-SolidCore-for-Plug-in-Hybrid+-Models

Bild: MG

MG hat einen neuen Technologie-Fahrplan vorgestellt. Er beschreibt unter anderem, wie die einst britische, heute chinesische Marke fortschrittliche Elektrifizierung und intelligente Fahrtechnologien einem breiteren Publikum zugänglich machen will. Teil der Roadmap sind insbesondere die nächste Generation der „MG Plug-in Hybrid+“-Technologie und die Einführung der „MG SolidCore Battery“-Technologie für Plug-in-Hybrid+-Modelle.

Das neue Plug-in-Hybrid+-System verbindet den Angaben zufolge mechanische Entwicklung mit intelligenter Elektrifizierung. Es soll höhere Effizienz, reaktionsschnelle Leistung und besondere Laufruhe liefern. MG beschreibt das System als Lösung für ein ausgewogenes Fahrerlebnis bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Straßenbedingungen und Fahrszenarien.

Im Zentrum stehen neue Hybrid-Benzinmotoren mit 1,1-Liter-Turbo und 1,5-Liter-Turbo. Sie wurden speziell für Hybridanwendungen entwickelt und erreichen den Angaben nach maximale thermische Wirkungsgrade von mehr als 42 beziehungsweise 43 Prozent. Zusammen mit einer neuen Hybrid-Transmission werden zwei Kerntechnologien eingesetzt: „Power Split“ und „Motor Decoupling“.

Power Split verteilt die Leistung zwischen Motor und Elektromotoren und optimiert den Energiefluss je nach Fahrbedingungen. Motor Decoupling trennt den Generator beim rein elektrischen Fahren vollständig ab. Dadurch sollen unnötige Schleppverluste entfallen und die Effizienz des elektrischen Antriebs deutlich steigen.

Das System wählt über den gesamten Geschwindigkeitsbereich automatisch den optimalen Betriebsmodus. Bei niedrigen Geschwindigkeiten fährt es elektrisch, bei mittleren Geschwindigkeiten nutzt es Power Split, bei höheren Geschwindigkeiten direkten Motorantrieb. MG nennt für den Motor eine thermische Effizienz von über 40 Prozent in rund 90 Prozent der Fahrbedingungen und bis zu 90 Prozent Effizienz im elektrischen Antrieb.

Auch die Leistungsdaten werden beziffert. Plug-in Hybrid+ beschleunigt in weniger als 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Zwischensprint von 50 auf 75 mph (81-121 km/h) dauert bis zu 3,5 Sekunden. Die Drehmomentabgabe soll die Berganfahrfähigkeit um bis zu 72 Prozent verbessern.

Die Laufruhe soll ebenfalls steigen. Durch den Wegfall des Generator-Leerlaufs im reinen Elektrofahrbetrieb reduziert Motor-Decoupling Geräusche, Vibrationen und Rauheit im E-Modus um bis zu 5 dB gegenüber konventionellen Plug-in-Hybrid-Systemen. MG spricht von einer leiseren und verfeinerten Kabinenumgebung, die einem batterieelektrischen Fahrzeug näherkommen soll.

SolidCore Battery für künftige Plug-in-Hybrid+-Modelle

MG kündigt außerdem an, dass SolidCore-Battery-Technologie in künftigen Plug-in-Hybrid+-Modellen eingesetzt wird. Die Batterie basiert laut dem Unternehmen auf einer Semi-Solid-State-Architektur mit 3D-Spinellstruktur und soll höhere Energieumwandlungseffizienz sowie schnellere Leistungsreaktion als konventionelle Batterien mit flüssigem Elektrolyt bieten. MG bezeichnet sich dabei als ersten Automobilhersteller, der die Massenproduktion von Batterien mit teilweise Festkörper-Technologie erreicht.

Die ersten Plug-in-Hybrid+-Modelle mit SolidCore-Battery-Technologie werden drei neue SUVs in den Segmenten B, C und D (Kleinwagen bis Mittelklasse) sein. Die Batterie soll stabilere Leistungsabgabe, bessere Reichweitenstabilität und gleichmäßigere Leistung über Geschwindigkeiten, Fahrszenarien und Klimabedingungen hinweg ermöglichen. Der MG ZS Plug-in Hybrid+ soll 2027 als erstes Modell mit der neuen Plug-in-Hybrid+-Technologie starten.

Europäische Fahrdaten für neue ADAS-Technologie

Die MG-Roadmap umfasst darüber hinaus die nächste Generation der ADAS-Technologie (Advanced Driver Assistance Systems, auf Deutsch: fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme). Dafür nutzt die Marke reale europäische Fahrdaten und hat einer Mitteilung zufolge über 1,2 Millionen Kilometer in 24 europäischen Ländern gesammelt. Der Ansatz gehört zur Strategie „In Europa, für Europa“ und soll Systeme auf europäische Straßen und Fahrgewohnheiten ausrichten, etwa Kreisverkehre, Vorfahrtsregelungen, Tram-Bereiche und komplexe Stadtlayouts.

Ein Schwerpunkt ist „MG One Touch iAD“, eine Parkassistenz für mehr als 30 komplexe Szenarien und über 300 Parkplatztypen, darunter unmarkierte Flächen. Sie unterstützt automatisches Einparken, Bordsteinparken, das Herausfahren aus engen Lücken und automatisches Rückwärtsfahren entlang eines gespeicherten Fahrwegs von bis zu 100 Metern.

Ende 2027 soll „Navigate On Autopilot“ für Autobahnfahrten mit Fahrerüberwachung folgen. „Urban NOA“, die Variante für Stadt- und Lokalstraßen mit Kreuzungen, Ampeln, Fußgängerüberwegen, Radfahrern und komplexeren Straßenlayouts, wird nicht vor 2028 erwartet. Zudem testet MG Level-4-Robotaxis in Deutschland, dem Nahen Osten und China, nennt aber keinen Zeitpunkt für eine Serieneinführung.

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Via: MG
Tags: BatterieUnternehmen: MG
Antrieb: Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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