Die dritte Generation der Alpine A110 wird als Elektroauto konzipiert, bisher war der kompakte französische Sportwagen ein klassischer Verbrenner. Anlässlich der Präsentation eines Prototypen des kommenden neuen Modells mit dem Namen A110 Future erläuterte Philippe Krief, CEO der Renault-Tochter, die technischen Details und die zukünftige Ausrichtung der Modellreihe.
Das neue Fahrzeug basiert auf einer eigens entwickelten Plattform, der Alpine Performance Platform (APP). Diese soll Elektro-Sportwagen eine tiefe Sitzposition, eine optimale Gewichtsverteilung sowie ein sportwagentypisches Gewicht trotz der schweren Batterie ermöglichen. Für die neue A110 ist ein Energiegehalt von etwa 70 Kilowattstunden (kWh) vorgesehen, verriet Krief der Automobilwoche.
Um die klassischen Proportionen eines flachen Sportwagens zu wahren, setzt Alpine auf ein zweigeteiltes Batteriekonzept. Ein kleinerer Teil des Akkupacks befindet sich vor der Fahrgastzelle über der Vorderachse, während der größere Teil über der Hinterachse platziert ist. Dies ermöglicht eine Gewichtsverteilung von 40:60. Die Batterien sitzen durch diese Platzierung höher im Fahrzeug als bei einem Unterboden-Setup, der höhere Schwerpunkt soll durch ein spezielles Fahrwerk und zwei E-Motoren an der Hinterachse ausgeglichen werden.
Ein zentrales Ziel für die neue A110 ist die Leistungsfähigkeit auf der Nürburgring-Nordschleife. Das Elektroauto soll in der Lage sein, drei Runden innerhalb von 20 Minuten ohne Leistungsverlust zu absolvieren. Dies soll Kunden die Sicherheit geben, auch bei Track Days eine übliche 20-Minuten-Session durchführen zu können.
Die neue Plattform wird in zwei Varianten unterteilt: APP1 für den Zweisitzer und APP2 für größere Modelle. Neben einem geplanten Cabrio-Ableger ist ein größerer Sportwagen mit 2+2-Sitzkonzept vorgesehen, der die Batterie konventionell im Unterboden trägt. Laut Krief sind etwa 95 Prozent der Teile der neuen Plattform neu. Die Entwicklung der Plattform erfolgte innerhalb von drei Jahren. Zukünftige Modelle auf dieser Basis sollen in weniger als zwei Jahren umsetzbar sein.
Die E-Auto-Plattform von Alpine ist so ausgelegt, dass sie mindestens zwei Modellzyklen abdeckt und Anforderungen für Märkte wie Nordamerika, etwa bei Crashtests oder Software, bereits berücksichtigt. Das Unternehmen verfolgt mit der neuen Strategie das Ziel, den Absatzanteil in Frankreich von bisher 70 Prozent auf unter 50 Prozent zu senken und verstärkt den europäischen Markt zu erschließen. Dazu sollen auch die schon gestarteten E-Autos A290 (Kleinwagen) und A390 (Crossover) beitragen. Weitere Baureihen sollen früheren Meldungen zufolge folgen.

Matthias meint
Nordschleife „drei Runden innerhalb von 20 Minuten“, das wären Rundenzeiten von 6:40, dabei ist derzeit der Rekord für halbwegs serienmäßige E-Autos 6:55.533 Porsche Taycan Turbo GT mit Manthey Kit Lars Kern 15.04.2026
Calimator meint
Falls die Alpine noch vor dem seit Jahren angekündigten elektrischen Boxter/Cayman auf den Markt kommt wäre das eine herbe Klatsche für die Zuffenhausener.
David meint
Ich weiß nur nicht, ob man damit drei Runden zu je 06:40 Min. fahren kann. Halte ich für ambitioniert.
M. meint
„Das Elektroauto soll in der Lage sein, drei Runden innerhalb von 20 Minuten ohne Leistungsverlust zu absolvieren.“
3 Runden Nordschleife in 20 Minuten?
Das will ich sehen.
Aber selbst wenn das 23 Minuten dauert, wäre das eine sehr starke Leistung. Die meisten Mühlen in der 1000+ PS-Liga sind froh, wenn eine Runde vorbei ist.