Der globale Erdüberlastungstag fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli, berichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bis zu diesem Datum hat die Menschheit rechnerisch alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Ökosysteme der Erde innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren können. Für den verbleibenden Teil des Jahres werden mehr Ressourcen beansprucht, als rechnerisch zur Verfügung stehen.
Im Vorjahr lag der Erdüberlastungstag am 24. Juli. Die Verschiebung auf ein späteres Datum geht jedoch nicht auf einen sparsameren Umgang mit Ressourcen zurück, sondern auf eine angepasste Berechnungsgrundlage. BUND warnt, dass sich die Krise weiter verschärfe.
„Der Erdüberlastungstag ist die jährliche Quittung für eine umweltpolitische Insolvenzverschleppung. Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen“, so BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. „Wir sollten diese globale Bankrotterklärung aber vor allem als lauten Weckruf verstehen. Der Erdüberlastungstag ist der unmissverständliche Auftrag für ein konsequentes politisches Umsteuern, das die Belastbarkeitsgrenzen der Erde respektiert, statt sie rücksichtslos zu überschreiten.“
„Die globale Erderwärmung wirkt wie ein Brandbeschleuniger“
Im Mittelpunkt müsse dabei die Verringerung von Treibhausgasen und der Ausstieg aus den fossilen Energien stehen. „Denn die globale Erderwärmung wirkt wie ein Brandbeschleuniger, wie gerade an den verheerenden Waldbränden vor allem in Südwesteuorpa deutlich zu sehen. Die Folgen der Klimakrise, von Dürren, extremer Hitze und Starkregen bis hin zum Artensterben, vernichten die planetaren Ressourcen und betreffen das Leben vieler Menschen.“
Der BUND sieht im konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien, insbesondere aus Gas, einen wichtigen Hebel zum Schutz der Ressourcen. „Die Lösung liegt auf der Hand: Der Ausbau erneuerbarer Energien“, erklärt Bandt. Erneuerbare Energien sorgten bereits für sinkende Emissionen und Strompreise, schafften regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze und verringerten geopolitische Abhängigkeiten.
Die Organisation kritisiert die Entwürfe zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und zum Netzanschlusspaket, da sie unnötige Hemmnisse für erneuerbare Energien enthielten. Gefordert werden außerdem der Ausbau von E-Mobilität auf Schiene und Straße, ein Ressourcenschutzgesetz mit verbindlichem Reduktionspfad sowie soziale Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierungen. Hinzu kommt die Forderung nach einer schnellen und ambitionierten Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.
Der weltweite Ressourcenverbrauch hat sich laut BUND in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdreifacht. Zugleich werde mehr CO₂ ausgestoßen, als Wälder und Ozeane aufnehmen können, und sieben von neun planetaren Grenzen seien überschritten. In Deutschland fielen insbesondere der Energieverbrauch, der CO₂-Ausstoß im Verkehrsbereich, der tägliche Flächenverbrauch und die Massentierhaltung ins Gewicht.

Martin Gustav Gohlke meint
Die Politik müsste den leidenschaftlichen Durchmarsch bei Elektrifizierung / Erneuerbare Energien / Ende der fossilen Energien organisieren, statt in einer Mischung aus angezogener Handbremse und „eigentlich doch“ zu agieren. 10 Jahre. Das wäre ein Gemeinschaftsprojekt, was jenseits aller sonstigen Probleme, die wir so haben, angesichts der Gefahr globaler ökologischer Verwerfungen angemessen wäre.
David meint
Mit so einem Blödsinn erreicht man die Leute nicht. Die Erde ist schon 50 mal gestorben das ist so wie diese Untergangsphilosophen, die immer wieder ein neues Datum nennen.
Zudem muss man sagen, in Umfragen sind die Leute für Umweltschutz. Denn das ist leicht gesagt und es wird ja auch erwartet. Im echten Leben dagegen scheren sie sich einen Teufel um die Umwelt. Die ist ihnen komplett egal. Völlig!
95 % fahren einen Verbrenner. Jeder erwachsene deutsche Einwohner hat 4 Flugreisen 2025 gemacht. Ebenso gibt es 33 Millionen Heimsklaven außer Zierfischen und Terrarienbewohnern, deren Umweltfußabdruck auch sehr hoch ist. Gar nicht zu reden von der Grillkultur oder Kaminen.
ID.alist meint
Kurz gesagt, mit halb so viele Menschen würde uns nicht ganz so dreckig gehen. Aber wer würde diese ganze bunte Produkte kaufen???
Wir werden die Erde als Habitat für Menschen zerstören, nur weil wir an das unendliche Wachstum glauben.
Weiter so.
F. K. Fast meint
Da die Menschen der ärmeren Länder aber nicht ansatzweise so stark zum Klimawandel beitragen wie wir im reicheren Drittel, müsste auch hier entsprechend weniger emittiert werden. Wie wäre es bspw. mit Fliegen in den Urlaub, oder Fahren in den Urlaub > 400km nur alle 5 Jahre?
Das Kernproblem dabei: die Menschen würden so etwas als Gängelei betrachten. Sie sehen nicht, dass ihr Tun genau das Gegenteil von dem ist, was sinnvoll wäre.
Auch der Fokus der BEV-Fans auf Leasing ist ein Problem, facht es doch die Wegwerfmentalität an. Statt „dieses BEV ist mir genug, damit komme ich 10 Jahre hin“, muss alle 3 Jahre ein neues Fahrzeug produziert werden. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Z.B. durch Einfordern von langlebigen und einfach reparierbaren Modellen. Damit würden bspw. schon mal alle Fahrzeuge mit verklebten Zellen durchfallen.
NeutralMatters meint
Es ist nicht die Anzahl der Menschen, es ist der Konsum – daher ist die Aussage vollkommen richtig „Aber wer würde diese ganze bunte Produkte kaufen?“.
M. meint
Es glauben gar nicht alle an das unendliche Wachstum, aber die meisten Unternehmen denken, sie müssten das erreichen, weil sie sonst nicht erfolgreich wirken.