Der Trend zu steigenden Absätzen von Elektroautos in den fünf größten Automärkten Europas – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich – hält im zweiten Quartal 2026 an. Das zeigt der aktuelle „Electric Vehicle Sales Review“ (EVSR) der Unternehmensberatung PwC, in dem die Neuzulassungszahlen in weltweit 43 ausgewählten Märkten ausgewertet werden.
Alle EV-Antriebsarten (BEV, PHEV und HEV) – reine E-Autos, Plug-in-Hybride und Vollhybride – verzeichneten zweistellige Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anstieg des BEV-Anteils auf 22 Prozent im 2. Quartal drückte den Marktanteil von klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mit 28 Prozent auf den niedrigsten Wert aller Zeiten. Verbrenner-Absätze nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent ab. Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge erreichten im 2. Quartal einen Rekordwert von 272.000 Exemplaren und erreichten einen Marktanteil von 11 Prozent.
Positives Gesamtbild differenziert sich beim Blick auf zentrale Märkte
In Deutschland liegt das BEV-Wachstum seit dem 1. Quartal 2025 stetig über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilweise bei bis zu 56 Prozent. Im 2. Quartal 2026 überschritt der Wert erstmals die 200.000er-Marke und im Juni übertrafen BEVs mit 28,4 Prozent zum ersten Mal seit September 2023 – dem Monat nach Auslaufen der Förderung für gewerbliche Käufer – den Anteil der Hybriden (HEVs) von 28,1 Prozent, auch beim Volumen. Mit 221.000 Einheiten im 2. Quartal 2026 erzielte Deutschland das höchste Hybriden-Volumen aller Zeiten. Mit einem totalen Plus von 24 Prozent im 2. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr entwickeln sich Autos mit Stecker besser als der Gesamtmarkt – ein Plus von 6 Prozent im 2. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Plug-in-Hybride (PHEV) steigt seit dem 4. Quartal 2024 kontinuierlich, jedoch zunehmend langsamer.
China erzielte im 2. Quartal 2026 ein Rekordniveau bei BEV-Verkäufen für ein zweites Quartal und überschritt erstmals die 40-Prozent-Marke beim Marktanteil. Jeder Monat des Quartals setzte neue Bestwerte, während Plug-in-Hybride weiter zurückgingen. Insgesamt erreichten elektrifizierte Fahrzeuge mit 61 Prozent ihren höchsten Anteil aller Zeiten, getragen vor allem durch Vollstromer.
Trotz globaler Rekordwerte bei BEVs blieb der US-Markt seit dem Ende der Steueranreize letztes Jahr weiter rückläufig. Einzig Hybridfahrzeuge zeigten einen deutlichen Zuwachs und verzeichneten ein Rekordvolumen von 691.000 Einheiten.
Konflikt in der Golfregion wirkt als Treiber für E-Mobilität
Seit Ausbruch des Konflikts in der Golfregion schwankt der Preis für ein Barrel Öl stark mit einer Tendenz zu Ausschlägen nach oben. Betrug er zu Beginn (Stichtag: 27. Februar 2026) noch 72,48 US-Dollar je Barrel, stieg er am 22. Juli auf 94,07 US-Dollar. Den tiefsten Wert erreichte er am 1. Juli mit 71,75 US-Dollar, aber insgesamt verteuerte sich Öl seit Kriegsausbruch um 30 Prozent.
„Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität“, sagt PwC-Autoexperte Harald Wimmer. „Entscheidend ist jedoch vor allem die technologische Reife der aktuellen Modellgeneration: hohe Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und klare Vorteile bei den Betriebskosten. Das verändert die Marktlogik nachhaltig.“
Deutschland und USA holen beim Kauf gebrauchter BEV auf
In Deutschland ist der Verkauf von gebrauchten BEVs seit dem Kriegsausbruch und dem damit verbundenen Anstieg des Kraftstoffpreises stark gewachsen. Der Anteil an gebrauchten E-Fahrzeugen verdoppelte sich von 3 Prozent im Mai 2025 auf über 6 Prozent im Mai 2026. Die USA steigerten den Anteil der BEV an Gebrauchtfahrzeugen von 2 Prozent im Mai 2025 auf 3 Prozent im Mai 2026. Beide Märkte sind dabei, den Abstand zu China zu verringern. Dort betrug der Marktanteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden am gesamten Gebrauchtfahrzeugmarkt 11 Prozent im Mai 2026. Das ist der höchste Wert aller untersuchten Märkte, aber mit dem geringsten Wachstum.
In den drei betrachteten Märkten Deutschland, China und USA verzeichnen gebrauchte BEVs einen größeren Preisverfall als vergleichbare Verbrenner – im Mittel 52 Prozent für BEVs gegenüber 36 Prozent für klassisch angetriebene Autos. Zudem lag der Wertverlust gegenüber Neupreis bei höherpreisigen Fahrzeugen im Schnitt 3 Prozentpunkte über dem der Fahrzeuge unter 65.000 Euro.
Wimmer: „Der funktionierende Gebrauchtfahrzeugmarkt wird zum echten Argument für den Umstieg: Früher Wertverlust senkt die Einstiegskosten, und die Qualität und Zuverlässigkeit von Fahrzeugen und Batterien übertrifft die ursprünglichen Erwartungen. Für Nutzer ohne Reichweitenbedarf über 700 Kilometer ergeben sich dadurch sehr attraktive Optionen.“

South meint
Yoa, Trumps völlig planloses chaotisches Vorgehen, pure Inkompetenz, hat nicht nur die Schulden der USA explodieren lassen, das Militär ausbluten lassen, mit Zöllen die Inflation nach oben getrieben, von der moralischen Tiefpunkten wie Rassenunruhen, allgemein Reputationsschaden am Image der USA ganz zu schweigen, sondern auch Global noch den Ölpreis so richtig nach oben geschnalzt. Damit ist Trump natürlich völlig ungewollt zum größten Förderer der eAutos und der erneuerbaren Energien geworden und zwar in einem Ausmaß, dass man nicht mal mit enormen Förderung geschafft hatte. Unglaublich, aber sowas hatte bestimmt kaum eine Prognose auf dem Schirm.
Es gibt aber noch einen positiven Effekt, den nur wenig beachtet wird, aber bemerkenswert ist. Der BEV Markt wird nun von breiter privater Nachfrage getragen.
Das eAuto hätte sich zwar so oder so durchgesetzt, aber Trump absolute Unfähigkeit hat das enorm beschleunigt. Das eAuto ist bei dem Öl-Preisniveau nun überdeutlich wirtschaftlich im Vorteil, da braucht man nicht mal mehr ne TCO zu verstehne. Und noch ein Punkt. Waren in den ersten Jahren viele Käufer wegen Umwelt- bzw. Klimaschutz zu wechseln auf’s eAuto bereit, sind es nun wirtschaftliche Motive.
Powerwall Thorsten meint
Tja, so langsam trifft der „China Effekt“ oder hier in Europa nennen wir es mal den „Norwegen Effekt“ die hiesige Altautoindustrie auch im eigenen Land -von Tag zu Tag immer ein bisschen mehr – und das ist gut so.