Chinesische Automobilhersteller gewinnen in Deutschland laut Automotive News Marktanteile hinzu, indem sie Kunden von europäischen, japanischen und koreanischen Marken abwerben. Besonders Besitzer von Fahrzeugen der Marken Hyundai und Kia zeigen sich bereit für einen Wechsel.
Aktuelle Branchendaten belegen diesen Trend, berichtet das Portal. Im ersten Halbjahr 2026 machten chinesische Marken demnach bereits 3,8 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland aus, verglichen mit 2,2 Prozent im Jahr 2025. Da die Gesamtnachfrage auf dem Markt stagniert, geht jeder Zuwachs zulasten der etablierten Hersteller.
Eine Umfrage des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zeigt, dass fast jeder zweite Besitzer koreanischer Fahrzeuge beim nächsten Autokauf ein chinesisches Modell in Betracht ziehen würde. Bei jedem fünften Besitzer ist die Bereitschaft für einen Wechsel sogar eindeutig vorhanden. Auch bei japanischen Marken wächst das Interesse an chinesischen Anbietern: Fast ein Drittel der Autobesitzer ist offen für eine Entscheidung für eine China-Marke, wobei nur etwa 12 Prozent einen Wechsel definitiv als Option sehen.
Besitzer deutscher Marken reagieren deutlich skeptischer. Nur etwa jeder vierte Fahrer eines deutschen Autos kann sich einen Wechsel vorstellen. Mehr als 30 Prozent schließen dies komplett aus.
Martin Weiss, Leiter der Fahrzeugbewertung bei der DAT, sieht die Bereitschaft der Hyundai- und Kia-Kunden nicht überraschend. Koreanische und chinesische Hersteller würden dieselbe Kundenbasis anvisieren. „Koreanische Marken gelten seit Langem als preiswert“, erklärte er. „Sie mussten sich gegen fest etablierte japanische und deutsche Konkurrenten durchsetzen. Daher sind ihre Kunden im Allgemeinen eher bereit, Neues auszuprobieren – solange der Preis stimmt.“
Um Bestandskunden zu halten und neue zu gewinnen, setzt Kia verstärkt auf Produkte, die Marke und das Kundenerlebnis. Benedikt Bucher, Vertriebsleiter für Deutschland bei der Marke, betonte gegenüber Automotive News, dass dauerhafter Erfolg durch Relevanz für den Kunden entstehe und nicht durch kurzfristige Preisanreize.

David meint
Ganz genau. Das habe ich hier bereits am Freitag geschrieben. Ich zitiere mich: „Der leichte Zuwachs der Chinesen ist zu Ungunsten der Japaner und Koreaner ausgegangen. Billigheimer, schädigt Billigheimer.“ Und es wurde natürlich von den üblichen, besonders hellen Glühbirnen hier bestritten. Aber, hey, Zahlen lügen nicht. Gut, außer wenn ein bestimmter amerikanischer Hersteller sie nennt.
F. K. Fast meint
Mein Vorschlag an Hyundai:
– bietet erheblich günstigere Ersatzteile (es ist nicht zu verstehen, dass ein klackerndes Motorlager beim Ioniq (ohne Nummer) den Ersatz des ganzen Motors für ~10k erfordert; ja, es gibt Drittanbieter, aber das sollte der Hersteller bieten)
– behebt bekannte Schwachstellen (z.B. abfallende Türgriffkappen)
Zu Kia fällt mir nur ein, dass mein nächster Händler 65km entfernt ist, damit zu weit für mich.
M. meint
Immerhin ist der Link zum Drittanbieter angekommen.
Hyundai will das Rep.-Geschäft nicht machen, das ist schade für Hyundai.
Dich sollte das nicht stören, du kannst deinen Ioniq für ~2k€ retten. Und dann ist an der Stelle dauerhaft Ruhe.