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Elektro-Kaufprämie sorgt für Boom, Absturz nach Förderende droht

10.08.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 14 Kommentare

Bild: Mercedes‑Benz

Der deutsche Pkw-Markt verzeichnet aktuell ein Wachstum, das laut dem Mobilitätsexperten Constantin Gall von der Unternehmensberatung EY als „Scheinwachstum“ einzustufen ist. Dieses werde primär durch staatliche Kaufanreize verursacht, erklärte er im Gespräch mit der Automobilwoche. Die E-Auto-Kaufprämie treibe derzeit den Neuwagenmarkt an und führe zu einem Nachfrageboom bei Elektroautos, wobei dieser Effekt jedoch an die Fortdauer der Förderung gebunden sei. Nach dem Auslaufen drohe ein Rückgang der Zulassungen.

Trotz des Zuwachses im Bereich der Elektroautos lagen die Neuzulassungen im Juli um 19,4 Prozent unter dem Niveau von 2019. EY prognostiziert für das Gesamtjahr ein Marktwachstum von etwa 3 Prozent gegenüber 2025, wobei das Absatzniveau weiterhin rund 18 Prozent unter dem Vor-Corona-Jahr bleiben dürfte.

Internationale Hersteller profitieren stark vom Elektroboom. Nach Daten des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) entfielen im Juli fast die Hälfte aller neu zugelassenen Elektroautos auf internationale Marken. Der BEV-Absatz dieser Hersteller stieg um 93,7 Prozent auf 38.824 Fahrzeuge, was einem Rekord-Marktanteil von 49,4 Prozent im Elektrosegment entspricht. VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sieht darin eine Folge des breiten Angebots bezahlbarer Elektroautos: „Das starke Produktangebot an bezahlbaren BEVs im Einstiegssegment kommt gut an. Internationale Hersteller liefern mittlerweile jedes zweite batterieelektrische Fahrzeug in Deutschland.“

Besonders dynamisch entwickeln sich chinesische Anbieter unter den Importeuren. Der Absatz chinesischer Hersteller stieg im Juli laut EY um 85,5 Prozent, wodurch sich ihr Marktanteil von 3,9 Prozent im Vorjahr auf 7,1 Prozent erhöhte. Im Gegensatz dazu sank das Volumen deutscher Hersteller leicht von 61,3 auf 60,6 Prozent.

Ein besonders großer Zuwachs ist beim China-Hersteller BYD zu verzeichnen, dessen Zulassungen um 365 Prozent auf 5240 Fahrzeuge stiegen und einen Marktanteil von zwei Prozent erreichten. Auch jüngere Anbieter wie Leapmotor oder XPeng verzeichneten hohe Wachstumsraten.

Die Aussichten für den deutschen Automarkt bleiben EY zufolge durchwachsen. Eine schwache Konjunktur, hohe Energiekosten sowie geopolitische Unsicherheiten belasteten Haushalte und Unternehmen gleichermaßen. Zudem nehme der Wettbewerbsdruck durch die Expansion chinesischer Hersteller in Europa zu.

Für deutsche Autobauer sieht Branchenexperte Gall mittelfristig eine Chance auf den Rückgewinn von Marktanteilen. Durch neue Elektro-Einstiegsmodelle, die ab Ende dieses Jahres und verstärkt 2027 erscheinen sollen, dürfte sich ihre Position im volumenstarken Einstiegssegment verbessern.

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Via: Automobilwoche (kostenpflichtig)
Tags: ZulassungszahlenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. South meint

    10.08.2026 um 19:19

    Also das ist jetzt schon unter dem Niveau einer angesehenen WP-Gesellschaft und ein Mobilitätsexperte mit solch eklatanten Defiziten ist doch kein seriöser „Experte“.
    Die Zahlen sind superklar, 2019 wurden „nur“ 63T BEV zugelassen, in 2025 mit 525T fast das ZEHNFACHE und das VOR der neuen Förderung ab 2025!
    Natürlich kurbeln Subventionen die eAutoverkäufe an, dass ist ja deren Sinn, und auch klar, dass einige Kunden ihren eAutokauf vorziehen, aber ein „Scheinwachstum“ ist schon starker Tobak, der zu untermauern wäre.
    Denn, es wird hier mit keinem Wort auf die aktuelle Ölkrise eingegangen, zudem weiß man heute, dass die Accu-Haltbarkeit deutlich besser ist, als es die sehr konservativen Prognosen vorhergesagt haben, heute sind auch allgemein eAutos Technisch deutlich bessere Modelle verfügbar und langsam sprechen sich die Vorteile wie deutlich geringere Unterhaltskosten rum.
    Also es kann schon sein, dass nach einer Krise oder nach Subventionen mal eine Seitwärtsbewegung oder gar ein kleiner Rücksetzer erffolgt, aber 28,4% BEV Anteil sind erheblich mehr, als die meisten Prognosen vorausgesagt hatten und auf dem Level wären ein paar Monaten Stagnation wahrlich kein Beinbruch…
    Persönlich halte ich die „alte“ 50% BEV Prognose an den Zulassungen für 2030 immer noch für sehr realistisch. Sogar mit Potential nach oben, falls die Öl Krise anhalten sollte oder es Techniksprünge (Feststoffaccus oder auch günstigere Accus) oder auch bessere oder günstiger Modelle geben sollte.
    Momentan ist nur ein Trend ersichtlich, viele vermeidliche „Experten“ geben sich gerade sehr viel Mühe, das eAuto runterzureden…. und die kommen aus der Branche oder werden von der Branche bezahlt, wie eben auch EY…. ;-)

    Antworten
    • MK meint

      12.08.2026 um 14:00

      @South:
      Jetzt kommen Sie EY doch bitte nicht mit Fakten, die nicht in deren Weltbild passen.
      Das Gute ist doch: Die Leute treffen unabhängig davon ihre eigenen Entscheidungen. Anfang des Jahres hat eine Umfrage ergeben, dass eine Mehrheit der AfD-Anhänger auf Wärmepumpe als nächste Heizung setzen will. Und so wird es auch beim PKW sein: Am Stammtisch geredet wird viel und Neues erstmal abgelehnt. Wenn dann aber wirklich eine große Investition ansteht wie einen neuen PKW zu kaufen, recherchieren und rechnen viele dann doch noch Mal. Und da geht einfach zu Gunsten des BEV aus.

      Antworten
  2. Steffen meint

    10.08.2026 um 17:40

    Das passt doch nicht zusammen?! Angeblich komme der Boom bei E-Autos von der Förderung, nur wieso wächst E-Mobilität auch außerhalb Deutschland gerade ganz ordentlich? Kann ja wohl nicht nur die Förderung in Deutschland sein…

    Antworten
  3. Julian meint

    10.08.2026 um 16:00

    Hohe Energiepreise? Heute können sehr viele tagsüber sehr oft zu Spotpreisen laden. Wer da noch zum Verbrennen greift, ist beim Strom auch sicher in der Grundversorgung.

    Antworten
  4. David meint

    10.08.2026 um 13:54

    Die sind in dem Feld noch nicht so richtig etabliert. Deshalb versuchen sie immer wieder, öffentlich Probleme zu konstruieren, bei denen sie anschließend natürlich gleich die passende Lösung anbieten können.

    Nur funktioniert das im Automotive-Business halt nicht so. Ein OEM hat ein Thema und schreibt es aus. Oder er kennt eine Beratung in dem Feld so gut, dass sie den Auftrag ohne Ausschreibung bekommt. Aber Blume liest nicht morgens bei ecomento deren neuesten Drieß, denkt „Oha, das ist ja schlimm, da müssen wir sofort etwas tun“ und ruft dann dort an, um einen Auftrag zu vergeben.

    Dass die das offenbar immer noch für einen funktionierenden Vertriebsweg halten, sollte über diese Unternehmensberatung zu denken geben. Falls das nicht schon die jahrelangen Testate für Wirecard machten, von denen sich später herausstellte, dass zentrale Bilanzpositionen schlicht nicht existierten.

    Antworten
  5. tutnichtszursache meint

    10.08.2026 um 13:36

    Nach Ende der Prämie steigen die Rabatte wieder und die gleichen die Prämie zum Teil wieder aus.

    Antworten
  6. MK meint

    10.08.2026 um 10:14

    Mal wieder eine typische EY „wir finden immer das Haar in der Suppe, warum BEV angeblich doch nicht so beliebt sind“-Aussage:
    Dass eine Förderung einen Anstieg von Neuzulassungen und das Auslaufen direkt im Anschluss erstmal eine Delle bringt, ist logisch und wird sich nie vermeiden lassen. Allerdings wurde auch zuletzt gemeldet, dass insgesamt 100.000 Anträge auf Förderung beim Bund eingegangen sein…zu einem Zeitpunkt, an dem schon über 600.000 BEVs und Plugin-Hybride in diesem Jahr zugelassen wurden. Für mehr als 80% der zugelassenen und auf Basis der Technik förderberechtigten Fahrzeuge wurde also kein Antrag gestellt…z.B. weil sie von Firmen (alleine das dürften locker 300.000 Fahrzeuge sein und damit 3mal mehr als Fahrzeuge, für die die Prämie besantragt wurde) oder Topverdienern gekauft worden sind und deshalb nicht förderberechtigt sind.
    Was den Rest des Artikels angeht: Natürlich wachsen die Anteile internationaler Hersteller…während VW noch ankündigt, demnächst mal die ersten teuren Varianten des ID.Polo auszuliefern, gibt es Fahrzeuge wie BYD Dolphin Surf, Hyundai Inster und Co längst billiger und (nahezu) sofort verfügbar beim mittelständischen Autohändler des Vertrauens in der Nachbarschaft. Hier hat die deutsche Industrie einfach geschlafen (bzw. sich auf Premiumfahrzeuge und steigende Margen konzentriert).

    Antworten
    • Thomas meint

      10.08.2026 um 13:33

      Volle Zustimmung. EY-Artikel sind meistens komplett banal oder inhaltsleer. Dass sie es nicht mal schaffen, die von dir genannten Zahlen gegenüber zu stellen spricht Bände. Die Förderung hat nur einen geringen Einfluss auf die aktuellen Zulassungszahlen.

      Antworten
    • F. K. Fast meint

      10.08.2026 um 16:38

      Es lässt sich vermeiden, wenn der Förderbetrag ausschleichend angelegt ist, also z.B. jeden Monat 2% weniger. Da sind die Unterschiede kaum nennenswert, sodass es nicht zu starken Vorzieheffekten kommt.

      Antworten
      • MK meint

        11.08.2026 um 11:43

        @F.K.Fast:
        Jetzt werden Sie aber verrückt…ein sinnvoll durchdachtes Konzept zur Förderung von BEV unter einer von Merz geführten Regierung? Wenn Sie sich darauf verlassen, kaufen Sie zu Weihnachten auch keine Geschenke, weil der Weihnachtsmann die bringt oder wie?
        PS: Kann Spuren von Ironie enthalten…

        Antworten
  7. ID.alist meint

    10.08.2026 um 10:13

    „Trotz des Zuwachses im Bereich der Elektroautos lagen die Neuzulassungen im Juli um 19,4 Prozent unter dem Niveau von 2019.“
    Wenn das die Qualität von EY ist, frage ich mich wieso sich manche Herren sich weiterhin von solche Firmen beraten lassen.
    Ja, die Europäer haben gelernt, dass das Auto nicht mehr der Mittelpunkt des Lebens zu sein braucht. Verkaufszahlen nach Corona, mit den Zahlen vor Corona zu vergleichen ist nutzlos.

    Antworten
    • Paule meint

      11.08.2026 um 12:58

      Noch immer rätsel ich, wie es jemandem außerhalb der Redaktion gelingt, kursiven Text zu schreiben.

      Antworten
      • MK meint

        11.08.2026 um 15:16

        @Paule:
        Entweder woanders vorschreiben (z.B. in Word) und dann reinkopieren oder aber die HTML-Codierungen nutzen (zwischen „“ für den Start des kursiven Textes ein „i“ und zum beenden ein „/i“ schreiben).

        Antworten
        • MK meint

          12.08.2026 um 13:51

          Wo bei den Anführungszeichen was fehlt, fehlen das „größer als“ und das „kleiner als“ Zeichen…offensichtlich hat HTML die Zeichen so hintereinander schon direkt als Code erkannt statt die Zeichen anzuzeigen.

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