Der chinesische Stromer-Riese BYD intensiviert seine Aktivitäten in Europa durch die Einrichtung eines neuen Designzentrums in Mailand. Unter der Leitung von Wolfgang Egger, der zuvor Designverantwortungen bei Audi, Lamborghini und Alfa Romeo innehatte, soll dieser Standort eine zentrale Rolle für die europäische Ausrichtung des Unternehmens spielen.
Das neue Studio dient als spezialisierte Einrichtung für Designforschung, berichtet Autocar. Ziel ist es, europäische Geschmäcker und Trends zu erfassen und diese in konkrete Designideen für die Kernmarke BYD sowie die Premiummarke Denza zu übersetzen. Damit möchten die Chinesen sicherstellen, dass die Fahrzeugdesigns den lokalen Erwartungen in Europa entsprechen.
Besondere Bedeutung kommt dabei Denza zu, welche als erste chinesische Volumenmarke im Premiumsegment in Europa startet. Egger betont in einem Interview mit Autocar, dass die Gestaltung der Modelle direkt im Markt entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sei. Durch den Standort Mailand strebe das Designteam eine Nähe zur Modeindustrie an. Es sollen Kontakte zu bedeutenden Modehäusern geknüpft werden, um einen Austausch über Trends und Materialien zu ermöglichen. Italien gelte zudem als wichtiger Lieferant für hochwertige Materialien wie Leder sowie für innovative und recycelte Werkstoffe.
Vor allem Denza setzt im BYD-Konzern auf technologische Stärke, um sich von etablierten Wettbewerbern abzuheben. Im Fokus der Strategie liegen laut Egger aber vor allem auch das Design und die Materialwahl sowie die Personalisierung der E‑Fahrzeuge. Er sieht das Potenzial, die langjährige Markenloyalität in Europa durch neue Ansätze zu durchbrechen. „Wir verfügen über die beste Technologie für das neue Zeitalter“, so der Chefdesigner. „Mit Innovationen und neuen Designs können wir mit traditionellen Marken mithalten.“
Die Strategie umfasst neben dem Design auch die Materialwahl und Personalisierung der Fahrzeuge. Mit dem neuen europäischen Zentrum will BYD eigenen Angaben nach eine Plattform schaffen, um die spezifischen Merkmale von Denza gezielt zu fördern und die Bekanntheit der Premiummarke in der Region zu steigern.

Referendar meint
Dann sucht mal schön, BYD.
Meine Vermutung: Sie werden das “ richtige Design“ auch nicht in Mailand finden ..
Future meint
Das ist natürlich eine philosophische Frage, ob es das »richtige« überhaupt gibt, und falls ja, an welchen Ort das sein könnte: Wolfsburg, Mailand, Austin, …
Future meint
Tesla hat es schon gut. Mit 2 Modellen werden wohl bis zu 2 Mio. Autos verkauft und das erfolgreiche Design funktioniert einheitlich in allen großen Märkten. Nicht alle Konzerne haben allerdings so gute Designer wie Tesla sie hat. Das lernen jetzt auch die neuen großen Player auf dem europäischen Markt: BYD will also dazulernen, was ein europäisches Auto ausmacht und Wolfgang Egger ist dafür mit seiner langjährigen Expertise sicherlich eine gute Besetzung. Andere Hersteller machen es ähnlich: Nio hat sein Entwicklungszentrum in München mit dem legendären Kris Tomasson besetzt und Polestar macht es in Göteborg mit Philipp Römers an der Spitze. Die europäische Identität ist den neuen Playern also wichtig. Und VW macht es in China ja ganz ähnlich und versucht so, den dort verlorenen Geschmack wiederzufinden.
brainDotExe meint
Ich habe im Artikel nicht einmal das Wort „Tesla“ gelesen.
Also Thema verfehlt, sechs, setzen!
Future meint
So einfach ist das aber nicht. Es geht immer ums Geld. Und da wird auch in diesem Blog immer wieder diskutiert, wie es Tesla geschafft hat, mit den 2 Modellen in allen Märkten so erfolgreich zu sein, während andere wie VW das nicht einmal mit 30 Modellen hinbekommen. Fazit: Es kostet viel Geld, wenn ein Hersteller wie VW oder BYD für jeden Markt marktspezifische Modelle anbieten muss, um in diesem Marlt erfolgreich zu sein.
brainDotExe meint
Letztes Jahr hat VW noch knapp viermal so viele PKW abgesetzt, also zieht die Argumentation nicht.
Es ist nicht mehr möglich ein Weltauto zu bauen, da die Geschmäcker zu unterschiedlich geworden sieht.
Sieht man übrigens auch bei deinem Lieblingshersteller.
Future meint
Ich kenne kein »Weltauto«, aber ich habe den Eindruck, dass die Teslas in Malibu, München und Mianyang sich total ähnlich sehen und nicht 30 verschiedene Modelle sind, sondern 2.
Das ist bestimmt ein Kostenvorteil gegenüber 30 Modellen – aber das müsste uns mal jemand mit Managementerfahrung ausrechnen.
M. meint
Ja, ist bestimmt ein Vorteil.
Nur kommt man so nicht auf die Stückzahlen wie andere eben mit 30.
Und Brain, der Faktor war eher 5,6.
David meint
Ja, das Design ist scheußlich. Aber man muss sich nicht vormachen, dass besseres Design alleine die Autos verkauft. Polestar und Nio haben da ja anscheinend bessere Designer. Und MG hat noch schlechtere, aber da läuft’s einigermaßen. Wenn auch Hybride sanktioniert werden und noch klarer herausgearbeitet wird, dass wir es hier mit einem Handelsfeind zu tun haben, wie es demnächst im ESG Prozess geschehen wird, ist man in größeren Schwierigkeiten. Denn dann guckt man auch, unter welchen Produktionsbedingungen Komponenten aus China gefertigt werden.
Future meint
Ja, das hat man sich ja auch alles so schön vorgestellt. Mit den Hybriden wollte sich besonders einer der alten Hersteller das gute Verbrennergeschäft retten, weil man sich im Markenhochhaus ganz sicher war, dass da bestimmt der große Wettbewerbsvorteil bestünde. Es ist anders gekommen. Jetzt müssen die vielen neuen Konkurrenten und deren Käufer auf andere Weise schlechtgeredet werden. Das hat doch bei Grundig, Nordmende und Telefunken früher auch schon nicht geklappt. Es gibt vermutlich immer noch keinen Geschichtsunterricht bei den Maschinenbauern im Studium. Geschichte ist neben Psychologie eben das wichtigste Fach im Land – nicht nur in der Autobranche.
SB meint
BYD verscheuert bei uns die Überproduktion aus den chinesischen Werken zu Dumpingpreisen und wird dabei durch die künstlich verbilligte chinesische Währung massivst subventioniert. Fairer Wettbewerb geht anders.
In China schauen die Aufsichtsbehörden u.a. Bei BYD genauer hin, da die Fahrzeuge nicht der Homologatiom entsprechen.
In der EU sollte man eigentlich jedes Fahrzeug vor Zollfreigabe genauestens prüfen und bei wahrscheinlich Abweichungen von der Homologatiom den kompletten Frachter zur Nacharbeit der Fahrzeuge zurückschicken.
Future meint
BYD ist nnicht mal so »billig« in Deutschland oder Europa und wird trotzdem genommen. Es gibt also noch andere Gründe, warum sich jemand für einen BYD und keinen VW entschieden hat. Ich vermute ja die Lieferfähigkeit, die auch hier immer mal wieder Thema ist.
Future meint
Exil-Chinesen lieben BYD, sie holen sich damit ein Stück Heimat auf fremden Boden. Und es werden immer mehr, solange die Grenzen noch offen sind.
Future meint
Es ist noch nicht Sonntag, Kollege. Also noch alles »offen«. Aber Heimatgefühle sind ein guter Hinweis. Das trifft viele, die im fremden Land leben wollen. Freunde in Amerika haben deshalb lange einen Passat mit D-Aufkleber gehabt, bevor sie zu Tesla gewechselt sind. Und ich glaube, dass es bei den Elektroautos so kommt wie mit den Fernsehern – für die Patrioten mit Kleingeld gibt’s ja immer noch was von Loewe und für die sparsamen Konsumfreunde wie dich etwas von Grundig. Alle werden also versorgt.
David meint
In der Grammatik unterscheidet man zwischen Future 1 und Future 2.
Aber ihr seid leicht auseinander zu halten.
Future meint
Das ist ein weiser Satz und bei den beiden Davids eigentlich ganz ähnlich.