Im oberen Preissegment haben Autos mit Verbrennungsmotoren nach Einschätzung von Werner Tietz, Entwicklungsvorstand des Volkswagen-Konzerns, weiterhin eine Zukunft. Vor allem im Premium- und Luxussegment gehe es häufig um ikonische Modelle, die die Identität der Marken prägten. „Der Verbrenner hat vor allem im Premium- und Luxussegment weiterhin eine Zukunft“, so Tietz im Gespräch mit Auto Motor und Sport.
Auch international bleiben Verbrenner nach seinen Angaben in vielen Märkten gefragt und ein relevantes Geschäft. Tietz betont: „Entscheidend bleibt die Kundenperspektive.“ Die Nachfrage unterscheide sich je nach Weltregion.
In Europa erwartet Tietz bei Verbrennern in den Volumensegmenten perspektivisch einen Rückgang. Dem Volkswagen-Konzern sei es bereits in den vergangenen Jahren gelungen, sein Verbrenner-Portfolio merklich zu straffen. Gleichzeitig seien die E-Auto-Bestellungen in Europa um 50 Prozent gestiegen, inzwischen sei fast jede dritte Bestellung ein Elektrofahrzeug.
Volkswagen will deshalb seine Verbrenner-Kapazitäten in Europa schrittweise anpassen. China bewege sich klar in Richtung Elektro und sogenannte Range-Extender-Elektrofahrzeuge. Die USA blieben dagegen stärker von Plug-in-Hybriden und Verbrennern geprägt.

South meint
Das hört sich bei VW mittlerweile eher nach einem verzweifeltem Wunsch an, hat schon fast was von flehen. ;-) Mögen doch bitte ein paar Weltregionen noch länger beim Verbrenner und/oder wenigstens bleiben einem noch in den Premium- Luxussegmenten die Kunden länger treu.
Da ist er wieder, der gute alte 100% Denkfehler. Wann und ob’s 100% BEV sein werden, spielt überhaupt keine Rolle mehr. Kein Hersteller wird von den Verbrenner bzw. Verbrennervariaten mehr leben können. Und ich bezweifle zudem stark, dass auch die Verbrenner im Luxus- und Premiumsegment so lange eine tragende Rolle spielen werden, dafür schreitet die eTechnik viel zu schnell voran…
MichaelEV meint
Ich frag mich, an welche Weltregionen man da immer denkt. Regionen, die für PV prädestiniert sind und die sich aktuell für fossile Energie teilweise hoch verschulden? Oder Regionen, die sowieso wenig für den Neuwagenmarkt relevant sind bzw. eher in günstigen Preissegmenten?
„„Entscheidend bleibt die Kundenperspektive.“ Die Nachfrage unterscheide sich je nach Weltregion.“
In Europa speisen sich die VW-Zahlen durch die CO2-Flottenziele und mundgerecht vorbereiteter Ladeinfrastruktur, also Regulation und Förderung. Natürlich funktioniert man nicht in Märkten, wo es beides nicht gibt, wo ggf. Ladeinfrastruktur zumindest teilweise eigenständig gelöst werden muss.
Aber das alles ist ein Problem von VW und Co. und keines dieser Märkte. Sobald BEVs in den Märkten Preis- oder genauer TCO-Parität erreichen, laufen auch diese Märkte an und könnten aufgrund viel niedriger Energiekosten selbst schnell vorbeiziehen.
Der Punkt „Nachfrage“ ist ja kaum noch zu ertragen… Die Frage ist doch, was und zu welchen Konditionen den Kunden dort überhaupt angeboten wird. Ich wette, VW trifft diese Aussage selbst für Regionen, wo dem Kunden überhaupt kein VW-BEV angeboten wird.
MK meint
Jedes dritte in Europa bestellte Fahrzeug bei VW ist also ein BEV…bei den Auslieferungen liegt man meines Wissens nach noch weit unter diesem Anteil. Wo könnte man bloß sein, wenn man nur lieferfähig wäre und nicht viele schon vor Bestellung wieder abspringen, wenn der Händler die erwartete Lieferzeit nennt?
CaptainPicard meint
Die USA blieben dagegen stärker von Plug-in-Hybriden und Verbrennern geprägt.
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Wie kommt man immer auf so seltsame Aussagen?
Gerade mal 1,4% der neu verkauften Autos im zweiten Quartal in den USA waren Plugin-Hybride. Dem gegenüber standen 6% BEV. Ja, der Verbrenner wird dort noch lange dominieren aber warum erwähnt man ausgerechnet PHEV als relevant wenn es das laut Verkaufszahlen absolut nicht ist?
Mäx meint
Damit die Lüge am Leben bleibt.
Immer wieder hört man ja wie toll die PHEV sind und wie gut die sich verkaufen und als nächste Stufe die EREV usw.
Aber tatsächlich sind die PHEV Anteile eigentlich immer halb so groß wie die BEV Anteile, in China, in Europa und in USA auch (bzw. noch größer).
Und die EREV in China haben so scheint es den Peak auch schon überschritten.
Manche Modelle werden beim Facelift wieder eingestellt und durch rein elektrische Varianten ersetzt.
David meint
Das ist so. Immer noch sind zwei Drittel aller verkauften Fahrzeuge Verbrenner und vor allen Dingen die allerteuersten sind Verbrenner. Das mag in 15 Jahren anders sein, das magst du gern in zehn Jahren anders sein. Nur sind wir jetzt im Jetzt Und wenn sich heute ein Influencer vom eigenen Geld für 200.000 € Cash einen 911 kauft, warum sollte man ihm den nicht verkaufen?
Wenn es natürlich weniger Verbrenner werden, dann werden auch die Typen zusammen gestrichen. Ebenso werden die Fahrzeuge leiser und die Motoren kleiner. Das hat mit der EU Gesetzgebung zu tun. Bei Mercedes gibt es jetzt im regulären Angebot keinen Zwölfzylinder mehr für Europa. Es ist also nicht so, als ob bei den Verbrenner Fans nicht langsam durchsickert, das ist blöder wird.
Und so ist das auch genau richtig. Die Elektroautos werden mit jedem Jahr attraktiver, und die Verbrenner werden mit jedem Jahr unattraktiver. Da läuft also eine weitere Schere auseinander, wie sie dieses Jahr bei den Betriebskosten plötzlich wahrnehmbar wurde. So funktioniert eine Tranformation.
Gernot meint
Zum einen: VW, Seat, Skoda, Cupra sind keine Luxusmarken und selbst Audi hat im Luxussegment nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Der A8 kam nie an die Verkaufszahlen von S-Klasse und 7er BMW heran. Als Nicht-Luxusanbieter dann mit Luxusautos pro Verbrenner zu argumentieren, ist logisch kaputt.
Zum anderen: Änderungen wird es nicht erst in 10 oder 15 Jahren geben. In den letzten Jahren wurde der Klimaschutz durch Merz, Reiche, Trump, EU, .. zurückgedrängt. Das wird sich umkehren. Wir haben in diesem Sommer ein bisschen zu spüren bekommen, was Klimawandel heißt. Das wird sich nur noch verschärfen und damit ins Bewusstsein der Leute rücken. In 5 Jahren wird man Leute, die sich dann noch eine S-Klasse mit V8 oder einen Porsche GT3 kaufen, wahrscheinlich als asoziale Klimaschweine stigmatisieren und ächten. Nicht dass das richtig oder unterstützenswert wäre, aber in Berlin gibt es z.B. schon den Trend, bei SUVs die Luft aus den Reifen zu lassen. Sowas wird massiv zunehmen und man muss kein Genie sein, um das vorauszusehen.
Futureman meint
Also der teuerste Neuwagen in letzter Zeit war ein E-Auto von Ferrari. Was hat VW denn so im Angebot in der Klasse ab 1 Million €?
Gut, VW spielt schon mit ihren einfachen Autos in der teuren Liga mit (außer bei den E-Autos in China, aber denen sind die zu altbacken), aber für den Massenmarkt ist das nicht so wirklich der schlaue Ansatz. Obwohl Audi, Porsche und Co ja auch behaupten, sie wollen nur noch kleine Stückzahlen dafür hochpreisig verkaufen. Aber ob dafür der Markt für alle groß genug ist, bleibt fraglich. Die Masse kauft dann halt weiter verfügbare E-Modelle von anderen Herstellern.
Gernot meint
Überall auf der Welt mit Ausnahme der USA boomen BEV. Früher wurde gern behauptet, dass gerade Entwicklungs- und Schwellenländer noch lange Verbrenner fahren werden. Das war immer falsch und zeigt sich jetzt. Mit Ausnahme der selbst Öl fördernden Länder wie Nigeria und Angola kostet Sprit auch in den meisten Entwicklungsländern um 1,50 Euro/Liter. Und das bei einem dort drastisch niedrigeren Einkommensniveau. PV-Strom ist dagegen noch viel billiger als bei uns. Wer jemals in Afrika unterwegs war: Es gibt genügend Gegenden, da ist die nächste Tankstelle 100 oder 200 km entfernt. Das Stromnetz aber auch. Statt teuer Tankstellen- oder Strominfratsrtuktur auszubauen, kann man paar PV-Panel und Batterien aufstellen, damit ein Dorf mit Strom versorgen und da auch E-Autos aufladen. 100 km mit dem Verbrenner-Hilux triggern dann ca. 12 Euro an Energiekosten. 100 km mit dem Elektro-Hilux kosten 1 Euro.
Während VW in Europa bei BEV aufgrund der Zölle noch stark ist, verliert VW überall im Rest der Welt die Märkte an die Chinesen. In Indien haben sich die BEV-Zulassungen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. BYD bietet dort 4 vollelektrische Modelle an. VW null.
Auch in den USA werden Elektroautos bald wieder boomen. Das gilt selbst dann, wenn auf Trump eine weitere republikanische Hohlbirne folgen sollte. Die Vorteile der Elektromobilität sind zu groß. Die ökonomische Realität kann auch ein Präsident nicht dauerhaft verzerren.
Wenn VW glaubt, dass Verbrenner in 5 Jahren noch wichtig sind, dann gute Reise … in die Geschichtsbücher.
Futureman meint
Auf einen Markt zu setzen, der jedes Jahr 20% schrumpft und das bereits jetzt und nicht irgendwann in der Zukunft, zeigt die Weitsicht von VW.
Klar gibt es immer irgendwo auf der Welt alte Männer, die unbedingt ein BrumBrum-Auto haben wollen. Aber der größte Wachstumsmarkt ist nun mal E-Mobilität und da schafft es VW aktuell nur in Europa nennenswerte Anteile zu bekommen.
Ben meint
Der Rückgang der Verbrenner hat jetzt schon Auswirkungen auf VW, das reine Verbrenner Werk WOB klaut ab 2027 Zwickau den Neo um diesen komplet in WOB zu produzieren, auf der gleichen Montagelinie mit dem Tiguan.
Natürlich sind wir dann mit dem Cupra und den 2 Audis weniger ausgelastet und haben gleichzeitig höhere Kostenziele bekommen, also mit weniger Auslastung noch günstiger produzieren.