Ionity hat mit neuen Ladepunkten in Karlsruhe seinen 200. Standort in Deutschland eröffnet. Damit betreibt das Unternehmen deutschlandweit inzwischen über 1500 High-Power-Ladepunkte. Seit Anfang 2023 hat Ionity in Deutschland eigenen Angaben zufolge durchschnittlich rund zwei neue Standorte pro Monat eröffnet.
Am neuen Standort in Karlsruhe stehen insgesamt zwölf High-Power-Ladepunkte zur Verfügung: acht Alpitronic HYC1000 mit einer Ladeleistung von bis zu 600 kW pro Elektroauto sowie vier Alpitronic HYC400 mit bis zu 400 kW.
Der jüngste Deutschland-Standort befindet sich in verkehrsgünstiger Lage nahe der A5 und unweit des Autobahnkreuzes Karlsruhe mit Anschluss an die A8 Richtung Stuttgart. Die Adresse lautet Zimmerstraße 24, 76137 Karlsruhe. Gastronomie und weitere Angebote befinden sich in unmittelbarer Nähe.
Ionity wurde 2017 von BMW, Daimler, Ford und dem Volkswagen-Konzern ins Leben gerufen. Inzwischen sind weitere Partner wie die Hyundai Motor Group und der Finanzinvestor BlackRock beteiligt. Der Fokus des Schnellladenetzwerks liegt auf Europa. Insgesamt gibt es laut der Website des Unternehmens 892 Standorte mit 6475 Ladepunkten in 24 Ländern. 73 neue Standorte befinden sich derzeit im Bau.

South meint
So wie die eMobililität gerade hochfährt, ist ein schnellerer Ausbau auf gar keinen Fall verkehrt. Und ja, vorallem der Bedarf an hochleistungsfähigen Schnellladern steigt enorm. Wie gesagt, technisch werden die eAutos und auch die Ladesäulen sehr schnell in die Regionen kommen, was ein CCS Stecker halt hergibt…
M. meint
Was der CCS aktuell hergibt, sind 600 kW. Die zieht fast kein Auto, und gar keins über den über den ganzen Ladehub, auch kein Denza.
Wenn wir bei dem mit Spezialladetechnik von 5 oder 6 Min. bis 80% ausgehen, und bei dem Mercedes GT 11 Minuten ( alles aus dem Gedächtnis), ergibt sich bei Pausen von 15 bis 20 Minuten schon kein Bedarf für schnelleres Laden – oder nur bei viel, viel größeren Batterien. Die Menschen, die für die letzten 120 km noch was nachladen, sind hier in 2, oder in 3 Minuten fertig. Selbst bei einem akuellen ID.3 sind’s vielleicht 5 oder 6. 2 best, 6 worst case. Rechnerisch ein Unterschied, aber praktisch uninteressant, daran eine Kaufentscheidung festzumachen.
Was soll das also?
Ja, es gibt ein paar Leute, die jeden Tag 800 km abreißen – für die ist das toll. Aber für die anderen ist das eher lästig, zwischendurch an die Ladesäule zu laufen, um Blockiergebühr zu sparen, weil der Kaffee eben noch zu heiß ist, ihn runterzukippen.
Jörg2 meint
„Was der CCS aktuell hergibt, sind 600 kW. Die zieht fast kein Auto, und gar keins über den über den ganzen Ladehub, auch kein Denza.“
Ich gehe davon aus, dass bei der Investitionsplanung in solche Langlebigkeitsstrukturen nicht nur der Blick auf den aktuell technisch abzusichernden Bedarf gerichtet wird. Ich unterstelle, man hat sich auch die Frage gestellt, was braucht es in 2..4…6 Jahren.
MichaelEV meint
Da gehe ich fest von aus! Und halbwegs bei Sinnen stellt man fest, dass die Kunden auch in 2..4…6 Jahren überwiegend mit 400V Fahrzeugen und überschaubaren Ladeleistungen unterwegs sein werden.
Da braucht man auch kein Profi zu sein, jeder 0815-Autofahrer weiß ungefähr, wie lang der Lifecycle von PKWs ist.
M. meint
Die Situation ist ja beschrieben. Da geht es im Kern nicht um technische Entwicklung, sondern um die Bedürfnisse der Menschen, und menschlich Evolution verläuft in anderen Zeiträumen. Der Bedarf an Pausen wird sich daher in den nächsten 20 oder 50 Jahren kaum ändern.
MichaelEV meint
Für Deutschland stehen YTD 2026 in der Top 5 nur 400V Fahrzeuge (ca. 20% Anteil). In der Top 20 sind es 16x 400V Fahrzeuge und 4x 800V.
Es braucht nicht die „hochleistungsfähigen Schnelllader“, sondern insbesondere viel Ladeinfrastruktur für diese BEVs, die jetzt in Masse auf den Markt kommen (bessere Leistungsteilung, eher weniger Leistung).
Jörg2 meint
„die jetzt“
Ich vermute, der jetzige StatusQuo (dippeltgemoppelt) ist nicht die einzige Entscheidungsgrundlage für ein Invest in die Zukunft.
Ich vermute, Teile der Entscheider rechnen mit der weiteren Zunahme der Ladeleistung bei zukünftigen Fahrzeugen.
MichaelEV meint
Die Entscheider werden mit deiner relativ kleinen Menge Fahrzeuge rechnen und sind sich gleichzeitig bewusst, dass es für die meisten anderen Fahrzeuge nicht zutrifft.
Die Entscheider rechnen auch nicht nur damit, was technisch möglich ist, sondern was echte Bedarfe sind, was sich wirtschaftlich tragfähig umsetzen lässt und wo sich resultierende Mehrkosten durch höhere Zahlungsbereitschaft kompensieren lässt.
Die heutige Ladeinfrastruktur ist bereits mit bestehender Ladeleistung häufig zu stark für die verkehrendes BEVs, was die Auslastung reduziert.
Ionity hat an Raststätten anfangs 350kW Ladesäulen installiert, die heute häufig auf Fahrzeuge treffen, die die Ladeleistung nur zu einem Teil abrufen. Mit den „hochleistungsfähigen Schnelllader“ muss man ganz offensichtlich einen Weg finden, dass man die passenden Kunden bekommt. „fair“ wäre eine zusätzliche Zeitkomponente bei der Bepreisung, die aber sehr schwierig für die Kunden wäre (was würde das hier wieder für ein Gehetze geben). Bleibt die verteufelte Lösung, die mit „A“ anfängt und „bo“ aufhört…
M. meint
…die ich dann in der SW runterdrehen würde.
Der Grund ist so einfach, dass es schon x-fach beschrieben wurde: unterhalb von 15 Minuten ist das Auto gar nicht mehr der zeitliche Flaschenhals, sondern der Mensch. Wenn der nach 3 Std. Fahrt Pause macht, geht der auf Toilette, was trinken, manchmal auch was essen und nochbein paar Minuten an die frische Luft (es wird jedenfalls empfohlen). Und dann sind 15 odercauch 20 Minuten rum. In dieser Zeit parkt auch kein Mensch wegen 5 Minuten das Auto um.
Die Ladestation ist in > 80% der Fälle 15 – 20 Minuten besetzt, ganz gleich, ob das Auto 3 oder 20 Minuten gebraucht hat.
Future meint
Sehr gut, Ionity. Als Hamburger ist man zwar eher selten im schönen Karlsruhe, aber mit dem neuen, komfortablen und vor allem schön designten und architektonisch brillanten Standort habe ich allen Grund die Reise in den wilden Süden der Republik zu wagen. Da ist es immer noch sicher, so erzählen gute Freunde. Nicht so wie die Supercharger hinter einem dunklen Betriebshof. Da bleibt man besser stromlos auf der Autobahn liegen, ist sicherer.
Future meint
Nichts gegen den schönen warmen Süden, Bruder. Aber mir gefällt der wilde Westen doch noch deutlich besser. Neben der Sicherheit soll den Menschen ja auch der Wohlstand besonders wichtig sein und damit sind wir wieder bei den Ladesäulen. 200 Standorte seit 2017 ist doch schon eine ordentliche Zahl, die man da erreicht hat. Jede Säule zählt. Aber ich finde eweGo noch besser als Ionity – wegen der Siebträger nebenan.
ID.alist meint
Die PR Abteilung von IONITY hat den letzten Memo nicht mitgekriegt.
Laut Webseite von IONITY sind aktuell nur 199 Stationen offen in D.
David meint
IONITY macht das sehr gut. Leider ist aber der Zorn viel Mitmenschen auf diesen CPO verflogen, oder sie sind einfach durch neue Elektromobilisten ersetzt werden. Jedenfalls war das Ladenetz im Sommer doch recht ausgelastet, so dass ich erstmals teilweise ausweichen musste. Daher bitte ich um die üblichen verleumderischen Kommentare, die diesen Betreiber in den Schmutz ziehen.
MichaelEV meint
Da diese Kommentare doch deine Kernkompetenz sind, warum machst du es nicht einfach selber…
Jörg meint
Was soll ich in den Schmutz ziehen was ich nicht kenne.
Ionity wird mir in meiner App gar nicht angezeigt mit dem Preisfilter den ich gesetzt habe und gewillt bin max. pro kWh zu zahlen.
Ben meint
Sag David, hat es VW endlich mal geschaft autocharge zu programieren damit man mit den ID. Fahrzeugen, wie mit fast allen anderen BEV auch, an EnBW nur anstecken muss oder wird man von VW weiterhin gezwungen zu Ionity zu fahren wenn man nur anstecken und laden will ?
Thorsten 0711 meint
Wenn man einen Top Performer damit ärgern kann relativiert sich der hohe Ionity Power Abopreis auf einmal durch andere Benefits 😎 Preis-Leistung mal anders 👍
Tesla-Fan meint
Das ist viel zu langsam alles!
BYD hat im ersten Halbjahr 2026 10000 Flash-Charger aufgestellt in China und plant für die zweite Jahreshälfte nochmal dasselbe. (das sind die 1000kW Dinger)
ID.alist meint
Ich habe letztens versucht dort zu laden, lag leider bei mir nicht auf der Rute.
Rob meint
Schön für China, da passt das auch ganz gut mit dem Sack Reis.
Für meinen Teil reichen dann beim nächsten Fahrzeugwechsel 400KW und 15-20min Ladezeit auf 80%.
Future meint
Der Hofberichterstatter der deutschen Autoindustrie vermeldet, dass am 11.06.2026 der erst Flashcharger im Allgäu eröffnet wurde (Quelle: AMS). Ferner wird noch berichtet, dass bis zum Ende des Jahres 3.000 weitere Flashcharger von BYD in Europa dazukommen sollen. Dann ist bei Ionity auch nicht immer alles belegt.
Tesla-Fan meint
Gleich wird man uns darauf hinweisen, das Charger ≠ Standort.
(Ionity ist ja bekannt dafür das sie immer gleich im Zehnerpack bauen 😎)
eBikerin meint
Tja dann weisse ich dich und Future einfach mal darauf hin, dass BYD nicht von 3000 Chargern sondern von 3000 Stationen spricht.
Und wie die dass anstellen wollen, da schweigen die sich aus. Anscheinend haben die nicht mitbekommen, dass es in Europa ein bisschen länger dauert, bis man nen passenden Netzanschluss bekommt.
M. meint
Die bringen Batterien mit.
Es macht auch nichts, wenn es 8 Tage dauert, bis die voll sind. Öfter kommt aktuell auch kein Denza vorbei, und bei dem Rest ist es egal, vieles von dem Zeug lädt immer noch mit max. 150 kW… Die kommen auch mit Laderaltware durch vor Ausmusterung klar.
Mäx meint
Ja ambitioniert würde ich auch sagen.
Aber die Charger sind ja alle mit einem Batteriespeicher ausgerüstet.
Der Netzanschluss könnte daher erheblich kleiner ausfallen.
Außerdem sind die Anzahl der BYD Fahrzeuge noch verschwindend gering, sodass man den Netzanschluss nicht so hoch dimensionieren müsste, weil hoher Durchsatz.
In Europa laden die Fahrzeuge bisher mit max. 600kW und das sind noch die Ausnahmen.
Wenn die Station erstmal steht, ist eine Erhöhung der Netzanschlusskapazität evtl. schneller zu bekommen und der Standort ist auch erstmal gesichert.
Referendar meint
Der Unterschied zwischen wollen und können ist noch nicht zu BYD durchgedrungen. Vllt ist das ganze auch nur ein Chin. Übersetzungsfehler.
brainDotExe meint
Schön für BYD und China. Bringt uns Europäern genau was?
Abseits davon, welche Modelle außer ein paar BYD können so schnell laden?