Mercedes hat laut L’Automobile den ursprünglich vorgesehenen Abschied von der Klasse A verworfen. Eine fünfte Generation des Einstiegs in das Markenportfolio soll weiter gegen Modelle wie BMW 1er und Audi A3 antreten. Die kommende Klasse A übernimmt nach Informationen des französischen Portals die neue, vorrangig für Elektroautos ausgelegte MMA-Plattform von Mercedes.
Auf der Mercedes Modular Architecture soll die nächste A-Klasse mit einem Radstand von 2,79 Metern zu den Kunden rollen – das sind sechs Zentimeter mehr als bei der aktuellen, 2018 eingeführten Generation. Dadurch soll die Länge auf rund 4,50 Meter steigen.
Beim Design wird die fünfte Generation an der Front einen (noch) markanteren Stil als die jüngsten Mercedes-Modelle erhalten, wie Entwürfe von L’Automobile zeigen sollen. Der Innenraum soll sich dagegen an der aktuellen Gestaltung orientieren. Vorgesehen ist demnach ein Armaturenbrett im Stil einer durchgehenden Bildschirmfläche, wie sie bereits die neuen E-Autos der Premiummarke zeigen.
Als Mild-Hybrid soll die Klasse A einen 1,5-Liter-Turbovierzylinder mit einem kleinen Elektromotor kombinieren, der 30 PS (22 kW) leistet. Es sollen Antriebsoptionen mit Vorder- oder Allradantrieb geplant sein. Daneben soll die Baureihe künftig vor allem auch vollständig elektrisch mit Hinterradantrieb angeboten werden.
Die Elektroauto-Ausführungen sollen mit einer 800-Volt-Architektur punkten. Genannt werden in dem Bericht Batterien mit 58 kWh Speicherkapazität und bis zu 200 kW Gleichstrom-Ladeleistung (DC) sowie mit 71 kWh und maximal 250 kW. Außerdem soll ein großes 85-kWh-Akkupack vorgesehen sein, das mit über 300 kW Ladeleistung Strom ziehen kann.
Auch eine rein elektrische AMG-Ausführung der Klasse A wird erwartet. Sie soll wie der kürzlich eingeführte Mercedes-AMG CLA 45 4Matic+ drei Hochleistungs-Elektromotoren bieten, die zusammen bis zu 500 kW beziehungsweise 680 PS liefern. Zwei E-Maschinen befinden sich dabei an der Hinterachse, die dritte an der Vorderachse.

MK meint
Nur mal so zur Einordnung der Länge: Der erste VW Passat war ganze 30 cm kürzer als diese geplante A-Klasse, gegenüber dem ersten VW Golf sind es ganze 80 cm mehr Länge. Kein Wunder, dass es in den Innenstädten in den Anwohnerparkzonen eng wird.
ChriBri meint
Der 58er und 71er Akku scheinen für das Fahrzeug geeignet zu sein, um den mit einem einigermaßen marktgerechten Preis platzieren zu können. Der 80+ Akku wird wieder was für geringe Stückzahlen werden, für die Fahrzeugklasse wahrscheinlich dann wieder mit etwas Ausstattung bei 50-55+ EUR… auch hier international sicher kein Rainmaker.
MK meint
@ChriBri:
BEV haben technisch bedingt ja super Drehmoment und Beschleunigung. Um ähnliches mit dem Verbrenner hinzubekommen, müssen Sie bei der bisherigen A-Klasse schon den A45 nehmen. Der fängt ohne weitere Extras in der Konfiguration grade bei 73.928,75 € zzgl. Überführungskosten an. Selbst ein ganz „normaler“ A250 mit 224 PS-Benzinmotor liegt in der Basiskonfiguration schon über 50.000 €. Anders gesagt: Die von Ihnen in den Raum geworfenen 50-55.000 € sind auch für die heutige, technisch längst veraltete A-Klasse mit Verbrennungsmotor ein vollkommen normaler Preis. Und trotzdem ist es eines der meistverkauften Mercedes-Modelle (auch, weil die anderen noch viel teurer sind).
ChriBri meint
Das ist richtig, was Du sagst,… wenn man es so vergleicht. Mercedes macht mit der A Klasse aber gutes Geld im Stückzahlbereich A180/200… und die liegen preislich dort, wo man Masse machen kann… der A45 oder 250er sind im Straßenbild dagegen Seltenheit
MK meint
@ChriBri:
Und so wird es auch bei der Elektroversion sein. Auch da sind die Zeiten, wo alle Reflexartig nach dem größten Akku greifen, vorbei. A-Klassen sind in den seltensten Fällen Erstfahrzeug einer Familie, die damit nach Südtirol in den Skiurlaub fahren will…
M. meint
Nicht alles, was hinkt…
Was stimmt: beim Ampelstart sind BEV kaum zu schlagen. Aber Autofahren dreht sich nicht nur um Ampelstarts. Wenn man ausgerechnet einen A45 heranzieht, muss man sich auch das andere Ende der Skala ansehen, und da sieht es schon anders aus.
Über die Sinnhaftigkeit kann man sicher streiten, aber das gilt für Ampelstarts auch.
MK meint
@M.
Dann mal anders: Selbst mein Elroq 85 (also der „normale“, keine „Sportsline“ oder ähnliches) übertrifft den A45 beim Drehmoment…und während der A45 das nur in einem kleinen Drehzahlbereich über 5.000 Umdrehungen überhaupt abrufen kann, kann der Elroq das immer.
Worauf ich auch hinauswollte: angegeben wird meist die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h. Wie oft fahren Sie genau das im Alltag? Ich bin das wenn ich mich recht erinnere noch nie gefahren. Was man aber öfter tut: innerorts von 0 auf 50 km/h und auf der Autobahn beim überholen mal von 140 km/h auf 170 km/h (oder auch von 120 auf 150…). Und da haben BEV halt die gleiche Beschleunigungsleitung: Jemanden zügig fahrendes auf der Autobahn zu überholen wird nicht zäh, weil man auch bei hohen Geschwindigkeiten noch volle Beschleunigung hat. Und das ist doch das, wofür die Leute, die einen AMG kaufen das tun oder nicht? Und wenn der dann vom AMG geschlagen wird, wäre es doch ein voller Erfolg, wenn das BEV trotzdem 20.000 € billiger bleibt oder?
Aber gehen wir doch mal ans „andere Ende“: Auch der ist grade im Konfigurator nicht für unter 38.000 € zu haben (es steht zwar was von gut 33.000 € auf der Startseite, ich habe allerdings keine Möglichkeit gefunden, das in der Konfiguration auszuwählen…scheinbar ist das Schaltgetriebe von Renault mittlerweile komplett rausgefallen). Und dafür bekomme ich einen kleinen Renault-4-Zylinder Benzin-Motor und ein 7-Gang-Automatikgetriebe von Magna…Mercedes hat schon lange keine Lust mehr darauf, sich mit der Fahrzeugklasse zu befassen.
Noka Hust meint
Der 80+ Akku ist top für alle Singles und Leute die für die Arbeit Strecke machen wollen und müssen aber kein 5m schiff fahren wollen. Ich habe aktuell einen id3pros, da wäre er eine super Alternative obwohl er mit 4,5m fast schon wieder zu lang ist.
CJuser meint
Hoffentlich wird es wieder ein Hatchback, wie die letzten zwei Generationen, und kein quasi Mini-Van, wie die ersten zwei Generationen. Und da die C-Klasse EQ inzwischen LEIDER (!) schon fast die Abmessungen einer E-Klasse erreicht, könnte man sogar wieder über eine Stufenhecklimousine nachdenken, welche dann auf 4,65-4,70m (Länge vom Tesla Model 3) wachsen darf.
Mäx meint
Die Stufenhecklimousine nennt sich doch CLA mit 4,72m Länge?!
CJuser meint
Der CLA EQ ist wenn überhaupt eine Fließhecklimousine. Von Stufenheck keine Spur.
Mäx meint
Von der Form her vielleicht. Die Kofferraumklappe ist die einer Stufenhecklimousine.
Fließhecklimousinen, wie z.B. der i4, haben ja meist große Heckklappen, wo auch die Scheibe mit hochklappt und so einen echten Vorteil.
Abgesehen davon wird es sehr wahrscheinlich keine Stufenhecklimousine und Fließhecklimousine in ungefähr gleichen Abmessungen geben.
Das ist einfach zu teuer.
F. K. Fast meint
Ich würde gern die Renaissance the A-Klasse 169 gesehen, also die 2. Version der Rentner-A-Klasse.
Smarty2020 meint
100% Zustimmung, gern auch als W168. Riesen Karren mit 400 cm und mehr kann ja jeder. Mein Inster macht es da mit 383 cm Länge genau richtig und ist fast so praktisch wie das „Original“ (W168 Langversion).
Bei der fehlgeleiteten Luxusstrategien von Ola K. bin ich für IMMER raus!! SORRY.
Htr35 meint
So ein 70er Akku der mit 3,5C lädt ist doch ein guter Anfang.
Optimal als Vollständigen Ersatzt für meinen tdi wäre der 85er Akku.
Als genau das was es seit 2014 von Tesla gibt :) aber für mich nicht bezahlbar iwar.
M. meint
Zeig mir mal den 2014er Ibiza-Ersatz von Tesla.
Ich kann mich da nur an 100 k€ Autos erinnern, in denen ein Ibiza (fast) parken kann.
MK meint
@Htr35:
Ein 5 m langes, rund 100.000 € teures Luxus-SUV ist technisch besser als ein rund 20.000 €teurer, 4 m langer Kleinwagen? Sie sind da was ganz heißem auf der Spur ;)
Htr35 meint
Achso dann folgen Sie mir in die Alpen mit Dachbox. Der 2002 Ibiza bracht hier für 580km 5h! Deshalb wäre ekn 85er Akku zwar deutlich langsamer aber noch ertragbar.
Kompfortabler ist der Ibiza.
MK meint
@htr35:
Und „Fahrkomfort“ ist für Sie einzig und alleine die Kilometer, die Sie ohne Pinkelpause am Stück zurücklegen können? Für mich bedeutet „Komfort“, dass ich im Winter keinen Eiskratzer mehr brauche, dass ich keine Motorengeräusche und -vibrationen mehr habe…ich dachte auch, dass moderne Fahrzeuge da sehr leise und vibrationsarm seien und mich das gar nicht stört. dann habe ich einige zehntausend Kilometer mit einem eAuto zurückgelegt und habe Monate nie einen Verbrenner genutzt und musste es dann einmal wieder, weil meine Frau mit meinem Elektroauto unterwegs war. Plötzlich hat mich das Motorengeräusch eines 2 Jahre alten Benziners, das ich vorher als „sehr leise“ beschrieben habe, absolut wahnsinnig gemacht und ich habe mich gefragt, wie ich das vorher ausgehalten habe.
So gibt es ganz vieles, was man aufzählen kann, wo man Vorteile hat…vor Allem, wenn man wirklich das 100.000 € Auto mit dem 20.000 €-Auto vergleicht. Das sind dann z.B. auch Sicherheitsmerkmale, sollte einem mal an einer Landstraßenabfahrt jemand mit 80 km/h seitlich in die Fahrertür rasen…