Oliver Rittierodt verantwortet seit Juni 2025 als Director Sales den Vertrieb von MG Motor Deutschland. Der einst britische Hersteller gehört heute zum chinesischen SAIC-Konzern und zählt zu den stark wachsenden Importmarken auf dem deutschen Markt. Für dieses Jahr nennt der Manager im Gespräch mit dem Portal Elektroauto-News.Net das Ziel, in Deutschland mehr als 30.000 Fahrzeuge zu verkaufen.
MG bewertet den deutschen E-Auto-Markt 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen positiv. Jeder fünfte neu zugelassene Pkw war ein reiner Stromer, obwohl es keine Kaufförderung gab, während Plug-in-Hybride auf mehr als zehn Prozent der Neuzulassungen kamen. Die Ankündigung einer neuen staatlichen deutschen E-Auto-Förderung beeinflusste nach Angaben des Unternehmens gegen Jahresende die Zulassungen seiner Elektroautos. MG sieht in der Marktentwicklung dennoch ein deutliches Zeichen für die Elektrifizierung.
Gleichzeitig hat MG sein Angebot von Verbrennern über Hybride bis zu Elektroautos erweitert. Vier von fünf Kunden entschieden sich für ein elektrifiziertes Modell aus den Bereichen Vollstromer, Plug-in-Hybrid oder Vollhybrid. Fast 80 Prozent wählten ein Fahrzeug mit mindestens einer elektrischen Antriebskomponente. 2024 hatte diese Quote noch bei knapp unter 75 Prozent gelegen. Der Anteil von Elektroautos an den MG-Neuzulassungen betrug 2025 rund 34 Prozent und im ersten Halbjahr 2026 rund 21 Prozent.
Cyberster als Imageträger, MG4 EV Urban als Volumenmodell
Im Elektro-Portfolio übernimmt der MG Cyberster laut Rittierodt die Rolle eines Markenbotschafters und soll die Verbindung zwischen der Roadster-Historie von MG und elektrischer Mobilität herstellen. Der kompakte MG4 EV Urban ist als wichtiges Volumenmodell vorgesehen und soll Elektromobilität zu einem attraktiven Preis für größere Bevölkerungsgruppen anbieten. Der 2025 gestartete MGS5 EV positioniert sich als elektrisches Modell in der Kompakt-SUV-Klasse. Die Limousine MG IM5 und das SUV MG IM6 – beide knapp fünf Meter lang – sollen zeigen, welche technischen Möglichkeiten die Marke bietet, und kombinieren den Angaben zufolge „Intelligent Mobility“ mit Komfort und Reichweite.
2026 führte MG bereits den überarbeiteten MG4 EV, den neuen MGS6 EV, den MG4 EV Urban und den siebensitzigen MGS9 PHEV ein. Zudem zeigte die Marke zwei Konzeptstudien beim Goodwood Festival of Speed, die möglicherweise in Serie gefertigt werden könnten. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis betont Rittierodt Wertigkeit, Qualität und Vertrauen und formuliert: „MG-Modelle sind preiswert, aber nicht billig.“
Das deutsche Partnernetz umfasst derzeit rund 185 Betriebe und soll bis Mitte des Jahres um weitere 30 Partner wachsen, erklärt der Vertriebschef für Deutschland. MG will dabei bislang nicht abgedeckte Regionen erschließen und verlangt von neuen Betrieben dieselben Vorgaben bei Service und Qualität wie von bestehenden Partnern. Die Händler bezeichnet der Manager als erste Ansprechpartner der Kunden. Wertigkeit, Qualität und Vertrauen sollen deshalb auch im Händlernetz Priorität haben.
Für das laufende Jahr plant MG mehr als 30.000 Verkäufe in Deutschland. Im ersten Halbjahr wurden 16.152 Fahrzeuge erreicht, knapp 90 Prozent verfügten in diesem Zeitraum über mindestens eine elektrische Komponente im Antriebsstrang. Rittierodt nennt für diesen Zeitraum einen Marktanteil von etwas mehr als einem Prozent. Seit 2021 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 100.000 Fahrzeuge der Marke in Deutschland neu zugelassen.

Ihre Meinung