Bentley plant mit dem neuen, rein elektrischen Modell Torcal eine Erweiterung seines Portfolios. Das Fahrzeug ist mit einem Startpreis von 200.000 Euro am unteren Ende des Angebots angesiedelt. Es soll vor allem auch als Einstiegsmodell fungieren, um eine jüngere Kundschaft zu erschließen. Die Serienproduktion im britischen Crewe soll im März des kommenden Jahres beginnen, wobei die ersten Auslieferungen für Juni geplant sind.
Nach einer Phase mit Rekordumsätzen, die durch die Chipkrise und Lieferengpässe begünstigt wurde, sieht sich der Hersteller aktuell mit Herausforderungen konfrontiert. In China ist der Luxusmarkt geschrumpft, während in der Region Mittlerer Osten Einbußen aufgrund von Logistikproblemen verzeichnet wurden. Zudem erreichen einige bestehende Modelle das Ende ihres Lebenszyklus.
Der Fokus der Volkswagentochter liegt laut CEO Steffen Walliser nicht auf reinen Verkaufszahlen, sondern auf dem Umsatz und dem Wert pro Fahrzeug. Für 2025 erzielte Bentley mit 10.132 verkauften Fahrzeugen einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Trotz eines steigenden Anteils an Individualisierungen wird beim Umsatz für das kommende Jahr nicht das Vorjahresniveau erwartet, da hohe Investitionen in neue Modelle sowie den Standort Crewe getätigt wurden.
Bei der Entwicklung des Torcal stand der Unternehmensführung zufolge nicht die Antriebsart im Vordergrund, sondern die Wahrung klassischer Bentley-Eigenschaften wie Handwerkskunst und sportlicher Luxus. Für die Einführung investiert Bentley viel Geld in den Handel, um notwendige Flächen und Infrastrukturen in den Werkstätten bereitzustellen. Die Nachfrage nach dem ersten Elektroauto der Luxusmarke wird global erwartet, wobei man eine starke Resonanz in Europa sowie in US-Bundesstaaten wie Kalifornien prognostiziert.
„Heute sind E-Autos in der Breite der Gesellschaft angekommen“, so Walliser zum ersten Vollstromer der Marke. „Die Menschen wollen ein normales, gut funktionierendes Auto mit dem sie im Alltag keine Einschränkungen haben. Sich über ein spezielles E-Auto-Design zu differenzieren, ist nicht mehr notwendig oder gewünscht.“ Beim Torcal stehe nicht die Antriebsart im Vordergrund, sondern dass es sich unverkennbar um einen Bentley handelt. „Natürlich interpretieren wir die Marke modern und es gibt Hinweise darauf, dass es sich um ein E-Auto handelt. Aber das ist nicht dominierend“, erklärt der CEO.
Hinsichtlich der Antriebstechnologie verfolgt Bentley laut der Automobilwoche die Strategie „Luxury of Choice“ – frei übersetzt: „Luxus ist, die Wahl zu haben“. Damit setzt der Hersteller bewusst auf Technologieoffenheit: Das Angebot soll vom Verbrenner über Plug-in-Hybride bis hin zu vollelektrischen Fahrzeugen sämtliche Antriebsoptionen abdecken, um flexibel auf eine volatile Weltlage reagieren zu können. „Wir brauchen Resilienz in unserem Angebot und können uns nicht auf eine Antriebstechnologie festlegen“, erklärt Walliser.

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