Bentley bereitet den Marktstart des Torcal als erstes Elektroauto im Programm vor. Dem Portal Edison haben die zum Volkswagen-Konzern gehörenden Briten schon mehr Details zu dem Modell verraten. Positioniert wird das Modell unterhalb des Plug-in-Hybrid-SUVs Bentayga und soll ebenso mit der Kombination aus potentem Antrieb und Komfort auf Luxusniveau überzeugen.
Die technische Basis stellt wie beim Schwestermodell Porsche Cayenne Electric Volkswagens Premium Platform Electric (PPE) für besonders leistungsstarke und hochwertige Vollstromer. So kommt auch beim Elektro-Bentley eine 113 Kilowattstunden große Fahrbatterie mit 192 Pouchzellen zum Einsatz. Beim Torcal soll das für eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern sorgen.
Der Name des ersten nur mit Strom betriebenen Bentleys hat seinen Ursprung im Lateinischen und steht für Drehmoment. Laden kann das SUV mit maximal 400 kW, womit sich die Akkus in weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen lassen sollen. Die Antriebsleistung des rund 2,7 Tonnen schweren Stromers beträgt 653 kW/888 PS, das maximale Drehmoment 1350 Newtonmeter (Nm).
„Ob ein Auto in 2,5, 2,4 oder 1,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, ist für unsere Kunden nicht relevant. Und ein Auto wird mit 1.000 PS nicht automatisch besser“, sagte Bentley-Chef Frank-Steffen Walliser gegenüber Edison auch mit Blick auf das verwandte Porsche-Modell. Der Torcal sei mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter drei Sekunden aber ebenfalls äußerst sprintstark.
„Jedes System ist auf Bentley abgestimmt“
Hinzu kommt ein Fahrwerk mit Einkammer-Luftfedern und Zweiventildämpfern, bei denen sich die Zug- und Druckstufe getrennt regeln lassen. „Jedes System ist auf Bentley abgestimmt“, betonte Baureihenleiter Martin Page im Gespräch mit Edison. So bekomme der Torcal nur die Topversion des Fahrwerks aus dem Cayenne Turbo Electric. Hier sind die aktiven Dämpfer je mit einer Motor-Pumpen-Einheit pro Achse verbunden. Anpassungen von Bentley sollen eine größere Spreizung zwischen den einzelnen Fahrmodi Comfort, Bentley, Sport, Refresh und den beiden Geländeprogrammen Dirt & Trail sowie Snow & Grass ermöglichen.
Je nach Fahrmodus und Geschwindigkeit verändert sich die Bodenfreiheit. Der Torcal hat den Angaben nach fast die gleiche Geländegängigkeit wie der Bentayga. Dazu versteift sich das Fahrwerk in den Offroad-Modi. Maximal kann sich die Karosserie im Gelände um 55 Millimeter heben.
„Der Torcal kontrolliert die Straße, nicht die Straße das Auto“, zitiert Edison Baureihenleiter Page. „Es soll ein Fahrerauto werden.“ Unterstützt wird der Mensch von Assistenzsystemen auf Level 2+. Der Komfort soll trotz der montierten 22-Zoll-Räder nicht zu kurz kommen. Der Torcal soll zudem als bislang einziger Bentley auf einer Strecke von maximal 200 Metern auch ein trainiertes Einparkmanöver ausführen können – die Anwesenheit des Fahrers im Auto vorausgesetzt.
Anstatt die Stille des Stromantriebs durch synthetische Motorengeräusche oder die Verstärkung von E-Motoren-Klängen zu füllen, setzt Bentleys Edel-SUV auf eine „orchestrale“ Klangkulisse. Dazu werden Aufnahmen echter Instrumente genutzt, die durch die Eingaben des Fahrers geformt werden. Die Inspiration für diesen Sound stammt aus der Historie des Herstellers, von den aufgeladenen Motoren der 1930er-Jahre bis hin zum W12.
Zum Preis des Torcal äußert sich Bentley noch nicht. Edison erwartet einen Startpreis von mindestens 200.000 Euro. Zum Vergleich: Das Topmodell der elektrischen Cayenne-Baureihe von Porsche gibt es hierzulande ab 165.500 Euro.


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