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„Verbrenner-Aus“: EAC fordert Technologieoffenheit & Klarheit für Verbraucher

26.10.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 20 Kommentare

BMW-3er-Elektro-und-Verbrenner-2026

Bild: BMW (Symbolbild)

Die Interessengemeinschaft European Automobile Clubs (EAC) begrüßt die ersten Abstimmungen gegen das „Verbrenner-Aus“ der EU als wichtiges Signal für mehr Technologieoffenheit. Weiteren Handlungsbedarf sieht der EAC beim Fahrzeugbestand: Wer heute ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, soll mit erneuerbaren Kraftstoffen einfacher und günstiger zum Klimaschutz beitragen können.

Der Kompromiss sieht vor, dass Hersteller die durchschnittlichen CO2-Emissionen ihrer Neuwagen ab 2035 um 87,5 statt um 100 Prozent senken müssen. Voraussetzung ist, dass sie weitere 7,5 Prozentpunkte über klimafreundlich erzeugten Stahl aus Europa ausgleichen, sodass insgesamt eine Minderung um 95 Prozent erreicht wird. Damit könnten Autos mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybride auch nach 2035 neu zugelassen werden.

„Ob Elektroauto, Plug-in-Hybrid oder Verbrenner: Die Menschen sollen selbst entscheiden können, welcher Antrieb zu ihrem Alltag und ihrem Budget passt. Die Abstimmungen im Europäischen Parlament sind dafür ein wichtiger erster Schritt“, sagt EAC-Präsident Holger Küster.

Neu ist eine eigene Fahrzeugkategorie: Autos, die über ihre gesamte Lebensdauer ausschließlich mit zugelassenen erneuerbaren Kraftstoffen fahren, sollen ab 2030 bei der Berechnung der CO2-Flottengrenzwerte als emissionsfrei gelten. Ob das eingehalten wird, soll bei jedem Tankvorgang digital überprüft werden. Ab 2033 werden die zulässigen Kraftstoffe auf E-Fuels sowie bestimmte Biokraftstoffe und Biogas begrenzt. Diese Vorgaben gelten auch für Fahrzeuge, die bereits zuvor gekauft wurden.

EAC fordert Klarheit für Verbraucher

Um neue Unsicherheit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verhindern, fordert der EAC die EU-Kommission auf, die noch offenen Einzelheiten verbindlich und verständlich zu regeln, bevor die ersten Fahrzeuge verkauft werden. Zugleich müssten zugelassene erneuerbare Kraftstoffe in ausreichender Menge, zu bezahlbaren Preisen und europaweit an Tankstellen verfügbar sein. Die Kontrolle über die bei jedem Tankvorgang erfassten Daten müsse bei den Fahrzeughaltern liegen.

Mehr Klarheit schaffe der Kompromiss beim Kauf gebrauchter Elektroautos und Plug-in-Hybride. Händler sollen künftig den aktuellen Zustand der Batterie gut sichtbar neben dem Fahrzeuglabel angeben. Der EAC begrüßt das, denn Reichweite und Restwert hingen stark vom Batteriezustand ab. Damit Käufer Angebote verlässlich vergleichen können, brauche es einheitliche europäische Standards zur Bestimmung und zum Nachweis des Batteriezustands.

Für den Fahrzeugbestand bietet der Kompromiss beim Klimaschutz keine Antwort, so der EAC. Im Jahr 2024 seien rund 256 Millionen Pkw mit einem Durchschnittsalter von 12,7 Jahren unterwegs gewesen, fast 98 Prozent davon mit Verbrennungsmotor. Selbst wenn ab sofort nur noch Elektroautos verkauft würden, bräuchte es mehr als zwei Jahrzehnte, um den Bestand vollständig zu ersetzen.

Damit bereits zugelassene Autos mit Verbrennungsmotor künftig klimafreundlicher fahren, brauche es deshalb erneuerbare Kraftstoffe. Für den Fahrzeugbestand setzt der EAC daher heute vor allem auf nachhaltige Biokraftstoffe, wie E10 und HV100. Langfristig könnten auch E-Fuels eine Rolle spielen, wenn sie in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen verfügbar sind. Zugleich müssten die Mitgliedstaaten die verbindlichen EU-Vorgaben für mehr erneuerbare Energie im Verkehr unverzüglich und vollständig umsetzen. So könnten auch Menschen zum Klimaschutz beitragen, die ihr heutiges Auto weiterfahren.

Aus Sicht des EAC muss die EU die Debatte um die Zukunft des Verbrenners in der EU nun zügig zu einem verlässlichen Ergebnis führen. „Die wechselnde politische und öffentliche Debatte verunsichert viele Verbraucherinnen und Verbraucher. Für ihre Kaufentscheidungen brauchen sie ebenso verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen wie Automobilhersteller und Zulieferer für ihre Investitionen“, so EAC-Präsident Küster.

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Via: EAC
Tags: EU, Verbrenner-Verbot

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. TomTom meint

    26.10.2026 um 18:49

    Alles zu spät.
    Sollen weitermachen wie die letzten 100 Jahre.
    Der Zug ist abgefahren, wir sind am Arsch… 🤮

    Antworten
  2. EVrules meint

    26.10.2026 um 17:05

    Fossile Treibstoffe werden auf absehbare Zeit nicht wesentlich günstiger.

    Der Markt wird es allein regeln – und führende Manager werden es ignorieren und sich dann über „schwere Zeiten“ beschweren.

    Antworten
  3. MK meint

    26.10.2026 um 15:29

    Am klimafreundlichsten ist es nun Mal Energie gar nicht erst zu brauchen, egal, aus welcher Quelle sie kommt…und da sind BEV nun Mal deutlich besser.
    Außerdem haben Verbrenner ja noch ein paar andere Nachteile: Lärm und Abwärme, die in die Innenstädte abgegeben wird oder auch mehr Feinstaub durch mehr Bremsabrieb wegen weniger bis gar keiner Rekuperation, zum Beispiel. Mich würde mal interessieren, wie die, die immer nach „Technologieoffenheit“ rufen, diese Probleme nur durch die Wahl des Treibstoffs im Verbrennungsmotor lösen wollen?

    Antworten
  4. Futureman meint

    26.10.2026 um 14:51

    Einfach CO2-Steuer endlich wie geplant anheben und schon setzt sich (ganz Technologie offen) die beste Technik durch. Lass mich raten, was mit Verbrennung und schlechten Wirkungsgraden wird nicht dabei sein.

    Antworten
  5. Jeff Healey meint

    26.10.2026 um 14:32

    „“Verbrenner-Aus“: EAC fordert Technologieoffenheit & Klarheit für Verbraucher“

    Beides schließt sich gegenseitig im Zusammenhang der Individuellen Mobilität kategorisch aus, der Sieger der Antriebe steht längst fest.
    Physik ist nicht verhandelbar.
    Aber Hauptsache noch ein bisschen Nebelkerzen werfen.

    Antworten
  6. Powerwall Thorsten meint

    26.10.2026 um 13:03

    Wie verlogen kann man sein, aber was erwartest du von einem Lobby-Verein der als Schoßhündchen Fossielindustrie agiert.

    Antworten
  7. funtron meint

    26.10.2026 um 12:24

    Technologie Offenheit bedeutet das man offen dafür sein muss, Ineffiziente Technik Sterben zu lassen.
    Es macht keinen Sinn das Fahrzeug bis 70 Cent (%) vom Kraftstoff in Abwärme verbrauchen.
    Es gibt keinen effizienten Verbrenner der mit 13,7 kWh Energie 100 km fahren kann ein BEV kriegt das hin .

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      26.10.2026 um 22:44

      Hallo Nickname-Dieb, hast Du keinen verlängerten Rücken in der Hose, das Du meinen Nick stehlen musst?

      Antworten
    • Mike meint

      27.10.2026 um 07:04

      An den Kosten liegt es auch nicht. Sonst würde heute niemand mehr Verbrenner kaufen.

      Antworten
  8. Mäx meint

    26.10.2026 um 11:16

    Die reinste Verarsche, unglaublich.
    Wenn die Leute vielleicht aufhören würden ihre scheiß Wurst zu fressen, könnte man über E20 ja noch nachdenken, aber dann gibt ja auch die „NIeManD NimMT mIr MeiN ScHnITzeL!1!11!“ Fraktion.
    Günstiger zum Klimaschutz beitragen ist der blanke Hohn.
    Die Klarheit war vorher schon lange da, nur mochte man die Klarheit eben nicht.
    Jetzt fordert man noch mehr „Klarheit“?! Wie „klarer“ solls denn werden?
    Die Wunschvorstellung an „Klarheit“ für den Verbraucher wäre wohl: Bitte nichts ändern.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      26.10.2026 um 22:48

      Der einzige Extremist hier ist mein Nickname-Dieb…, nicht wahr?
      Denn wer in einer Diskussion anderer Leute Nickname missbraucht, sollte gesperrt werden.

      Antworten
    • Steffen meint

      27.10.2026 um 01:06

      Fühlt sich an als wärst du der Extremist. Und dazu noch ein Namensräuber.

      Antworten
    • Mäx meint

      27.10.2026 um 09:00

      Sorry stehe auf dem Schlauch, komme mit der Metaebene nicht mit^^

      Antworten
  9. Justin Case meint

    26.10.2026 um 10:15

    ‚Wer heute ein Auto mit Verbrennungsmotor fährt, soll mit erneuerbaren Kraftstoffen einfacher und günstiger zum Klimaschutz beitragen können.“
    Dies ist exakt die Lüge, die die Fossillobby leider recht erfolgreich untere Volk bringt.
    Dass dies nie funktionieren kann, weil die benötigten Energiemengen aufgrund der Prozessineffizienz beim verbrennen von „erneuerbaren Kraftstoffen“ absurd hoch sind, sagen diese Lobbyisten natürlich nicht.
    So kauft der erfolgreich verwirrte weiter Verbrennen um am Ende doch nur fossile Energieträger verbrennen zu können, weil es gar nichts anderes gibt.

    Antworten
    • MK meint

      26.10.2026 um 15:24

      @Justin Case:
      Ich unterstelle den gleichen Plan wie bei der „Biotreppe“ für Erdgas: Man erzählt, dass es eine Lösung für den Verbraucher gäbe, mit der dieser sein Verhalten nicht ändern müsse. Da Menschen sich ungern verändern wollen, nehmen die diese Argumentation gerne an, auch wenn jeder nach maximal 2 Minuten Recherche weiß, dass das nicht funktionieren kann (die, die es glauben wollen, meiden ja auch die 2 Minuten Recherche). Und wenn es dann irgendwann so weit ist, dass entsprechende Mengen Biogas/Biosprit zur Verfügung stehen müssten, stellt man „überrascht“ fest, dass das gar nicht geht und lockert die Gesetze nochmal.

      Antworten
  10. F. K. Fast meint

    26.10.2026 um 09:22

    Wenn die europäische Automobilindustrie überleben will, braucht es nicht noch mehr sogenannte Technologieoffenheit, sondern Fokus auf die zukünftige Richtung – E-Mobilität ohne Verbrennung. Auch und gerade für ihre eigenen Kunden. Sonst werden es ihre Ex-Kunden sein.

    Antworten
    • Jeff Healey meint

      26.10.2026 um 13:59

      So sieht es aus.
      💯!

      Das Einzige, das ich hinzufügen möchte, ist die Tatsache, dass der langsame Tod der Fossilen Industrien längst begonnen hat. Wer diesen „interessierten Kreisen“ auf den Leim geht, wird das Nachsehen haben.

      Antworten
  11. Holger Steiger meint

    26.10.2026 um 09:13

    Biokraftstoffe und E-Fuels in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen…. aber bis dahin muss die Regierung dafür sorgen, dass die riesige Lücke durch fossiele Kraftstoffe ersetzt werden darf. Der feuchte Traum der Verbrenner-Fahrer und der verzweifelte Kampf der Fossiel-Milliardäre möglichst lange zu überleben.

    Antworten
  12. cbzac meint

    26.10.2026 um 08:54

    „EAC fordert Klarheit für Verbraucher“

    Gut, dann ist die Sache doch einfach:
    – Alle Neuwagen sollten so schnell wie möglich 100% elektrisch fahren
    – Der Verbrennerbestand wird trotzdem noch Benzin benötigen, E-Fuels sollten also nicht für vermeidbare Neuwagen verschwendet werden
    – geben tut es E-Fuels sowieso nie wirtschaftlich in den benötigten Mengen

    Statt dessen fabuliert der Herr von Kompensationsfahrzeugen mit grünem Stahl und digital überwachten E-Fuel-Only-Fahrzeugen – was im Widerspruch zur Hauptthese steht.

    Und wie immer heißt der Blödsinn dann „Technologieoffenheit“, obwohl sie genau das durch Verbrennersonderregelungen aushebeln wollen.

    Antworten
  13. M. meint

    26.10.2026 um 08:54

    Wieder mal nur Unsinn.
    Technologieoffenheit ist das Gegenteil von Klarheit.
    Die Forderung, sein Auto mit erneuerbaren Kraftstoffen tanken zu können, scheitert an deren Verfügbarkeit, und am Preis. Für die hätte es auch kein „Aus vom Verbrenneraus“ gebraucht, denn die waren auch bisher ausdrücklich für die Zukunft erlaubt.

    Küster verwirrt also die Menschen, und beklagt dann die Verwirrung. Also entweder selbst massiv überfordert oder populistisch mit Neigung zu alternativen Fakten. Schwer zu sagen.

    Antworten

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