Mercedes-Benz gibt Einblicke in aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu neuartigen Displaytechnologien und elektrischen Antriebssystemen. Im Mittelpunkt stehen intelligente Scheibendisplays, holografische Anzeigen für die Windschutzscheibe und ein neuartiger Power Converter für Hochvoltanwendungen. Die Technologien sollen die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umgebung verbessern, Informationen intuitiver zugänglich machen und die Effizienz elektrischer Antriebssysteme steigern.
Intelligente Display-Technologie
Bei den Scheibendisplays setzt Mercedes-Benz auf LED-Anzeigeelemente, die direkt in die Fahrzeugscheiben integriert werden und nur bei Bedarf sichtbar sind. Mini-LEDs eignen sich insbesondere für größere Flächen wie die Heckscheibe, auf der Bremslichter, Warnsymbole oder Verkehrshinweise für nachfolgende Verkehrsteilnehmende dargestellt werden können.
Hochauflösende Mikro-LEDs sind dagegen für kleinere Anzeigeflächen und anspruchsvolle Darstellungen wie Animationen vorgesehen. Ohne aktive Anzeige bleiben die einlaminierten Elemente den Angaben zufolge nahezu unsichtbar.
Holografisches Display
Ein weiteres Entwicklungsprojekt ist ein holografisches Display, das die Windschutzscheibe als zusätzliche Informationsfläche nutzt. Ein Projektor in der Instrumententafel überträgt Inhalte auf eine spezielle transparente Folie im Glas, die bestimmte Lichtwellenlängen reflektiert und dadurch auch bei Sonnenschein sichtbare Bilder ermöglicht.
Die Darstellung des holografischen Displays ist auf bestimmte Blickwinkel begrenzt, sodass Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Inhalte sehen können. Vorgesehen sind Anwendungen wie Navigation, Fahrinformationen, Videotelefonie und Entertainment, wobei die Anzeigen nur bei Bedarf eingeblendet werden.
Power Converter
Mercedes‑Benz präsentiert einen Power Converter als Technologie für zukünftige Elektrofahrzeuge, der mithilfe programmierbarer Mikrowandler die Energieflüsse einzelner Batteriezellen steuern und eine konstante Hochvolt-Spannung von bis zu 800 Volt bereitstellen kann, unabhängig vom Lade- oder Alterungszustand der Zellen. Dadurch können den Angaben zufolge Batterien und Leistungselektronik künftig deutlich flexibler, effizienter und kompakter ausgelegt werden, während gleichzeitig Funktionen wie AC- und DC-Wandlung sowie bidirektionales Laden (z. B. Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid) unterstützt werden. Die aktuelle Generation erreiche bereits bis zu 3 kW Leistung und unterstütze AC- und DC-Anwendungen, heißt es.
„Der Power Converter eröffnet so neue Möglichkeiten für die Auslegung elektrischer Antriebssysteme und Ladefunktionen in Elektrofahrzeugen. Die Technologie ermöglicht es, die Bereitstellung der benötigten Hochvolt-Spannung weitgehend von der Batteriearchitektur zu entkoppeln und stattdessen über softwaregesteuerte Leistungselektronik zu realisieren“, erklärt Mercedes-Benz.
Eine besondere Perspektive eröffne der modulare Einsatz direkt auf Ebene einzelner Batteriezellen oder Zellgruppen. „Mehrere parallel geschaltete Power Converter regeln die Energieflüsse individuell und stellen gemeinsam eine stabile DC-Hochvolt-Ausgangsspannung bereit. Dadurch lässt sich die Gesamtleistung flexibel an unterschiedliche Fahrzeug- und Systemanforderungen anpassen. Gleichzeitig ist die Hochvolt-Ausgangsspannung nicht mehr unmittelbar durch die Anzahl der in Reihe geschalteten Batteriezellen bestimmt, sondern durch die dezentralen Wandler und ihre softwarebasierte Steuerung.“
In künftigen Fahrzeugarchitekturen soll der Power Converter mehrere heute getrennte Funktionen in einer Hardware zusammenführen. Die Technologie soll damit neue Freiräume bei der Auslegung von Batterie und Antriebsstrang schaffen. Sie könnte laut den Ingenieuren Reichweite und Effizienz verbessern und die Modularisierung von Antrieben für batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride erleichtern.















