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Erste gewerbliche Elektroauto Vehicle-to-Grid-Flotte am Netz

05.09.2016 in Aufladen & Tanken von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

Erste-gewerbliche–Elektroauto-Vehicle-to-Grid-Flotte-am-Netz

Bild: Nissan

Elektroautos sind mehr als nur ein sauberes Fortbewegungsmittel. Mit passender Technik ausgestattet können sie dank ihrer verbauten Akkus auch als mobile Energiespeicher eingesetzt werden. In Dänemark ist nun das – einer Mitteilung von Nissan zufolge – weltweit erste gewerbliche Vehicle-to-Grid (V2G)-Projekt ans Netz gegangen. Möglich wurde das durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Partner: dem japanischen Autohersteller Nissan, dem multinationalen Energieunternehmen Enel und dem V2G-Dienstleister Nuvve aus Kalifornien. Gewerblich bedeutet: Bei dieser Anlage sind sämtliche Komponenten und Technologien, die hier unter Alltagsbedingungen genutzt werden, für Endverbraucher frei erhältlich – der rein elektrisch fahrende Kastenwagen Nissan e-NV200, die Enel V2G-Ladestationen und die elektronische Plattform GIVe zur Steuerung des Energieflusses.

Erster Kunde für den gewerblichen Betrieb der V2G-Anlage ist Frederiksberg Forsyning, ein Energieversorger, der den Stadtteil Frederiksberg der dänischen Hauptstadt Kopenhagen unter anderem mit Strom, Gas und Wasser versorgt. Die zehn V2G-Ladestationen am Hauptsitz des Unternehmens sind für zehn Nissan e-NV200 bestimmt, die seit Neuestem zum Fuhrpark des Energieversorgers gehören. Immer wenn die rein elektrischen Kleintransporter nicht unterwegs sind, können sie vor Ort an die neuen V2G-Stationen angeschlossen werden und dank bidirektionalem Laden je nach Bedarf Strom aufnehmen oder Energie in das nationale Netz zurückspeisen. Die zehn Nissan e-NV200 werden so zu vollwertigen mobilen Energiespeichern. Die Gesamtkapazität der zehn Enel V2G-Ladeeinheiten beträgt knapp 100 Kilowatt.

https://youtu.be/74McGmTm9Rg

Die V2G-Technologie bindet Elektroautos intelligent ins Stromnetz ein und hilft so, erneuerbare Energiequellen sinnvoll zu integrieren und Netzschwankungen auszugleichen. Elektroauto-Fahrer können so künftig nicht nur Strom tanken, sondern diesen auch wieder zurückspeisen und ans öffentliche Netz verkaufen.

Nuvve kontrolliert als technischer Provider der Ladeplattform GIVe den Energiefluss zu den Autos und zurück ins Netz. Maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war die amerikanische Universität Delaware. Nuvve stellt sicher, dass die angeschlossenen Fahrzeuge immer ausreichend geladen sind und optimiert die Energieeinspeisung zurück ins Netz.

V2G gilt als eines der nachhaltigen Innovationsfelder auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Umwelt für die heutige und künftige Generationen. Das Projekt in Kopenhagen folgt auf die gemeinsame Ankündigung von Nissan und Enel während des Klimagipfels COP21 im Dezember 2015 in Paris, Elektroautos künftig bidirektional einzusetzen. Erste vernetzte V2G-Einheiten sind auch bei gemeinsamen Feldversuchen in Großbritannien und Dänemark im Einsatz.

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Via: Nissan
Tags: Bidirektionales LadenUnternehmen: Nissan
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Horst Rügamer meint

    08.09.2016 um 12:41

    Zitat: Die zehn Nissan e-NV200 werden so zu vollwertigen mobilen Energiespeichern. Die Gesamtkapazität der zehn Enel V2G-Ladeeinheiten beträgt knapp 100 Kilowatt.

    Was denn jetzt?: Kilowatt oder Kilowattstunden

  2. Anton Marker meint

    06.09.2016 um 18:18

    Die Belastung der Fahrzeugakkus ist relativ gering. Es geht um Netzschwankungen für die normalerweise ein Kraftwerk bereitgehalten werden müsste.

  3. Hans-Peter meint

    05.09.2016 um 14:08

    Ich bin doch froh, wenn mein Akku immer voll ist, wenn ich los muss. Zu was sollte ich mir zusätzliche Zyklen vom teuren Akku geben, um das Netz zu entlasten??? Was bekomme ich denn dafür vom STaat?

    Mein Betrieb sicht übrigens genauso aus, nur sind es „nur“ 3 E-Autos und nicht zehn wie dem erwähnten tollen Betrieb.

    • Michi meint

      06.09.2016 um 07:47

      Die Industrie kann sehr viel Geld damit sparen, wenn Laststpitzen vermieden werden…. Bitte über das Thema etwas einlesen statt nur rumzupöpeln.
      Ausserdem sind es wohl Firmenfahrzeuge, da kann es dem privaten Mitarbeiter egal sein, ob diese einen etwas höheren Akku-Verschleiss haben.
      Ich habe von einem Betrieb in der Nähe von BadNeustadt auch gehört, dass sie das V2G bereits einsetzen und sich die teure Anschaffung sich sogar auf dauer lohnt (aus dem Grund, dass die Netzanschlussleistung geringer ist)

  4. Blackampdriver meint

    05.09.2016 um 09:46

    Sehr vorbildlich und zukunftsweisend. Ich kann nur hoffen, dass dieses hervorragende Beispiel Schule macht. Nur so kann eine intelligente Energiewende gelingen.

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