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Autogipfel in Stuttgart: „Wir alle haben großes Interesse an einer erfolgreichen Autoindustrie“

23.05.2017 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher | 11 Kommentare

Auto-Gipfel-Stuttgart-2017

Bild: Daimler (Symbolbild)

In der vergangenen Woche kamen Branchenvertreter wie Daimler-Chef Dieter Zetsche, Bosch-Chef Volkmar Denner, Porsche-Finanzchef Lutz Meschke und Audi-Produktionschef Hubert Waltl auf Einladung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Stuttgart zusammen, um über die Zukunft der wichtigsten Branche für den deutschen Südwesten zu diskutieren. Inhaltlich ging es um Elektromobilität, vernetzte Autos und neue Dienstleistungen rund um die Mobilität.

Auch ZF-Chef Stefan Sommer, ElringKlinger-Chef Stefan Wolf und Will Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen, waren anwesend, hinzu kamen IG-Metall Bezirkschef Roman Zitzelsberger, sowie zahlreiche Betriebsräte und Wissenschaftler. Die Stimmung in der etwa 40-köpfigen Auftaktrunde soll Medienberichten zufolge gelöst gewesen sein. „Es ist immer besser, miteinander als übereinander zu reden“, sagte Daimler-Chef Zetsche. „Wir alle haben ein großes Interesse an einer erfolgreichen Autoindustrie“.

Drei Stunden lang haben sich die Teilnehmer hinter verschlossenen Türen darüber ausgetauscht, wie sich Baden-Württemberg und Deutschland auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen können. „Wir haben heute eine strategische Partnerschaft geschlossen, um die Zeitenwende beim Automobil zu einem Erfolg zu machen“, sagte Kretschmann der Automobilwoche zufolge. „Unser Ziel ist es, dass Mobilität auch in Zukunft in Deutschland und Baden-Württemberg gemacht sein soll.“ Es gehe „um einen kontinuierlichen, vertrauensvollen Austausch“ und „um schnelle und unbürokratische Lösungen für konkrete Probleme und um die Minimierung von Reibungsverlusten“, sagte Kretschmann.

Noch vor der Sommerpause wolle man eine gemeinsame Arbeitsstruktur finden, um wichtige Themen wie etwa den Ausbau der Lade-Infrastruktur koordiniert angehen zu können. Dabei dürfte die existierende Landes-Agentur zur Förderung der E-Mobilität e-mobil BW eine wichtige Rolle spielen. Engpässe beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur müssten vermieden werden, und auch der „Vernetzung zur intelligenten Verflüssigung“ des Verkehrs müsse gearbeitet werden, so Kretschmann.

Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl (CDU) sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Diskussion über die Zukunft der Automobilwirtschaft müsse vor allem „technologieoffen“ geführt werden. „Ich halte nichts davon, den Verbrennungsmotor vom Jahr 2030 an zu verbieten“. Das sei „ein planwirtschaftlicher Ansatz. Die Politik sollte nur Rahmen und Grenzwerte machen“, sagte Strobl. Der Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, bewertete die Auftaktveranstaltung positiv: „Es ist gut, dass es jetzt eine konkrete Arbeitsstruktur geben wird. Wir begrüßen es, wenn der Transformationsprozess hin zur E-Mobilität nun richtig in Gang kommt“, sagte Zitzelsberger.

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Via: Automobilwoche & FAZ.NET
Tags: Digitalisierung, KonnektivitätAntrieb: Elektroauto, Modern Mobility

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. W.Schäfers meint

    24.05.2017 um 07:30

    Hand in Hand Politik, Hersteller, Lobbyisten und all die, die sich die Welt so vorstellen, wie sie diese sehen wollen und andere sehen sollen.- Es fehlen nur noch die entsprechend gelenkten Medienvertreter, die diese Denke seit Jahrzehnten in die Gehirne des Durchschnittsmichel weiterreichen. – Nachhaltig und äußerst wirksam.–
    Ein frische, neue Denke in oder über den heutigen „Schaltzentralen“ ist mehr als fällig.-

    Salopp gesagt: Oh Herr, schmeiss Hirn vom Himmel! Frisches, unverbrauchtes Hirn mit visionären Handlungsweisen im Gepäck. Verpacke es in junge, durchsetzungsfähige und unverbrauchte Menschen und entnehme diesen so nebenbei auch noch das Gen der Bestechlichkeit!
    ..z .. zzz
    Oh, sorry, war mal eben kurz vor dem einschlafen in eine Traum(hafte)Welt abgedriftet ;-)

  2. frax meint

    23.05.2017 um 18:00

    Schon wieder ein Treppenwitz – die Herren werden sich noch die Augen reiben, die Welt wird nicht auf D warten. Die gesamte deutsche Automobilindustrie hat bis jetzt nur ein echtes E-Auto hervorgebracht, den BMW i3, und das mit bescheidenen Stückzahlen…
    Alleine schon das die Plug-in Hybride immer als E-Autos bezeichnet werden, dann wirken die Verkaufszahlen nicht ganz so mickrig – und die zukünftigen 48V Mild-Hybrids sind dann auch E-Autos und das ist dann 2025 der angestrebte 25% Anteil an E-Autos… sauber ausgedacht – zu mehr werden die paar Batteriezellen, die zur Verfügung stehen, auch nicht reichen.

    • 150kW meint

      24.05.2017 um 07:33

      Bescheidene Stückzahlen? Immerhin Platz 3 weltweit bei BEVs in 2016.

  3. Thomas Wagner meint

    23.05.2017 um 17:46

    Dieselfahrer Kretschmann verliert für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit,
    wenns um die Verkehrswende geht.
    Das Hauptproblem ist doch vor allem, dass immer noch sehr geringe Angebot an Elektroautos
    und da müsste man den deutschen Autoherstellern massiv auf die Sprünge helfen.
    Das tut leider auch Kretschmann nicht.
    Und bis es endlich mal einen Mittelklassekombi oder eine Oberklasselimousine als Elektroauto gibt,
    wird Kretschmann mit seinem Diesel noch jede Menge Feinstaub und NOX in unser Umwelt blasen.

    • Fara Day meint

      24.05.2017 um 07:17

      Der Diesel von Winfried Kretschmann emittiert nahezu keinen Feinstaub – so wie alle Dieselmodelle mit DPF. Einfach mal die Messungen der DUH anschauen.

  4. Peter W. meint

    23.05.2017 um 15:38

    Eigentlich bin ich auch gegen Verbote. Strenge und kontinuierlich anspruchsvollere Grenzwerte sind sinnvoller, allerdings muss die Politik dann auch die Einhaltung durchsetzen.
    Ein Verbot ab 2030 hätte Nachteile, ähnlich wie der Atomaustieg. Ein versprochenes Ausstiegsdatum lässt sich bei einem Regierungswechsel leicht wieder aufheben. Strengere Grenzwerte sind sinnvoller und lassen sich anpassen, natürlich auch mit dem Effekt, dass am Ende nichts Gescheites herauskommt. Der Vorteil wäre aber, dass man die Verbrenner nicht verbieten müsste, und so nicht das Gefühl entsteht der Staat würde die Menschen zwingen etwas bestimmtes zu tun oder zu lassen. Mit extrem harten Grenzwerten könnten nur noch wenige einen Verbrenner fahren, weil er unwirtschaftlich wird. Man müsste es aber niemandem verbieten!

    • Tesla-Fan meint

      23.05.2017 um 23:57

      Strengere Grenzwerte bringen gar nichts, weil die derzeitigen ja nicht mal eingehalten werden können. Es wird lieber betrogen und Geld gespart.

      Hätte man die Industrie nicht zu Katalysatoren und Rußfiltern gezwungen würden noch heute irgendwelche sogenannten Experten davon rumfaseln, das ganze Abgas-Thema mit „innermotorischen“ Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

      Es hilft leider NUR Zwang und strenge Kontrolle in Verbindung mit wirklich empfindlichen Strafen, sonst bewegt sich gar nichts.

      Der politische Wille dazu ist in Deutschland leider nicht erkennbar.

    • Stefan meint

      24.05.2017 um 10:55

      Der Grenzwert von 0 g CO2 pro 100km lokale Emission wäre auch nur eine Grenzwert Regelung.
      Wenn die Hersteller das mit einem Verbrenner hinbekommen gut für Sie, wenn nicht muss es halt ne andere Antriebsart sein die eine solche Vorgabe erfüllt.

      Es gibt auch in anderen Bereichen wie z.B. Baumaterialien oder der Schädlingsbekämpfung Grenzwerte die bei 0 liegen.
      Nur die Automobilindustrie darf nicht angefasst werden. Das Goldene Kalb in Deutschland.

  5. Steve meint

    23.05.2017 um 13:14

    Wenn die Politik versucht, Grenzwerte zu setzen, dann wird alle Kraft in den Lobbyismus gesetzt, um eben jene Grenzwerte aufzuweichen.
    Die Grenzwerte für Emissionen werden eben in den kommenden Jahren kontinuierlich soweit abgesenkt und (hoffentlich) ihre Einhaltung endlich mal so stark eingefordert, dass ein „Verbot“ von Verbrennungsmotoren gar nicht mehr notwendig ist.

    Wenn die Industrie aus eigenem Interesse an einem (für sie selbst) guten Prozess der Migration wirklich interessiert wäre, dann wäre eine solche Veranstaltung gar nicht nötig. Dass man die hohen Herren erst zu Tische bitten muss, zeigt ja schon die ganzen Widerstände.

  6. JoSa meint

    23.05.2017 um 09:59

    –> Das sei „ein planwirtschaftlicher Ansatz. Die Politik sollte nur Rahmen und Grenzwerte machen“, sagte Strobl. <–

    Und wenn die Autoindustrie Grenzwerte nicht einhält, sollte man vielleicht zur
    Planwirtschaft wechseln.

    (Die haben sich hinter verschlossenen Türen bestimmt nur die neusten Witze erzählt.)

    • Is nu so + meint

      23.05.2017 um 12:22

      – und was *Plan-Lose* Wirtschaft in unserer Um-WELT anRichtet ist auch
      schon an schlechten Beispielen Welt-Weit zu sehen + dokumentiert

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