Stefan Juraschek, Hauptabteilungsleiter für die Entwicklung elektrischer Antriebe bei BMW, hat in einem Interview über die Akzeptanz von Elektromobilität unter den Kunden des bayerischen Autobauers gesprochen. „Das Verhalten der Kunden ändert sich. Die Menschen freunden sich immer mehr mit dem Fahrerlebnis eines Hybrid- oder Elektroautos an. Eines der Probleme ist aber die Reichweite – und auch die Kosten für Reichweite“, so Juraschek im Gespräch mit DigitalTrends.
BMW-Käufer, die eines der elektrifizierten Modelle des Premium-Anbieters fahren, sind laut Juraschek äußerst zufrieden mit dem alternativen Antrieb. Bei Hybriden würde vor allem das im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen dynamischere Fahrverhalten gelobt. Der geräuscharme Betrieb und das Dahingleiten im Elektro-Modus seien ebenfalls sehr beliebt. Besonders gut komme aber das reine Elektroauto i3 an.
„Wir haben im letzten Jahr mehreren Hundert i3-Besitzern eine Umfrage zugeschickt. 90 Prozent von ihnen haben uns mitgeteilt, dass sie sich kein Verbrenner-Fahrzeug mehr zulegen werden“, sagte Juraschek. Bei den Käufern von Hybriden würden 60 Prozent dem Antrieb treu bleiben, 30 Prozent auf einen reinen Stromer wechseln und nur 10 Prozent wieder einen Verbrenner kaufen wollen. „Elektrisches Fahren ist attraktiv“, betonte Juraschek.

Um den Absatz von elektrifizierten Modellen voranzutreiben, konzentriert sich BMW derzeit auf die Erhöhung der Reichweite. „Ich denke, die von uns für 2021 geplante Reichweite von 500 Kilometern ist leicht zu erreichen“, sagte Juraschek. Für die nächsten „zwei bis drei Generationen“ seiner Elektroautos will BMW weiter auf Lithium-Ionen-Batterien setzen. Neue Speicher-Technologien wie Festkörper-Akkus sind Juraschek zufolge noch nicht ausgereift.
BMW will auch die Ladezeiten von Elektroautos verbessern, dabei anders als Wettbewerber wie Porsche oder Audi aber konservativ vorgehen. „Wir diskutieren derzeit intensiv 800-Volt-Lösungen. Es macht allerdings wohl nur Sinn für eine Speziallösung. Wir arbeiten an modularen Systemen für kleinere Autos mit einer vergleichsweise kleinen Batterie von 50 bis 100 kWh. Um derart flexibel zu sein ist es nützlich, die Grenzen von 400-Volt-Ladesystemen auszureizen. Das ist ausreichend Leistung, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen wollen“, erklärte Juraschek.
Hinsichtlich Brennstoffzellen-Systemen, bei denen mit Hilfe von Wasserstoff elektrische Energie für den Elektroantrieb erzeugt wird, gab es bei BMW zuletzt einen Strategiewechsel. „Wir forschen in meiner Abteilung an Wasserstoff. Es gab bei der wirtschaftlichen Betrachtung eine Verschiebung. Früher dachten wir, dass die Kompaktklasse das Einstiegssegment für die Brennstoffzelle sein könnte. Heute gehen wir davon aus, dass der Eintrittspunkt in größeren Autos wie dem X5 liegen sollte. Es macht auch Sinn auf Schienen und bei stationären Speichern. Aber für kleine Autos sind die Kosten hoch“, so Juraschek.
Matthias meint
und bald wird ein M3 offiziell ein Tesla sein. BMW hat ihn ja für tot erklärt.
Leotronic meint
Das Problem ist dass die elektrischen Jungs bei BMW zwar engagiert sind und auch wollen aber insgesamt haben sie bei BMW nichts zu bestimmen. Bei der Vorstandsentscheidung wird die Meinung eines Hauptabteilungleiters in der Elektrowerkstatt nichts bewirken.
Albert Mayer meint
„Besonders gut komme aber das reine Elektroauto i3 an.“
Und warum gibt es dann immer noch keine weiteren eAutos von BMW wenn der i3 so gut ankommt?
Und in Zukunft bis zu 100kWh Akkus und 500 km (NEFZ?) Reichweite?
Sorry, gääähn. Schon das inzwischen nicht mehr produzierte Model S 90D hat 557 km NEFZ-Reichweite. Das gab es schon 2016. Das aktuelle kann inzwischen 632 km NEFZ.
BMW und andere: baut endlich auch solche Autos, 2 Jahre später als Tesla ist ja gerade noch in Ordnung, aber 4 bis 5 Jahre ist nur noch traurig.
NurMalSo meint
„BMW und andere: baut endlich auch solche Autos,“
Einfach mal provokativ gefragt: Warum sollten sich BMW am Model S orientieren? Die generieren auch nicht die mega Nachfrage! Im Gegensatz zum M3. Ein Wagen mit deutlich weniger hochwertiger Ausstattung, weniger Leistung und zu geringen Anschaffungskosten. Scheinbar ist es das was „die Leute“ wollen.
Ernesto 2 meint
Und dann gab es doch mal die Meldung daß der i3 nicht mehr gebaut werden wird. Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen. Wenn Juraschek als Chef der Elektro-Sparte nicht mal den i3 am Leben halten kann, der so fett von den Besitzern gelobt wird, was will er denn dann überhaupt ans laufen bringen??
Priusfahrer meint
Bei der Entwicklung des i3 wurde bewußt aus der höchsten Etage
(Stefan Quandt) entschieden, Jung-Ingenieuren freie Hand gelassen um für
die heutige Generation ein passendes Fahrzeug auf den Markt zu bringen.
Wie bei einer n-tv Reportage zu sehen war.
Deshalb glaube ich nicht, dass der i3 – Serie der Weg in die Versenkung droht.
150kW meint
„Und dann gab es doch mal die Meldung daß der i3 nicht mehr gebaut werden wird.“
Es gab die Überlegung. Entschieden ist nichts. Wobei man bei 100% aller Modelle aller Hersteller schon jetzt sagen kann das sie (irgendwann) eingestellt werden.
Landmark M3 meint
Finde es gut das endlich, endlich auch die Hersteller aus DE die positiven Seiten des E Autos erkennen und in die Öffentlichkeit tragen.
Schön finde ich die Umfrage bei den i3 Nutzern und wenig überraschend, 90% sagen, nie mehr Verbrenner, das ist schon sehr deutlich.
Der Statistiker meint
90% ist gut. Würde aber gerne die Gründe des erneuten Verbrennerkaufs der 10% wissen!!! Auf diese 10% sollte bei der Auswertung der Focus gelegt werden.
McGybrush meint
Vermutlich irgendeinen Grund der nicht mit dem Wort „Fahrspass“ zu tun hat.
Denke eher, Ladezeit, Reichweite, kosten der Anschaffung, Design und Raumkonzept des i3 selbst. Glaube das nicht alle von den 10% ein Verbrenner wollen sondern ein Auto haben wollen was derzeit als Elektroauto so nicht gibt.
Michael meint
Ich denke die 10% haben halt erkannt dass die Reichweite des alten i3 mit 100km wenn überhaupt im Winter tw zu wenig ist. Vielleicht hatten sie auch schonmal eine schlechte Erfahrung mit einer belegten oder kaputten Säule auf die sie angewiesen waren?
frax meint
vergleichsweise kleinen Batterie von 50 bis 100 kWh…
Haben bis jetzt maximal um die 30 kWh im Angebot und dann so eine Formulierung – dann macht mal endlich. 500 km nach welchem Fahrzyklus?
Aber es geht voran und das ist gut so!
Fritz! meint
Also mit 100 kWh kommt man, bei einigermaßen windschlüpfriger Karosserie, schon 500 km weit. Das paßt schon.
Also will BMW 2021 da sein, wo Tesla mit dem Model S bereits seit 2016 ist? 5 Jahre später, aber besser spät als nie.
McGybrush meint
Das Model 3 kommt z.B. mit 75kW im Long Range schon mal etwa 440km Real mit 4 Leuten und Klimaanlage in Kalifornien.
OVE von T&T Tesla ist mit dem Model 3 unter den Bedinungen schon 1200km gefahren.
Verbrauch bei 110km/h um 17,5kWh.
Da kommt man mit 100kWh in Zukunft generell über 500km.
Pamela meint
Jaja, der i8
– 5,2 kWh Akku, Reichweite 37 km im elektrischen Betrieb –
ein echter Vorzeige-Stromer ;-)
TeslaTom meint
immer wieder nett zu lesen????
1++????????
Fritz! meint
Und mit Motoren-Sound aus der Stereo-Anlage drinnen. Peinlicher gehts nicht mehr, finde ich…