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Auswertung: Nur noch 21 Automodelle unter 20.000 Euro

30.01.2025 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 23 Kommentare

Dacia-Spring

Bild: Dacia

Die seit der Corona-Krise stark gestiegenen Preise für Neuwagen haben im Preissegment bis 20.000 Euro die Auswahl stark schrumpfen lassen. Aktuell gibt es nur noch 21 Modelle auf dem deutschen Markt, die unter 20.000 Euro kosten. Listet man alle Motorversionen auf, sind es 30: 27 Verbrenner und drei Stromer. Das zeigt eine aktuelle Marktübersicht der Zeitschrift Auto Motor und Sport.

Dabei ist der Markt in ausländischer Hand: Unter den 30 Modellen ist mit dem VW Polo 1.0 nur ein Auto einer deutschen Marke – allerdings wird der Polo in Südafrika gebaut. Die Marke von 20.000 Euro unterschreitet der Polo mit 19.835 Euro Listenpreis auch nur knapp. Zudem: Es gibt kein Opel- oder Ford-Modell, keinen Smart oder Seat mehr für unter 20.000 Euro.

Die 30 Modelle unter 20.000 Euro kommen von Dacia (8), Fiat (4), Hyundai (3) sowie Citroën, Kia, Mazda und Mitsubishi (je 2). Jeweils ein Modell kommt von MG, Leapmotor, Renault, Skoda, Suzuki, Toyota und VW. Das günstigste Auto auf dem deutschen Markt ist der Dacia Sandero SCe 65 mit 12.400 Euro Listenpreis. Auch Platz 2 und 3 belegt der Sandero mit stärkeren Varianten für je 13.250 Euro. Der erste Nicht-Dacia ist auf Platz 4 der Mitsubishi Space Star 1.2 für 13.590 Euro. Den günstigsten Stromer liefert Dacia mit dem Spring Electric 45 für 16.900 Euro.

„Zur Wahrheit gehört aber auch: 18 der 30 Modelle liegen mit ihren Preisen zwischen 18.000 und 20.000 Euro, also nur wenig unter der Schallgrenze“, erklärt die Zeitschrift. Vor fünf Jahren seien die Autos deutlich günstiger gewesen. „Bis 2019 bekam man wegen der enormen Rabatte einen fabrikneuen Renault Twingo für 8000 Euro, einen Ford Focus oder Hyundai i30 mit Tageszulassung für 13.000 Euro, einen VW e-Up für 15.000 Euro (dank Prämie) und sogar einen Mazda MX-5 oder Mini für 18.000 Euro. In der Zeit drückten die Hersteller auf Halde produzierte Autos in den Markt. Und der VW Golf VIII kostete damals 19.995 Euro in der Basisversion. Das System kollabierte, als ab Anfang 2020 weltweit die Autoproduktionen wegen Corona erst stocken, dann stoppen.“

Während der Coronakrise steigt die Nachfrage wieder, während wegen unsicherer Lieferketten die Produktion nur langsam wieder hochläuft. Wegen der schleppenden Teileversorgung werden knappe Chips nicht mehr in renditeschwache Basismodelle eingebaut, sondern in teurere Motor- und Ausstattungsvarianten. Das hat sich seitdem nicht mehr geändert: Bei vielen Herstellern sind Basismodelle nicht mehr im Angebot.

So kostete der VW Golf VIII beim Debüt im Herbst 2019 noch als 1.0 TSI mit 90 PS und Handschaltung 19.995 Euro. Im Frühjahr 2022 kostet der günstigste Golf mit 29.515 Euro fast 10.000 Euro mehr – weil es die Basisversion nicht mehr gab, sondern nur noch zum Einstieg mit 110-PS-TSI-Motor und Doppelkupplungsgetriebe. Inzwischen gibt es den Golf als Basisversion mit 116-PS-TSI-Motor wieder mit Handschaltung, allerdings für 28.330 Euro.

Rasant zugelegt hat laut der Auswertung auch das Preisniveau des einst günstigen Opel Corsa: Den gab es 2016 noch in der Basisversion für 11.980 Euro, jetzt nur noch als 1.2 DI Turbo (100 PS) für 22.680 Euro – also 10.000 Euro mehr.

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Via: Auto Motor und Sport
Tags: PreiseAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Heinz Staller meint

    02.02.2025 um 18:55

    Welche 2 Mitsubishi Modelle sollen denn unter 20K Euro kosten?

    Der Spacestar hat ca. 13K Euro geskostet und wird seit 2025 nicht mehr vertrieben und nur noch Reste abverkauft.
    Der Colt, ein umgelabelter Renault Clio, wird mit der Fusion von Nissan, Honda und Mitsubishi aus dem Produktportfolio verschwinden, da keine Lizenzen mehr von Renault vergeben werden nach der Fusion.

    Der Polo wuirde in europa eingestellt und nur noch in Südafrika produziert, da die Nachfrage in Europa für Klein- und Kleinstwagen massiv abgenommen hat.

  2. michelken meint

    31.01.2025 um 12:19

    Man muss bei der Diskussion um das 20.000 Euro-Auto aber auch immer berücksichtigen, dass man das nicht jahrelang fordern kann. Ein Auto, dass 2019 vor Corona 20.000 Euro kostete kann durch die 17 %-Zuwachs des mittleren Einkommens bis 2024 dann in 2025 ja schon fast 24.000 Euro kosten, um relativ gesehen gleich teuer zu sein.
    Ich halte die ständige Forderung nach einem 20.000-Euro-Auto nicht für zeitgemäß. Hier wäre eine Relation zur Anzahl der Monatseinkommen für die Einstiegsklasse als Bewertungsgröße für „günstig“ oder „teuer“ angemessener.

  3. Deine Mudder meint

    30.01.2025 um 20:11

    Im untersten Preissegment haben sich die Preise seit Corona fast verdoppelt, Spacestar (inzwischen eingestellt), Dacia, Fiat Panda. Gab es vor Corona alle für um die 8k neu.

    Wer sich kein neues Auto leisten kann muss das alte Auto weiter fahren, wer Sprit unnötig teuer macht, treibt die Spaltung der Gesellschaft weiter voran und befördert den Rechtsruck, der in Deutschland gerade erst am Anfang steht, die USA sind schon weiter.

    • Realist meint

      01.02.2025 um 18:51

      Was für ein Blödsinn! Menschen mit wenig Einkommen waren traditionell noch nie die Käufer von Neuwagen, und sowohl Neuwagen als auch Sprit werden langfristig seit Jahrzehnten teurer.
      Trotzdem gab es nie so einen Populismus und so eine herbeigeredet Spaltung.
      Rational gibt es dafür keine Gründe, und mit etwas Menschenverstand muss jedem klar werden, dass langfristig steigende Spritpreise ökologisch und ökonomisch unvermeidlich sind.
      Und weniger Individualverkehr ist auch unumgänglich, also muss ein günstiger und brauchbarer ÖPNV das Ziel sein, nicht billige Autos.

  4. BTW meint

    30.01.2025 um 17:12

    Den Fabia gibt’s gar nicht mehr als Kombi, ein Scala mit ähnlichem Kofferraumvolumen mit 150 PS kostet ab ~27.000€, mit Rabatt vielleicht 24.000€.

  5. Powermax meint

    30.01.2025 um 14:19

    @ Ben der ID3 mit 77er Akku kostet über 44k. Also das Doppelte.
    Ich spreche seit Jahren von Akkus mit 80-150kWh. Nur die Eautonutzer mit kleineren Akkus sind häufig da gegen. Sowie vor 10 Jahren gegen die übergroßen 60er Akkus gewettert wurde.
    Heute fahren diese Leute keinen 30er Akku mehr :) obwohl Sie früher pro Miniakku waren.

    • Gerry meint

      30.01.2025 um 17:45

      Maiik, ich fahr seit 2016 einen 14,5 kWh Akku. Komme gut damit zurecht 👍.
      Damit hättest auch längst einen von deinen Dieselkrücken ersetzen können.

    • Future meint

      30.01.2025 um 18:44

      Ich fahre seit fast 8 Jahren mit 33 kwh und es klappt. Seit ein paar Jahren gibt es ja auch überall genügend Ladesäulen. Das war am Anfang noch etwa schwieriger auf der Fernstrecke. Jetzt ist alles gut.

  6. David meint

    30.01.2025 um 12:42

    Am Ende ist es logisch, dass die Verbrenner immer teurer werden und die Elektroautos immer günstiger. Denn die Grundanforderungen an einen PKW steigen so dermaßen, dass der billigste Dacia indessen ein rollender Computer ist, stets online. Und kalkulatorisch muss ein CO2 Malus aufgeschlagen werden, um damit die eigenen Elektroautos zu subventionieren.

    Bei den Elektroautos sind dort, wo Massenproduktion Realität ist, genau wie beim Verbrenner, entsprechendes Skaleneffekte zu verzeichnen. Das ist ja auch ein Geheimnis der Kalkulation, wenn man mit Elektroautos um 20.000 € noch Geld verdienen möchte. Zudem sinken die Preise für Zellen auf dem Weltmarkt.

    Wer also schlau ist, kann schon dieses Jahr mit seinem nächsten Auto Geld sparen, wenn er elektrisch wählt. Der VW Konzern macht es möglich, dass man nicht nach Fernost schweifen muss.

    • Future meint

      30.01.2025 um 18:47

      Sobald nicht mehr genügend Verbrenner verkauft werden, um die Elektroautos zu subventionieren, haben Hersteller wie VW ein Problem. Deshalb schmerzt auch der starke Rückgang der Verbrennerverkäufe in China so sehr.

      • David meint

        30.01.2025 um 20:36

        Das vergisst, dass die Elektroautos bei VW schnell ohne Subvention sehr profitabel werden. Es ist eine Frage der Skaleneffekte und VW ist da Meister. Wenn die 20.000€-Modelle der MEB-Small kommen, bist du bereits in einem Bereich, wo du die Verbrenner in der Marge überholt hast. Obwohl da noch die Mehrheit Verbrenner sein werden. Das liegt daran, weil der VW Konzern sämtliche Volumenmodelle auf einer einzigen Plattform baut. Es gibt aktuell schon zwölf Modelle auf dieser Plattform. Dann werden es 20 Modelle sein. 20 Modelle, die in Wirklichkeit ein Modell sind.

  7. Powermax meint

    30.01.2025 um 11:47

    Stimmt doch ein Fabia Kombi mit 150PS und DSG gibt es für 20000€ in Bar.
    Ein Eauto das auch für den Urlaub mit starken Einschränkungen taugt kostet 40000€. Erst ab 70k gibt es die brauchbaren 100er Akkus.

    • Ben meint

      30.01.2025 um 12:17

      Ach Maik, wie lange wills du deine Forderungen nach immer größeren Akkus noch erhöhen ?
      Vor 4 Jahren wolltest du nen 60er, vor 2 Jahren nen 80er und jetzt forderst du 100er Akkus, langsam werden deine Ausreden langweilig.
      btw. Nen ID.3 Goal mit Vollausstattung und 80er Akku(77Netto) kostet mit 2k Anzahlung knapp 300€/mtl.und ist für jeden normalen Menschen uneigeschränkt nutzbar…außer für den AFD Stammtisch der täglich 5t Anhänger mit 200km/h 3500km durch Europa ziehen will.

      • Dieseldieter meint

        30.01.2025 um 14:56

        5 to darf auch kein Verbrenner mit 200 km/h ziehen.
        Sein Punkt ist, dass man für 20.000€ kein neues Elektroauto bekommt, das irgendwer langstreckentauglich nennen würde. Selbst für 25.000€ gibt’s ja keinen 60er Akku.
        Wer das kritisiert sitzt also am A F D Stammtisch, soso.

  8. Futureman meint

    30.01.2025 um 11:42

    Und da wird immer gesagt, E-Autos sind der Kostentreiber. Dabei sind die in den letzten Jahren stark im Preis gefallen, bzw. bieten immer mehr für das gleiche Geld.
    Verglichen werden meist weiterhin E-Autos für 40.000€ mit angeblich günstigen verfügbaren Verbrennern für unter 20.000€. Die Wirklichkeit sieht dabei schon ganz anders aus. In anderen Märkten ist der Unterschied eher umgekehrt. Das erklärt wohl auch den rasanten Aufstieg von BYD mit ihren Fahrzeugen um die 10.000€
    Gleichzeitig erhöhen sich die laufenden Kosten für Verbrenner immer mehr und die Kosten für selbst erzeugten Strom (PV) haben sich drastisch gesenkt.
    Jeder, mit Einfamilienhaus, der noch einen Verbrenner kauft darf auf jeden Fall nicht über Kosten schimpfen. Denn Alternativen sind sofort verfügbar.

    • eBikerin meint

      30.01.2025 um 13:03

      Und was ist mit den Leuten die ein EFH ohne eigenen Stellplatz haben.
      Davon gibts hier jede Menge. Dürfen die noch schimpfen?

      • Thorsten 0711 meint

        30.01.2025 um 13:21

        Und die Mieter im MFH ohne eigenen Stellplatz erst, die können nur teuer öffentlich laden.

        Richtig lustig wird das erst wenn man in der Zukunft nur noch eAutos zur Verfügung hat und die Menschen, die es eh‘ nicht so dicke haben, an öffentlichen Ladesäulen das Doppelte für ihren Fahrstrom bezahlen müssen. Die werden das sicher total gerecht finden…

        • Tim Leiser meint

          30.01.2025 um 15:40

          Naja. Die zahlen ja heute auch das 4fache an Spritkosten im Vergleich zum selbst erzeugten Solarstrom.

        • Isso meint

          30.01.2025 um 17:18

          Dann lohnt sich eine Ladekarte mit Grundgebühr, und selbst ohne si.d die Energiekosten auf 100 km niedriger.
          Spätestens wenn der Stromer nicht mehr teurer ist als der Verbrenner ( wie jetzt schon der Elroq) ist man preislich mit dem Stromer billiger dran.
          Aber natürlich wartet ihr alle auf den familientauglichen Kombi mit 500+ Litern Kofferraumvolumen, 2.5t Anhängelast und mindestens 100 km Reichweite für 25.000€ neu, weil ihr dreimal wöchentlich vollbeladen nonstop von Garmisch nach Flensburg fahrt….

      • Futureman meint

        30.01.2025 um 16:18

        Ohne eigenen Stellplatz kann man auch kein Auto abstellen. Außer natürlich, wie gewohnt kostenlos im öffentlichen Raum. Und dann meckern, dass keine Lademöglichkeit vorhanden ist. Werde demnächst auch meine Terassenmöbel im öffentlichen Raum aufstellen und mit beschweren, dass kein Windschutz vorhanden ist.

  9. ID.alist meint

    30.01.2025 um 11:20

    „Es gibt kein Opel- oder Ford-Modell, keinen Smart oder Seat mehr für unter 20.000 Euro.“

    Auf der SEAT Seite wird der IBIZA mit ab 18.430€ beworben.

    • eBikerin meint

      30.01.2025 um 13:18

      Und den Spacestar gibts nur noch im Abverkauft. Wenn die die in Deutschland sind weg sind, gibts den auch nicht mehr.

    • M. meint

      30.01.2025 um 17:29

      Stimmt.
      80 PS, 5-Gang Schaltgetriebe, 15 Zoll Stahlräder. Also ja: das gibt es.
      Aber kauft das tatsächlich jemand in dieser Form?
      Mit weißem Lack (statt grau), manueller (!) Klimaanlage, Sitzheizung und Parksensoren hinten sind es (mit anderem Kram, die im Paket kommen) fast 22.000 Euro. Liste natürlich.

      Für das Geld kann man doch einen anständigen Jahreswagen bekommen.

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